![]()
Dunkelheit
umgab ihn.
Das
Letzte, an das er sich
erinnerte, war, dass er und Buffy zusammen mit Angel, Gunn und Illyria
gegen die
Horde Dämonen kämpften, die auf sie zukamen.
Er
schlug die Augen auf,
richtete sich unter Schmerzen auf und versuchte, sich umzusehen, doch
alles war
er sah, war ein gleißendes Licht, das ihn magisch anzuziehen
schien. Spike
dachte, dass alle Knochen in seinem Körper gebrochen zu sein
schienen, als er
aufstand und langsam auf dieses Licht zuging.
Je
näher er kam, umso mehr
klärten sich die Nebelschwaden, die sich in dem Leuchten
bewegten. Er konnte
eine riesige, große, schneeweiße Tür
erkennen. Spike ging gradewegs auf diese
zu und öffnete sie.
Er kniff
zuerst die Augen zu
und öffnete sie dann ganz langsam, um sich an das leuchtend
weiße Licht zu gewöhnen.
„Hallo
Spike“, erklang
eine Stimme hinter ihm. „Wir haben schon auf dich
gewartet.“
Langsam
drehte er sich um
und er erblickte ein blondes Mädchen, was ihm sehr bekannt
vorkam, aber er
konnte sich nicht mehr erinnern, woher er sie kannte.
„Wo
bin ich? Was ist mit
Buffy und den anderen?“ wollte Spike von ihr wissen.
„Und wer zum Teufel
bist du?“
Ein
leichtes Grinsen spielte
auf ihrem Gesicht, als sie sich langsam Spike näherte.
„Ich denke, diese
Fragen muss dir jemand anders beantworten“, sagte sie, zog an
dem Ärmel
seines Mantels und wollte, dass er ihr folgte.
Sie
gingen durch einen
langen Flur, an dessen Wände es hunderte von Türen
gab. Ganz am Ende gab es
eine wunderschöne, mit Schnitzereien versehende Tür
und das Mädchen gab ihm
zu verstehen, dass er eintreten sollte.
Als er
den Raum betrat, sah
er einen alten Mann an einem Schreibtisch sitzen, der anscheinend in
seinen
Papieren vertieft war.
Für
eine Weile blieb Spike
dort stehen, wartete und sah sich im Raum um.
„Ich
bin gleich bei
dir“, sagte der Mann plötzlich. „Hab in
letzter Zeit ziemlich viel Neuankömmlinge.
Setz dich doch.“
Spike
sah ihn nur an, sagte
nichts dazu und setzte sich in einen sehr bequem aussehenden
schwarzen Ledersessel.
Der Mann
legte die Papiere,
die er in der Hand hielt, auf einen Stapel und wandte sich dann ihm zu.
„So,
nun hab ich etwas Zeit. Wir haben schon länger auf dich
gewartet.“
Ungläubig
sah Spike ihn an.
„Wie lange denn schon?“ fragte er und lehnte sich
in dem Sessel zurück.
„Eigentlich…hättest
du
schon vor einem halben Jahr hierher kommen, doch alles kam etwas
anders…Doch
nun bist du ja hier und kannst deine Bestimmung antreten.“
Sagte der Ältere
und wühlte in seinen Unterlagen herum. „Wo hab ich
das denn?...Ahh, hier ist
es ja.“ Er zog ein Dokument heraus und gab es Spike, damit er
sich durchlesen
konnte.
Dieser
las es sich gründlich
durch und sah dann denn alten Mann verwundert an. „Ich
dachte, Angel wäre
derjenige, der für die Shanshu - Prophezeiung vorhergesehen
war?“ sagte er
und konnte nicht so recht glauben, dass er der Auserwählte
wäre. Er würde zur
Erde als richtiger Mensch zurückkehren. ER, nicht Angel.
Der Mann
erhob sich von
seinem Sessel und kam um den Schreibtisch herum. „Die Shanshu
– Prophezeiung
war nie Angels Sache. Er kam nie in Frage. Du hast dich für
die Welt selbst
geopfert…das hat er nicht. Du hast Dawn…so weit
es ging, beschützt und du
warst immer für sie und ihre Schwester da. Ich könnte
noch mehr aufzählen,
doch das würde zu weit gehen.“
Spike
konnte es immer noch
nicht glauben. In dem Moment schoss ihm ein Gedanke durch den Kopf. Er
musste
wissen, wie es Buffy ging, denn wenn sie nicht mehr leben sollte,
wollte er
nicht wieder zurück. „Buffy? Geht es ihr gut? Was
ist mit den anderen?“
„Angel…hat
es nicht
geschafft, Gunn liegt schwer verletzt im Krankenhaus und Buffy geht es
soweit
ganz gut, doch sie leidet…mal wieder!“ sagte der
Alte und seufzte. „Weiß
du eigentlich, wie sehr sie um dich getrauert hat? Beim letzten
Mal?“
Spike
konnte nichts
sagen…er schluckte hart und nickte. „Ich werde,
wenn du dich dazu
entscheidest, die Prophezeiung anzunehmen, ihr einen Traum
schicken…einen Jägerinnen-
Traum…damit sie weiß, dass du
wiederkommst.“ Der Alte ging zur Tür,
öffnete
sie und ließ das Mädchen wieder eintreten.
„Cassie wird dich zu ein paar
Leuten bringen, die dich sehr gern sehen wollen.“ Mit diesen
Worten
verabschiedete sich der Alte und setzte sich wieder an seinen
Schreibtisch.
Spike
stand auf und ging zu
Cassie herüber. „Bevor ich es vergesse, ich bin
immer hier, falls du gehen möchtest.“
sagte der alte Mann noch bevor Spike die Tür hinter sich
schloss.
„Du
bist doch diejenige,
die mir gesagt hat, dass Buffy es mir sagen würde,
oder?“ fragte er Cassie,
als sie den Flur entlang gingen.
Die sah
ihn an und nickte.
„Und hat sie es dir gesagt?“ fragte sie und
lächelte, weil sie die Antwort
ganz genau kannte.
Spike
sah zuerst auf den
Boden, bevor er seinen Blick auf sie richtete. „Wenn du
meintest, dass sie mir
sagen würde, dass sie mich liebt ... Ja, das hat
sie…und seitdem nicht nur
einmal.“ Ein vorsichtiges Lächeln huschte
über sein Gesicht, als sie einen
großen Raum betraten und er wurde mit einem Mal todernst, als
er eine Frau auf
sich zukommen sah. „Joyce?“ fragte er vorsichtig.
Sie
nickte nur und nahm ihn
in den Arm. Er war so perplex, dass er gar nicht reagieren konnte. Aus
dem
Augenwinkel heraus sah er noch eine Frau auf ihn zukommen. Diese hatte
Tränen
in den Augen und wusste nicht so recht, was sie tun sollte, als Spike
sich zu
ihr wandte. „Mutter?“ fragte er wiederum
ungläubig. Er sackte zu Boden und
hielt sich an ihren Hüften fest und weinte. „Verzeih
mir Mutter…Ich war
nicht ich selbst.“
Seine
Mutter legte ihm ihre
Hand auf seinen Kopf und strich ihm über sein Haar.
„Es ist gut Junge. Mir
geht es hier sehr gut und ich habe hier sehr viele Freunde, die sich um
mich kümmern,
wie Joyce hier.“ sagte Anne und zog ihren Sohn hinauf.
„Ich
wollte dir dafür
danken, dass du auf Dawn und Buffy so gut aufgepasst hast und ich hoffe
doch,
dass du zu ihnen zurückkehren wirst, oder?“ sagte
Joyce und sah ihn
hoffnungsvoll an. „Buffy liebt dich sehr…aber das
weißt du. Im Moment
erleidet ihr Herz erneut Höllenqualen, weil du nicht bei ihr
bist. Versprich
mir, auf sie auf zu passen.“
Sie nahm
Spike noch einmal
in den Arm und drückte ihn ganz fest, dann verabschiedete sie
sich und
versprach, zusammen mit Anne, über ihn und ihre
Töchter zu wachen.
Anne
wusste nicht so recht,
wie sie mit dieser Situation umgehen sollte, immerhin hatte sie ihn
leibhaftig
seit über hundert Jahren nicht mehr gesehen. Anne hatte all
seine Schandtaten
mit angesehen, genauso wie seine guten. Sie wusste schon immer, dass er
ein großes
Herz hatte und er irgendwann einmal dafür belohnt
würde.
„Wiedersehen,
mein
Junge…ich werde hier auf dich warten, wenn deine Zeit
gekommen ist.“ Mit
diesen Worten küsste sie seine Stirn und ging.
Cassie
zog an seinem Ärmel.
„Hast du noch etwas Zeit? Oder willst du sofort
gehen?“ fragte sie. Er
zuckte mit den Schultern und lächelte sie an. „Ich
denke, ein bisschen Zeit
hab ich noch.“
Sie
gingen durch den Raum
auf eine Sitzecke zu. „Wie geht es Dawn?“ wollte
Cassie wissen und Spike sah
sie verwundert an. „Kannst du sie denn nicht
beobachten?“ stellte er ihr
eine Gegenfrage. Sie schüttelte den Kopf. „Wir
können nur Familienmitglieder
beobachten, der Boss kann alles sehen.“
Spike
sah sie an „Dawn
geht es gut, sie lebt jetzt mit ihrer Schwester in Rom. Dort geht sie
auf die
Uni und studiert Mythologie.“ Cassie sah ihn an und nickte.
„Ich wollte
immer Schriftstellerin werden. Gedichte und Verse schreiben und so
was…Deine
Mutter sagte mir, dass du auch Gedichte geschrieben hast, ist das
wahr?“
wollte sie wissen.
Spike
lachte. „Leider
Gottes…sie waren so schlecht und ich glaube, dass sie meiner
Mutter nur
gefallen haben, weil sie mir nicht weh tun wollte.“
Er sah
sie an und stellte
sich innerlich die Frage, ob er irgendetwas für sie tun
könnte. „Möchtest
du noch etwas wissen? Über Dawn oder was anderes?“
fragte er Cassie und diese
schüttelte den Kopf.
Nach
einer erdrückenden
Pause sah Spike Cassie an. „Kann ich irgendetwas für
dich tun?“
Cassie
sah ihn an. „Ich möchte
auch dieses Gefühl spüren, wenn jemand sich um mich
sorgt, mich beschützt. Du
würdest alles für Buffy tun, oder? Du
würdest für sie durch die Hölle und
zurück gehen, wenn es sein müsste. Hast du sie in den
letzten paar Jahren
einmal belogen?“ wollte sie wissen
Spike
wurde nachdenklich.
Hatte er sie in den letzten Jahren belogen? Nicht, dass er
wüsste. Damals die
Eier des Suvolte Dämon hatte er wirklich für einen
Freund aufbewahrt, doch
niemand hatte ihm geglaubt, aber er hatte es auch nicht anders
erwartet. „Ich
könnte sie niemals belügen, denn ich bin mir sicher,
dass sie es sofort wissen
würde, doch ich hatte dich gefragt ob ich etwas für
dich tun kann und ich
meinte damit, wenn ich wieder auf der Erde bin.“ sagte er,
legte seinen Kopf
schräg und sah sie genauer an.
Etwas
verschämt sah sie zur
Seite. „Ich wollte ein berühmte Schriftstellerin
werden, weißt du. Ich weiß
ganz genau, dass meine Mutter meine Webseite immer noch betreibt und
alles, was
sie von mir findet, online stellt, doch mein größter
Wunsch wäre es, einen
eigenen Gedichtband zu haben, doch dazu wird es wohl nie
kommen.“ Den letzten
Zusatz sagte sie so leise, dass man sie kaum verstehen konnte.
Spike
überlegte einen
Moment und sagte dann: „Ich werde dir diesen Wunsch
erfüllen. Wir werden
zusammen einen Gedichtband herausbringen und wenn ich alles selbst
bezahlen
muss. Ich mache dich berühmt.“ Spike
lächelte Cassie an und sie erwiderte
es.
„Ich
sollte mich
vielleicht langsam auf die Socken machen. Ich kann Buffy doch nicht so
lange
leiden lassen“, sagte er und stand langsam auf, um in
Richtung des Raumes zu
gehen wo sich der Big Boss aufhielt.
„Spike?“
erklang noch
mal Cassies Stimme und er drehte sich zu ihr um. „Sag Buffy,
dass ich ihr
unendlich dankbar bin, dass sie mein Leben retten wollte.“
Obwohl
er sie noch nicht
lange kannte, hatte er sie sofort in sein Herz geschlossen.
„Mach ich…und
ich verspreche dir, dass ich diesen Gedichtband herausbringen
werde.“ Sie saß
immer noch auf dem Sofa und sah zu ihm auf. Spike lehnte sich hinunter
und küsste
sie auf die Stirn.
Sie sah
ihm nach, als er in
das Büro ging. „Ich wünsche dir viele
glückliche Jahre, Spike“, flüsterte
sie, als die Tür hinter ihm zufiel.
***
***
***
Gleißendes
Licht erhellte
den Mulholland Drive und eine komplett in schwarz gekleidete Person
schritt aus
einem Portal.
Buffy
kam sofort auf die
Straße gelaufen um Spike um den Hals zu fallen. Wie
versprochen hatte der Alte
ihr einen Traum geschickt und sie wusste das er zu ihr
zurückkommen würde
„Du…du
bist wieder
da!“ flüsterte sie in sein Ohr und hielt ihn ganz
fest. Als sie ihren Kopf
auf seine Brust legte hörte sie ein
gleichmäßiges Schlagen eines Herzens.
Verwundert sah sie in sein Gesicht. Tränen stiegen ihr in die
Augen. „Wie?“
war das einzige was sie ihn fragen konnte.
„Das
ist eine lange
Geschichte“, antwortete Spike, küsste sie sanft auf
die Lippen und zog sie
ins Haus zurück. „Die sollte ich dir bei einer
schönen Tasse Tee erzählen.“
Buffy
hörte ihm aufmerksam
zu als er ihr alles über die Shanshu Prophezeiung
erzählte und das sie schon
immer für ihn vorgesehen war und nicht für Angel. Als
er ihr sagte das er ihre
Mutter gesehen hatte füllten sich ihre Augen mit
Tränen nahm er sie in den Arm
und strich ihr langsam mit seinen Händen beruhigend
über ihren Rücken. „Sie
beobachtet dich und Dawn. Sie sagte mir, dass ich auf euch aufpassen
soll und
ich werde sie nicht enttäuschen.“
Er trank
voller Genuss
seinen Tee, als ihm wieder etwas einfiel. „Erinnerst du dich
noch an Cassie
Newton?“ wollte er von Buffy wissen. Diese sah ihn an und
nickte. „Was ist
mit ihr, hast du sie auch gesehen?“
„Ja,
das hab ich. Weißt
du, sie hat mir damals in der Bibliothek gesagt das du es mir sagen
würdest.
Ich hatte zu der Zeit gedacht, das sie völlig eine an der
Klapper hatte. Doch
als ich sie in dieser Himmeldimension getroffen habe wusste ich sofort
was sie
gemeint hat“, sagte Spike und sah Buffy zärtlich an.
Buffy
erwiderte seinen
Blick. „Sie hatte gemeint das ich dir sagen würde
das ich dich liebe?“
wollte sie wissen. Als er nickte legte sie ihm ihre Hände an
die Wangen und zog
sein Gesicht näher an ihrs. „Ich liebe
dich…William.“
„Ich
liebe dich auch.“
Erwiderte Spike und gab ihr einen langen leidenschaftlichen Kuss.
***
***
***
Einen
Tag nachdem er als
Mensch auf die Erde zurückgekehrt war machte er sich an die
Arbeit Cassies
Wunsch zu erfüllen.
In
Zusammenarbeit mit ihrer
Mutter, die es gar nicht verstehen konnte wie er auf solch eine Idee
gekommen
war, und Buffy, die sich sofort bereit erklärte ihm so gut es
ging zu helfen,
sammelte er zuerst alles zusammen was er an Gedichten und Geschichten
finden
konnte. Es war eine Menge Arbeit, aber er hatte Cassie es versprochen
und er
wusste das sie sich auf ihn verlassen würde.
Ein
Jahr, nachdem Spike auf
die Erde zurückgekommen war, kam ihr gemeinsamer Gedichtband
auf den Markt und
er wurde zu einem Kassenschlager.
In der
Himmelsdimension
standen drei Personen um einen Brunnen herum und schauten auf die Erde
hinab.
Cassie hatte Tränen in den Augen und flüsterte
„Danke William…du hast
meinen größten Wunsch erfüllt. Nun werde
ich deinen erfüllen.“ Mit diesen
Worten entfernte sie sich und ging in das Büro.
***
***
***
„Schwanger!!!“
rief
Spike und sah Buffy mit großen Augen an und
schüttelte den Kopf. „Du
bist…nein...“
„Doch“,
sagte Buffy und
legte ihre Arme um seinen Hals. „Ich bin in der neunten
Woche.“ fügte sie
noch hinzu und legte ihren Kopf zu Seite. „Freust du dich
denn gar nicht?“
Spike
war sprachlos. Er
schlang einen Arm um ihre Hüfte, während er eine Hand
auf ihren noch flachen
Bauch legte auf ihn herab sah. „Da drin ist mein
Baby?“ fragte er sie ungläubig.
Über
hundert Jahre hatte er
sich ein Kind gewünscht, doch Vampire können ja keine
Kinder zeugen…doch er
war nun seit über einem Jahr ein Mensch und mit Buffys
Schwangerschaft hat sich
einer seiner größten Träume
erfüllt.
Buffy
legte eine Hand unter
sein Kinn und hob es so an das er sie ansehen konnte. „Wir
werden Eltern.“
„Scheint
so“, erwiderte
Spike und lächelte.
„Buffy?“
„Hmm?“