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Die
Sonne brannte auf das Glasdach
des Gewächshauses und Buffy wünschte sich nichts
sehnlicher, als eine Runde im
Pool zu schwimmen.
Sie
stellte gerade eine neu
umgepflanzte Blume in eins der Regale, als Joyce um die Ecke kam.
„Sollen wir
eine Pause machen?“
Buffy
wischte sich den Schweiß von
der Stirn und lächelte ihre Mom an. „Das
wäre echt klasse…können wir Anne
fragen, ob sie uns einen von ihren leckeren Eistees machen
kann?“
Joyce
erwiderte das Lächeln und öffnete
die Tür des Gewächshauses. „Sicher
können wir das. Komm, wir setzten uns an
den Pool.“
Sie
gingen beide langsam den Kiesweg
hinauf, als Buffys Mutter sich räusperte. „Dein
Vater hat vorhin angerufen
und mir alles über Riley erzählt.“
Buffy
blieb stehen und Joyce drehte
sich zu ihr um. „Warum hast du uns nicht schon viel
früher davon erzählt? Du
weißt doch, dass wir immer für dich da sind,
oder?“
„Sicher
weiß ich das“, sagte
Buffy und ging den Weg weiter hinauf. „Ich habe gedacht, wenn
ich mit ihm
Schluss mache, würde er es vielleicht kapieren.“
Joyce
sah ihre Tochter erstaunt an.
„Was sollte er kapieren?“
„Na
ja, dass er einen Fehler
gemacht hat und so nicht mit mir umspringen kann. Doch er hat gar
nichts
gelernt. Er lauert mir auf und ich wette mit dir, dass er damit auch
nicht aufhören
wird, bis er mich wirklich allein erwischt. Bis jetzt hatte ich immer
Glück,
dass Will in der Nähe war.“ Buffy musste leicht
lächeln, als sie an Spike
dachte.
Sie
hatten die Terrasse erreicht und
beide ließen sich in die Gartenstühle sinken.
„Oh, der Sohn von Anne? Hank
hat mir gesagt, dass er so etwas wie dein Retter in der
glänzenden Rüstung
ist. Stimmt das?“
Buffy
starrte auf das in der
Nachmittagssonne glitzernde Wasser des Pools. „Oh
ja…wenn er nicht gewesen
wäre…hätte
Riley mich vergew…“, sie stoppte und drehte
langsam ihren Kopf, um ihre
Mutter anzusehen. „Mom? Wie lange hast du gewartet, bis du
das erste Mal mit
einen Jungen geschlafen hast?“
Joyce
überlegte. „Ähm, ich und
dein Vater waren noch nicht lange zusammen…zwei, drei Monate
vielleicht. Wieso
fragst du?“
„Ich
habe…ich mein…ich bin noch
Jungfrau.“ stammelte Buffy und wurde leicht rot.
„Ich will auf den richtigen
warten, verstehst du? Wusstest du, dass Dad der Richtige
war…merkt man es?“
„Du
brauchst dich deswegen doch
nicht zu schämen, Mäuschen. Ich finde es gut, dass du
warten willst.“ Ihre
Mutter legte ihr eine Hand auf ihren Arm. „Du wirst es
spüren, wenn er der
Richtige ist.“
„Wie
fühlt sich das an?“ fragte
Buffy als Joyce aufstand, um in die Küche zu gehen.
Ihre
Mutter lächelte. „Das kann
man nicht beschreiben. Ich kann dir nur versichern, dass du es sofort
fühlst,
wenn du dem Richtigen begegnest.“
Buffy
dachte in dem Moment sofort an
Spike und in ihrem Unterleib bildete sich ein Kribbeln, das sich sehr
schnell in
ihrem ganzen Körper ausbreitete.
Joyce
beobachtete noch einen kurzen
Moment ihre Tochter, wie diese verträumt vor sich hinstarrte
und fragte dann:
„Du nimmst doch noch die Pille, oder?“
Buffy
schrak aus ihrem Tagtraum auf
und sah ihre Mutter erstaunt an. „Natürlich, wieso
fragst du?“
„Nur
so zur Sicherheit…man weiß
ja nie, wann er deinen Weg kreuzt…vielleicht hat er das ja
schon“, erwiderte
ihre Mutter und verschwand in der Küche.
Sie
machten eine halbe Stunde Pause
und gingen dann wieder hinunter, um die restlichen Blumen
umzutopfen…den
ganzen Tag musste Buffy an Spike denken…wenn dieses
Kribbeln, das sie immer spürte,
wenn sie ihn sah oder auch nur an ihn dachte, ihr sagte, dass er der
Richtige wäre,
was sollte sie denn dann tun?
Joyce
stand hinter einem ihrer
Blumenregale und beobachtete ihre Tochter. Sie kannte diesen Blick in
Buffys
Augen…denn genauso sah sie selbst aus, wenn sie an Hank
dachte. Sie war in
ihren Mann noch genauso verliebt wie am ersten Tag und hatte vom ersten
Augenblick an gewusst, dass sie mit diesem Mann alt werden
würde…und sie
fragte sich, ob es sich wohl um Annes Sohn William handelte.
Buffy
schlief in der kommenden Nacht
sehr tief und träumte davon wie es wäre, wenn Spike
IHR Mann fürs Leben wäre.
***
*** *** *** ***
Spike
hatte es noch rechtzeitig
geschafft und stand pünktlich um 15.00 Uhr vor Willows
Haustür.
Sie
schnappte sich ihre Jacke, den
Autoschlüssel für den Wagen ihrer Mutter und ihre
Handtasche. Dann fuhr sie
zusammen mit Spike hinunter zum Hafen.
Oz
und seine Band hatten in einem der
Lagerhäuser ihren Proberaum. Willow parkte den Wagen in einer
Seitengasse und
stieg aus. William folgte ihr, als sie vor einer riesigen, eisernen
Tür stehen
blieb und laut klopfte.
Ein
kleiner junger Mann mit blauen
Haaren öffnete die Tür und lächelte Willow
an. „Hey Süße!“ sagte er und
nahm sie in den Arm. „Du musst Spike
sein…“, sagte er als er Willow wieder
losließ und William seine Hand entgegen streckte.
„Ich bin Oz. Schön dich
kennen zu lernen.“
Er
ging einen Schritt zur Seite und
ließ die beiden eintreten. Es war erstaunlich hell in dem
Lagerhaus, was wohl
an den riesigen Fenstern lag. Spike hatte in London in einem
Luftschutzbunker
einen Proberaum gehabt. Dort war es immer kalt und nass gewesen. Hier
entgegen
sah alles freundlich und trocken aus.
Sie
betraten den eigentlichen
Proberaum, der im Keller des Gebäudes lag. Willow
ließ sich sofort auf das gemütliche
rote Sofa fallen, während Oz William die anderen
Bandmitglieder vorstellte.
„Okay…“,
begann Oz. „Du
schreibst echt geile Texte und du hast wirklich ein sehr gutes
Gespür für eingängige
Melodien. Wie lange brauchst du für einen Song?“
Spike
setze sich neben Willow und sah
in die Runde. „Das kommt drauf an…manchmal
´ne Stunde…manchmal einen
Tag…je nachdem wie ich drauf bin“, erwiderte er.
Devon,
der Sänger von den Dingos,
nahm Williams Noten und Notizen in die Hand. „Wie lange hast
du für diesen
gebraucht?“ fragte er und hielt Spike das Blatt entgegen.
Dieser nahm es
entgegen und schaute darauf…es war ein Song, den er
eigentlich für Dru
geschrieben hatte. „Etwas über eine
Stunde!“
Devon
sah ihn mit großen Augen an.
„Mein Gott…du hast wirklich eine besondere
Gabe.“
„Danke!
Willow sagte mir, dass ihr
mir morgen vielleicht helfen könntet?“ lenkte Spike
schnell ab, er konnte
nicht besonders gut mit Komplimenten umgehen. Es machte ihn immer etwas
nervös.
Oz
sah ihn an. „Ja sicher, um
welchen Song handelt es sich denn?“
William
lehnte sich nach vorn und
durchwühlte die Notenblätter. „Wo ist es
denn…nee, das nicht…ah…da ist
es.“ Er zog ein Blatt aus dem Stapel und reichte es Oz
herüber.
„Oh…das
ist echt klasse…ein
richtiger Rock´n Roll Song. Also…sollen wir es
angehen?“ fragte Oz und war
schon richtig heiß darauf, diesen Song zu spielen.
Spike
grinste ihn an. „Sehr
gern…es gibt da nur ein kleines Problem.“
„Was
denn?“ erwiderte der kleine
Gittarist.
„Ich
bräuchte eine
E-Gitarre…meine Strat Sunburst musste ich in England
verkaufen“, sagte Spike
und wurde etwas traurig, denn die Gitarre hatte er von seinem besten
Kumpel zum
siebzehnten Geburtstag geschenkt bekommen.
Oz
schlug ihm auf die Schulter.
„Wenn es nur das ist…ich denke darin sehe ich kein
Problem.“ Er stand auf,
verschwand in einen Nebenraum und kam mit einer E-Gitarre wieder.
„Hier,
die kannst du solange
benutzen, bis du dir eine eigene kaufen kannst“, sagte Oz und
lehnte die
Gitarre neben Spike gegen das Sofa. Er hob sie hoch und betrachtete
sie. Es
handelte sich um eine komplett weiße Fender Stratocaster, die
neu so um die
zweitausend Dollar kostete.
„Das
kann ich nicht machen, die ist
doch viel zu teuer“, sagte Will und sah Oz ungläubig
an. Dieser sah ihn
grinsend an und sagte: „Wenn du diesen Contest gewinnst,
kannst du sie mir ja
vielleicht abkaufen…ich werde dir einen guten Preis
machen.“ Er drehte sich
um und klatschte in die Hände. „So, wollen wir jetzt
anfangen?“
Alle
waren damit einverstanden und
erhoben sich, nur Spike blieb wie angewurzelt sitzen. Der blauhaarige
Gitarrist
drehte sich zu ihm herum. „Was ist los? Hast du es dir anders
überlegt?“
William
schüttelte den Kopf. „Natürlich
nicht. Ich fragte mich nur gerade, warum du mir eine Gitarre
leihst…du kennst
mich doch gar nicht?“
„Jeder
der ein Freund von meiner
Kleinen ist, ist auch mein Freund“, erwiderte Oz und sah
Willow lächelnd an.
„Außerdem habe ich einen kleinen Hintergedanken,
mein Freund….Also, können
wir loslegen?“
„Let´s
Rock ´n Roll“ sagte
Spike, wobei man genau hören konnte, dass er
Engländer war. Er schnappte sich
die Gitarre und ging zu den anderen herüber, die schon auf ihn
und Oz warteten.
Es
wurden drei schweißtreibende
Stunden, bis auch das letzte kleine bisschen einstudiert war.
Zufrieden
schlief William an diesem
Abend ein und freute sich schon auf den nächsten Tag, denn er
hatte endlich
wieder die Chance, auf einer Bühne zu stehen und
höchstwahrscheinlich würde
er Buffy wieder sehen.
***
*** *** *** ***
Buffy
stand am Freitagnachmittag vor
ihrem Kleiderschrank und wusste nicht, was sie anziehen sollte. Auf
ihrem Bett türmten
sich die Klamotten und der Berg wuchs mit jeder Minute ins
Unermessliche.
Sie
entschied sich schließlich für
eine dunkelblaue Stretchjeans und eine schwarze Corsage. Sie
würde auch noch
ihren schwarzen Mantel mitnehmen, falls es kälter werden
würde.
Buffy
sah auf die Uhr und stellte mit
Schrecken fest, dass sie weniger als zwei Stunden hatte, um sich fertig
zu
machen, bevor Faith und Robin, Faiths Freund, sie abholen
würden. Sie rannte
schnell ins Bad um sich zu duschen und sich danach fertig zu machen.
Nachdem
sie sich geschminkt und ihren
Schmuck angelegt hatte, warf sie einen letzten Blick in den Spiegel,
bevor sie
die Treppe hinunter in die Küche ging, um noch etwas zu essen.
Anne
wollte gerade gehen, als Buffy
die Küche betrat. „Hey Buffy! Du siehst aber gut aus
heute Abend.“
„Danke“,
erwiderte Buffy.
„Wolltest du gerade nach Hause gehen?“
Anne
nickte und zog ihren Mantel über.
„Ja, ich würde ja sehr gern heute Abend im Bronze
vorbeischauen, wenn William
seinen Auftritt hat.“
Buffy
schaute sie erstaunt an.
„Echt? Wow…ich glaube meine Eltern würden
das nicht machen.“
„Ich
denke, wenn du auch soviel
Talent hättest wie er würden sie es tun“
erwiderte Anne und lächelte das
junge Mädchen an.
Buffy
schnappte sich das Sandwichbrot
und kramte im Kühlschrank nach Mayonnaise, Salat,
Kochschinken, Käse und
Tomaten. „Ist er so gut?“ fragte sie,
während sie nach den Sachen kramte.
„Na
ja…ich bin seine Mutter, was
soll ich dazu sagen“, lachte Anne.
Buffy
schloss die Kühlschranktür.
„Stimmt auch wieder!“
Anne
verabschiede sich und ließ das
junge Mädchen allein in der Küche zurück.
Faith
und Robin kamen einen halbe
Stunde später und die drei machten sich auf den Weg ins Bronze.
***
*** *** *** ***
Spike
und die Jungs von „Dingo Ate
my Baby“ waren schon ein, zwei Stunden eher da, bevor das
Bronze öffnete,
weil sie die Instrumente und Verstärker alle noch aufstellen
und einen
Soundcheck machen wollten.
Willow,
Tara, Xander und Anya waren
auch schon da und saßen bereits an ihrem Stammtisch. William
sprang von der Bühne
und kam zu ihnen herüber. „Hey, seit
ihr
schon lange hier?“ fragte er und setzte sich auf einen
Hocker.
„Nee…ein
paar Minuten. Larry hat
uns rein gelassen“, sagte Xander. „Hast du alles
soweit geschafft?“
William
nickte. „Dank Willow hier
wird der Auftritt perfekt werden“, sagte er und
drückte die Rothaarige an
sich.
„Stör
ich bei irgendetwas?“,
fragte Oz, der sich auch zu ihnen gesellt hatte. Spike drehte sich zu
ihm um und
sagte: „Nee, ich kann es kaum abwarten, bis es soweit
ist…wie spät ist
es?“
Oz
lachte laut auf. „Willst du mich
das jetzt alle fünf Minuten fragen? Es ist gleich
Sechs.“
Will
ließ seinen Kopf auf die
Tischplatte sinken. „Mein Gott, das sind noch über
drei Stunden, das überleb
ich nicht.“
Tara
strich ihm beruhigend über den
Rücken. „Oh Spike…so schnell stirbt
sich’s nicht. Wir könnten ja zuerst
etwas essen gehen…dann haben wir schon wieder etwas Zeit
totgeschlagen…der
Tisch hier ist sowieso immer für uns reserviert…was
hältst du davon?“
Er
hob nicht den Kopf, nickte aber
trotzdem. Tara und Willow holten seinen Mantel von der Bühne
und die Loser
verließen zusammen mit den Dingos das Bronze, um im
Doublemeat Palace was zu
essen.
***
*** *** *** ***
Für
Spike schien die Zeit stehen
geblieben zu sein. Obwohl es einige richtig gute Leute gab, die singen
konnten,
interessierte es ihn nicht besonders.
Doch
als Harmony Bette Midlers `Wind
Beneath My Wings´ zum Besten gab, konnte er auch nicht mehr.
Sie versuchte
verzweifelt, die Melodie auf die Reihe zu bekommen, doch lag immer
einen Ton
daneben.
Um
viertel nach Neun machte sich das
Lampenfieber doch etwas bemerkbar und Spike klopfte immer wieder mit
seinen
Fingern nervös auf der Tischplatte herum. „Sag mal
Will, kann es sein dass du
nervös bist?“, neckte ihn Willow. Er schaute sie an
und zuckte nur mit den
Schultern.
Er
hörte erst auf mit dem Trommeln,
als ihm jemand auf die Schulter tippte. Er drehte sich um und sah, dass
Buffy
hinter ihm stand.
„Hey!“,
sagte sie leise.
Spike
lächelte sie an. „Hey Buffy.“
„Ich
bin nur vorbeigekommen, um dir
Glück zu wünschen“, sagte sie und
lächelte zurück.
Spike
schaute zur Bühne herüber und
sah, das Oz ihm zuwinkte. „Danke, kann ich gut
gebrauchen.“ Mit diesen
Worten stand er auf, holte noch einmal tief Luft und ging auf die
Bühne zu. Er
drehte sich noch einmal kurz um. „Ich sehe dich
nachher“, sagte er zu Buffy.
Diese
nickte und machte sich wieder
auf den Weg auf den Balkon.
***
*** *** *** ***
Er
stand nervös hinter dem Mirko,
klopfte vorsichtig darauf und räusperte sich.
„Hey…ich
bin Spike…und ich möchte
euch drei Eigenkompositionen von mir präsentieren. Der erste
Song war für
meine Ex, die ich, obwohl sie mich so hintergangen hat, sehr geliebt
habe, als
ich in England gewohnt habe….der Song heißt
`Tears´“
Alle
waren mucksmäuschenstill, als
er seine Akustikgitarre nahm, sich auf den Hocker setzte und zu spielen
begann.
Hier
und da hörte man jemanden
husten und irgendjemand schrie „langweilig“ in die
Stille, doch das störte
Will überhaupt nicht, denn er schloss seine Augen und
konzentrierte sich auf
seine Stimme.
Tears,
from saying goodbye,
Tears,
I'm sorry but I have made up my mind,
I'm leaving to find a new life,
a new love.
all
I can give you
are tears...
A man never
cries,
he should hold them back,
hide them so no one could see
the real me...
(Mr.
Big – Tears)
Tosender
Applaus weckte ihn aus
seiner Trance. Er öffnete seine Augen und war von dem Anblick
begeistert.
Pfiffe erklangen und es wurde gejubelt und geklatscht.
Ein
Stein fiel ihm vom Herzen und die
Nervosität war wie weggeblasen.
„Danke!
Den nächsten Song habe ich
mit der Band „Dingo Ate My Baby“ zusammen
einstudiert…es ist ein rockiger
Song…also wenn ihr wollt könnt ihr ruhig
ausflippen“ sagte er grinsend und
begann zusammen mit dem Drummer.
Er
spielte ein richtig rockiges Riff
und bewegte sich im Takt. Dann stimmte Oz mit ein und dann wurde es zu
einem
richtigen Rockteppich.
Well
there's somethin' goin' down
Right here in the neighborhood
Somethin' goin' down
Don't know if you really should
Doncha lose your head
I'll make your heart feel good
Sein
Blick wanderte über das
Publikum, das sich im Takt bewegte oder mit dem Kopf wippte. Er schaute
nach
oben auf den Balkon und sein Blick traf den von Buffy. Er
lächelte leicht und
sie grinste zurück.
C'mon
little baby
Let's call it rock n' roll
C'mon little honey
Let's call it rock n' roll
Gonna get a good feelin'
Right down to your soul
Er
warf sich auf die Knie und zog
eine richtig geile Show ab, während er sein Solo spielte,
danach aufsprang und
zur zweiten Strophe überging.
Now your Papa's gettin'
down
Momma sayin' you're no good
Baby it's a shame
It's never really understood
How a dose of rock n' roll
Can make your heart feel good
(Great
White – Call It Rock´n Roll)
Während
er zum Schluss noch ein Solo
spielte, sah er immer wieder zum Balkon hoch und sah, dass Buffy zu
seiner Musik
tanzte. Sie sah einfach hinreißend aus in ihrer hautengen
Jeans und der Corsage,
die ihr ein wunderschönes Dekoltée zauberte.
Nachdem
der Applaus abgeebbt war,
stellte er sich hinters Mirko. „Wie mir gerade gesagt worden
ist, kann ich
keinen weitern Song mehr spielen, weil der Contest eine halbe Stunde
später
angefangen hat und allen Teilnehmer etwas Zeit weggenommen
wurde…also…Macht
es gut…und ich wette man sieht sich.“
Mit
diesen Worten sprang er von der Bühne
und wollte zu seinem Tisch herüber gehen. Buffy war in der
Zwischenzeit
hinunter gekommen und wartete auf ihn, als er an der Treppe vorbeiging.
„Du
warst Klasse“, sagte sie und biss sich auf die Unterlippe.
Spike
konnte nicht anders und
fixierte seinen Blick auf ihre Zähne, die sich in ihre Lippe
gruben.
„Danke“, sagte er abwesend und schüttelte
leicht den Kopf, um wieder klar
denken zu können. „Ich brauch dringend was zu
trinken…wartest du kurz?“
Buffy
nickte. „Sicher.“
„Bin
gleich wieder da…nicht
weglaufen, okay?“ sagte er und ging
rückwärts Richtung Bar.
Sie
lächelte ihn an und schüttelte
leicht den Kopf.
William
drehte sich um und stieß mit
jemandem zusammen. Er schaute auf und sah wer es war. „Wer
könnte es auch
sonst sein? Rayne! Hast du keine Augen im Kopf?“, giftete ihn
Parker an.
Spike
sah ihn nur grinsend an und
ging zur Bar herüber, doch als Parker ihm nachgehen wollte,
zog ihn Riley, der
neben ihm stand, zurück. „Nicht hier …wir
werden dieses gebleichte Wunder
schon in die Finger bekommen.“
Die
beiden gingen an Buffy vorbei auf
den Balkon. Er konnte es nicht lassen, sie kurz zu berühren,
wobei es ihr
eiskalt über den Rücken lief. Sie sah ihm nach, als
er die Treppe hinaufging.
Irgendwie
schien ihren Freunden, außer Faith und Robin, es
völlig egal zu sein, was er
mit ihr angestellt hatte, denn sie behandelten ihn noch genauso wie
vorher.
Sie
schlag schützend ihre Arme um
sich selbst, als Spike mit einem Glas Cola light und einer Flasche
Wasser
wiederkam.
„Was
ist?“ fragte er besorgt.
Buffy
schüttelte sich und nahm ihm
das Glas Cola ab. „Danke…es ist
nichts…Riley…ist nur hier
vorbeigekommen!“ sagte sie und nahm einen Schluck.
Spike
nickte. „Aber er hat nichts
gemacht, oder?“
Sie
versuchte so schnell wie möglich
das Thema zu wechseln. „Nein…sag
mal…hast du schon öfter auf einer Bühne
gestanden? Das sah alles so professionell aus.“
„Na
ja…so ein, zwei Mal habe ich
schon auf einer Bühne gestanden…doch noch nie vor
so vielen Leuten“,
erwiderte er und stellte sich vor sie. „Geht es dir wirklich
gut?…du
zitterst etwas!“
Buffy
sah ihn an und konnte nichts
darauf erwidern. Dieses Blau seiner Augen verschlug ihr die Sprache. Am
liebsten
hätte sie sich auf ihn gestürzt und ihn bis zur
Besinnungslosigkeit geküsst.
Sie seufzte und zwang sich, woanders hinzusehen. „Ich bekomme
immer so ein
beklemmenden Gefühl wenn ich Riley sehe“, sagte sie
leise und ballte eine
Hand zu einer Faust, um sie im nächsten Moment wieder zu
lösen. „Ich wünschte
er würde mich ein für alle Mal in Ruhe
lassen.“
Spike
folgte seinem Instinkt und ging
einen Schritt auf sie zu, um sie in den Arm zu nehmen. Er schlang seine
Arme um
sie und strich ihr beruhigend über den Rücken. Er
spürte, dass ihr Zittern stärker
würde, bis ihm auffiel, dass sie weinte…er lockerte
seine Umarmung und sah
sie an. „Shhh…Es ist doch okay…er kann
dir nichts tun…auf jeden Fall
nicht, wenn ich in der Nähe bin. Das lasse ich nicht
zu.“ William küsste
ihre Stirn und schob ihren Kopf an seine Brust. Sie beruhigte sich nach
ein paar
Minuten und er ließ sie los. „Willst du
darüber reden?“ fragte er und
schob ihr eine Haarsträhne hinters Ohr.
Buffy
legte ihm eine Hand an die
Wange und hob ihren Kopf. Eher er es sich versah, lagen ihre Lippen auf
seinen.
Er seufzte, als sie mit ihrer Zunge über seine Unterlippe
fuhr. Spike öffnete
leicht seine Lippen und schob seine Zunge in ihren Mund..
Keiner
von beiden konnte sagen, wie
lange sie so da standen und sich leidenschaftlich
küssten…für sie gab es nur
sie in dem Moment.
Buffy
brach den Kuss, als ihr die
Luft ausging. Mit leicht geröteten Wangen sah sie ihn an.
„Ich sollte wieder
zu meinen Freunden gehen!“ sagte sie und war im
nächsten Moment auch schon
verschwunden.
Spike
fühlte sich, als ob ihm jemand
vor den Kopf geschlagen hätte. Was war das denn gewesen? Sie
hatte ihn geküsst
und schämte sich dann dafür?
Er
schüttelte seinen Kopf, um wieder
klar zu werden und ging zu seinen Freunden.
***
*** *** *** ***
Buffy
kam die Treppe hinauf und sah,
dass Riley und Parker mit an ihrem Tisch saßen. Sie setzte
sich nicht hin,
sondern lehnte sich an das Geländer und starrte auf die
tanzenden Menge.
Sie
wusste nicht, warum sie Spike geküsst
hatte. Sie fand dass es richtig war und sie hatte auf ihren Instinkt
gehört
und… er hatte sie zurückgeküsst.
„Summers,
du bist so was von blöd!“
tadelte sie sich selbst. „Was wenn er jetzt denkt, dass du
voll eine an der
Klapper hast?“
Faith
stand schon eine ganze Zeit
hinter ihr und grinste. „Na, führst du
Selbstgespräche?“
Buffy
erschreckte sich und drehte
sich um. „Wie lange stehst du da schon?“ fragte sie
ihre beste Freundin und
sah schüchtern auf den Boden.
Faith
lächelte sie an. „Lang
genug….sag mal…was hast du denn gemacht, dass er
denken sollte, dass du
nicht richtig tickst und wer ist ER überhaupt?“
fragte sie, obwohl sie sich
schon denken konnte, um wen es sich handelte.
„Spike…ich
habe mich nach seinem
Auftritt unten an die Treppe gestellt um ihm zu sagen, dass ich ihn
klasse
fand…“, Buffy brach ab, drehte sich um und sah zu
Spike und seinen Freunden
hinunter und sprach dann weiter: „…Ich
weiß auch nicht, wie es genau dazu
kam, aber ich habe ihn geküsst!“
Faith
zog die Augenbrauen hoch und
stellte sich neben ihre Freundin. „Du…hast ihn
geküsst? Und deswegen soll
er dich für bekloppt halten?“
Buffy
seufzte und ließ die Schultern
hängen. „Nein…er hält mich
für bekloppt, weil ich nach dem Kuss einfach
gegangen bin, als ob nichts geschehen wäre.“
Faith
wollte gerade noch etwas
erwidern, als eine grauenvolle Rückkopplung sie unterbrach.
„Hey
Leute…wir haben nicht lange
diskutieren müssen, wer dieses Jahr den Contest gewinnen
sollte… weil wir
alle einer Meinung waren…Spike! Würdestet du bitte
auf die Bühne kommen!“
Tosender
Applaus folgte und ein
sichtlich überraschter junger Mann erklomm die Bühne.
Der Besitzer des Bronze
überreichte ihm einen schrecklich aussehenden Preis und einen
Scheck über
Zweitausendfünfhundert Dollar und verließ, nachdem
er Spike noch etwas zuflüstert
hatte, die Bühne.
William
stellte sich an das Mikro.
„Wow…ich
weiß echt nicht, was
ich sagen soll…ich hätte nicht damit gerechnet,
hier zu gewinnen. Eddie hat
mir gerade noch gesagt, dass ich noch einen Song spielen kann, wenn ich
möchte…na
ja, an mir soll es nicht liegen…aber wie sieht es bei euch
aus?“
Pfiffe
und lautes Gegröhle waren die
Antwort. Er schaute zum Balkon hinauf und sah, dass auch Buffy und
Faith
klatschten und schrieen.
Er
zog sich den Hocker näher an das
Mirofon, nahm seine Gitarre und fing an, eine Melodie zu spielen. Er
schloss die
Augen und begann zu singen…
I
know that she's waitin'
for me to say forever
I know that I sometimes
just don't know how to tell her
I want to hold and kiss her
give her my love, make her believe
Er
öffnete seine Augen und sah zu
Buffy hinauf.
you're
all I need beside me girl
you're all I need to turn my world
you're all I want inside my heart
you're all I need when we're apart
Buffy
musste schlucken, konnte es
wirklich sein, dass er sie meinte…er kannte sie doch gar
nicht! Er wusste doch
gar nichts über sie! Ein warmes Gefühl durchlief
ihren Körper, als er die
zweite Strophe sang und die Jungs von den Dingos ihn wieder
unterstützen.
Es
konnte nicht sein, dass er von ihr
sang, doch es fühlte sich klasse an. Seine Augen
verließ nicht eine Sekunde
lang ihre, als er noch einmal ein paar Zeilen sang, die ihr unter die
Haut
gingen.
say,
say that you'll be there
whenever I reach out to feel your hand in mine
stay, stay within my heart
whenever I'm alone, I know that you are there.
(White
Lion – You´re All I Need)
Der
Song endete und wieder einmal gab
es einen tosenden Applaus. Sein Blick haftete immer noch auf Buffy und
er gab
ihr zu verstehen, dass sie herunterkommen sollte.
Sie
lächelte nur und
nickte…nachdem Faith ihr gesagt hatte, dass sie ihn sich
schnappen sollte,
bevor es eine andere tat und rannte die Treppe hinunter.
Am
Fuß der Treppe wartete Spike
schon auf sie, riss sie an sich und küsste sie kurz und
leidenschaftlich. Er
brach den Kuss und sah ihr tief in die Augen. „Dieses Mal
haust du nicht ab,
verstanden!“
Buffy
schüttelte den Kopf. „Werde
ich nicht“, sagte sie. Er küsste sie noch einmal
federleicht auf die Lippen.
Und sie ginge Arm in Arm zu seinem Tisch herüber.
Was
keiner von beiden mitbekam war
ein stinksaurer Riley, der sie vom Balkon aus beobachtet hatte.
„Dafür wirst
du bezahlen, Rayne…darauf kannst du Gift nehmen.“
***
*** *** *** ***
Als
Buffy und Spike am Tisch waren,
setzte er sich auf seinen Hocker und zog Buffy auf seinen
Schoß.
Er
gab eine Runde aus und freute sich
wenn Leute vorbeikamen, ihm gratulierten und sagten, dass sie sich
freuen würden,
ihn öfter zu sehen.
Buffy
fühlte sich richtig wohl…zum
ersten Mal fühlte sie sich frei…frei von den
Zwängen, einfach nur hübsch
auszusehen und sich wie ein Modepüppchen
aufzuführen…hier konnte sie das
tun, was sie für richtig hielt…hier würde
sie niemand schräg ansehen, wenn
sie mal einfach nur eine Jeans und einen Pullover
anhatte…oder mal keine Lust
hatte, Make-Up zu tragen.
Sie
freundete sich mit dem Gedanken
an, den Rest des Jahres mit den Losern zu verbringen. Ihr war
völlig egal, was
ihre „Freundinnen“ davon hielten, die konnten von
ihr aus dort hingehen, wo
der Pfeffer wuchs.
Gegen
Mitternacht fragte Spike, ob er
sie nach Hause bringen dürfte. Natürlich hatte sie
nichts dagegen. Sie
verabschiedeten sich von den anderen und gingen Richtung Ausgang als
Buffy
einfiel, dass Faith und Robin sie eigentlich nach Hause bringen
wollten.
Spike
sah sie traurig an, doch sie küsste
ihn zärtlich. „Ich gehe eben rüber und sage
ihnen, dass du mich nach Hause
bringst…sie werden es verstehen.“
Sie
rannte schnell zu dem Pärchen,
das auf der Tanzfläche tanzte und war im Null Komma Nix wieder
bei ihm.
„Alles klar…wir können los.“
„Haben
sie den nichts gesagt?“
wollte er wissen.
Sie
schüttelte den Kopf. „Faith
versteht das“, sagte Buffy und lächelte ihn an.
Spike
erwiderte das Lächeln und sie
verließen zusammen eng umschlungen das Bronze.
Langsam
gingen sie durch die Nacht,
bis sie zum Redwood Boulevard kamen. Buffy blieb vor dem
großen Tor stehen und
drehte sich zu ihm um. „Es war ein schöner
Abend…ich gehe jetzt besser
rein, bevor meine Eltern eine Vermisstenanzeige aufgeben, denn ich
sollte
eigentlich schon um zwölf zu Hause sein.“
„Soll
ich…“ begann Spike, doch
Buffy stoppte ihn mit einem Kuss. Als sie diesen schwer atmend brach,
sah sie
ihm tief in die Augen. „Ich bin Daddy´s
Engel…ich werde keinen Ärger
bekommen“, sagte sie und ging durch das Tor.
William
sah ihr nach, als sie langsam
den Weg hinauf ging. „Träum was
schönes“, rief er ihr hinterher und sie
drehte sich um und warf ihm einen Handkuss entgegen. „Nach
diesem Abend
garantiert“, rief sie zurück und verschwand in der
Nacht.
Als
er sicher war, dass sie heil im
Haus angekommen war, machte er sich langsam auf den Weg. Er war noch
nicht weit
gekommen, als neben ihm ein Auto anhielt und drei Typen ausstiegen.
„Ach,
wen haben wir den da? Wenn
das nicht Captain Peroxyd ist!“ hörte Spike Riley
sagen, bevor er auch schon
einen Schlag in den Magen bekam.
Die
anderen beiden, Parker und Scott,
hielten Spike fest, während Riley immer wieder auf ihn
einschlug und ihn
anschrie.
„DU
BIST SCHULD, DASS BUFFY SCHLUSS
GEMACHT HAT!“
Ein
Schlag ins Gesicht folgte.
„DU
WOLLTEST SIE FÜR DICH HABEN
UND HAST MICH BEI IHR SCHLECHT GEMACHT!“
Wieder
ein Schlag in die Magengrube.
Spike merkte wie ihm schlecht wurde…Bilder aus der Zeit in
London spielten
sich vor seinem inneren Auge ab, das trieb seinen Zorn nur noch mehr
an. Er hob
den Kopf, spuckte Riley ins Gesicht und lachte hämisch.
„Das
hast du ganz allein
verbockt…!“
„HALT
DIE SCHNAUZE, LOSER!“
schrie Riley und trat ihm in die Leistengegend.
Spike
sackte zusammen und die beiden
Jungs, die ihn festhielten, sahen Riley ungläubig an.
„Du hast ihn
umgebracht, Riley!“ sagte Scott leise und ließ
William los. Auch Parker ließ
ihn los und sah zu, wie er zu Boden fiel.
Riley
hockte sich neben Spike.
„Quatsch, der ist nur ohnmächtig…los,
lasst uns abhauen.“ Riley stand auf
und trat noch einmal zu, bevor er seinen Freunden folgte und mit einem
Affenzahn
in der Nacht verschwand.
Alles
was zurückblieb war ein
blutender, regloser Körper, der auf dem Gehweg lag.
TBC…