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Kapitel 1

Es regnete, wie immer eigentlich in England, als William mit seiner Mutter Anne in das Taxi stieg. Nun war es soweit, sie würden nach Kalifornien fliegen und dort ein neues Leben beginnen.

Die Scheidung seiner Eltern war gerade erst einen Monat her, als seine Mutter ihn vor vollendete Tatsachen stellte. Sie würden nach Sunnydale, wo immer das auch liegen mochte, ziehen, dort hatte sie einen Job in einem Haushalt angenommen, den sein Onkel Rupert ihr besorgt hatte. Dieser wohnte schon seit fünfzehn Jahren in den USA und betrieb mit seiner Frau Jenny in dem Kaff eine Buchhandlung, die sehr gut zu laufen schien.

Anne hatte ihn gebeten, erst einmal bei ihnen wohnen zu dürfen, bis sie eine eigene Wohnung fanden.

Sie kamen am Flughafen an und William sah sich aus den riesigen Fenstern der Wartehalle  seine Heimatstadt London an. Wer weiß ob er jemals wieder hierher zukommen würde. Er wollte sich alles genau einprägen, denn er ließ soviel zurück und konnte nichts daran ändern. Eigentlich hatte ihm diese Stadt nur Schmerzen zugefügt.

„Es wird alles gut werden, Will!“ sagte Anne und legte einen Arm um ihren Sohn.

„Ich weiß, Mum! Ich weiß…“ erwiderte er und sah hinaus auf das Rollfeld, wo sich ihre Maschine befand.

Er flüsterte noch etwas, was seine Mutter nicht mehr hörte. „Schlimmer kann es in Sunnyhell auch nicht werden.“

Den ganzen langen Flug saß er in seinem Sitz und schrieb etwas in ein kleines schwarzes Buch. Selbst Anne durfte niemals in dieses Buch schauen. Manchmal dachte sie, es wäre so etwas wie ein Tagebuch, da es mit einem kleinen Schloss versehen war. Sie hatte ihn aber auch niemals gefragt, was er schreiben würde, wenn er ihr es erzählen wollte, würde er es tun, da war sie sich sicher.

Sie saß da und las ein Buch, als sie plötzlich seine Hand auf ihrem Arm spürte. „Mum?“ fragte er. „Weiß…Dad…wo wir hinfliegen? Nicht dass er uns verfolgt.“

Anne sah ihrem Sohn in die Augen. „Nein, Schatz, er weiß nicht, dass wir England verlassen haben. Ich habe ihm gesagt, dass ich nichts von seinem stinkigen Geld haben möchte. Ich komme schon klar, wenn du bei mir bist.“ sagte sie und strich mit ihrer Hand über seine Wange.

„Das ist gut, denn wenn er dir noch einmal zu nahe kommen sollte, dann wird er es bitterlich bereuen!“ sagte er mit einem entschlossenen Ton in seiner Stimme und wandte sich wieder seinem Buch zu.

„Glaub mir, das wird er nicht.“ Anne sah noch mal ihren Sohn an und las dann weiter.

Den Rest des Fluges saßen sie still nebeneinander.

*** *** *** *** ***

 „Wann sollte die Maschine landen, Rupert?“ fragte Jenny ungeduldig. Sie hatte ihre Schwägerin seit ihrem letzten Besuch vor drei Jahren nicht mehr gesehen.

Rupert Giles starrte auf seine Uhr und kratzte sich am Kopf. „Eigentlich sollten sie jeden Moment da sein, Schatz.“

Er hatte es noch nicht ganz ausgesprochen, als die Landung der British Airways Maschine aus London bekannt gegeben wurde.

Jenny sprang sofort auf und ging von dem kleinen Café in die Ankunftshalle. Rupert bezahlte erst einmal den Kaffee, den sie getrunken hatten, folgte langsam seiner geliebten Frau, die es anscheinend kaum abwarten konnte und wie ein aufgescheuchtes Huhn immer hin und her lief.

„Jenny beruhig dich, sie werden schon kommen.“ Rupert legte ihr eine Hand auf die Schulter und drehte sie so, dass sie ihn ansehen konnte. „Alles wird gut gehen.“

Sie sah ihm tief in die Augen. „Und was ist, wenn Ethan dahinter gekommen ist? Was ist, wenn er sie wieder krankenhausreif geschlagen hat und sie uns nicht benachrichtigen konnte? Was ist, wenn William wieder abgehauen ist und von allem nichts weiß...?“

„Jenny hör auf. Ich hab vorgestern noch mit ihr gesprochen und sie sagte mir, dass alles in Ordnung wäre. Ethan ist auf einer Geschäftsreise in Asien, also kannst du dich beruhigen und dich auf eine weitere Frau in unseren großen Haus freuen, während ich mich mit William anfreunde.“ unterbrach er sie und nahm sie in den Arm.

„Da kommen sie, wohlbehütet und gesund“, flüsterte er in Jennys Ohr. Diese drehte sich um und lief ihrer Schwägerin entgegen.

Nachdem alle sich begrüßt hatten, machten sie sich auf den Weg zu Ruperts und Jennys Haus, das jetzt auch das neue Zuhause von William und Anne sein würde.)

*** *** *** *** ***

Nachdem sie das Gepäck geholt und es in dem BMW verstaut hatten, fuhren sie in Richtung Innenstadt. Jenny wollte unbedingt, das sie die Buchhandlung sahen, also machten sie einen kleinen Abstecher dorthin.

Nach einer kleinen Führung durch den Laden fuhren sie dann zu dem kleinen Haus von Rupert und Jenny.

„Wenn du möchtest, kann ich dich morgen schon mal mit zur Highschool nehmen, William. Dort muss sowieso noch einige Bücher katalogisieren“ sagte Rupert, der nebenberuflich noch der Bibliothekar an der Schule war. „Aber ich will dich zu nichts zwingen, ist ganz allein deine Entscheidung.“

„Ich denke, das wäre eine gute Idee, du nicht auch Will?“ sagte Anne und sah ihren Sohn an, der wieder einmal aus dem Fenster starrte.

Ohne seinen Blick zu verändern murmelte er. „Ist mir relativ egal. Ab wann muss ich denn dort hin?“

Im Moment waren noch Sommerferien, doch die dauerten nur noch zwei Wochen und dann musste er sich darauf einstellen, zur Schule zu gehen.

Er war zwar schon achtzehn, doch da er im letzten Jahr kaum zur Schule gegangen war, hatte es Anne für besser gehalten, wenn er das letzte Jahr noch einmal wiederholte. Ihm war es eigentlich scheißegal.

„Zwei Wochen sind noch Ferien, doch ich dachte, ich könnte dir schon mal alles zeigen, dann findest du dich demnächst besser zurecht.“ antwortete ihm Rupert.

„Okay, dann werd ich morgen mitkommen“, sagte er und fügte in seinem Kopf noch hinzu: *Hab ja doch nichts besseres vor.*

Als das Auto die Auffahrt hinauffuhr, sah William, dass ein blondes Mädchen vor der Haustür bitterlich weinte.

Jenny stellte den Motor aus, stieg so schnell wie möglich aus dem Auto aus und rannte zu dem Mädchen hinüber.

„Wer ist das?“ fragte Anne.

Rupert drehte sich zu ihr um und seufzte. „Das ist Tara McClay. Die Tochter unseres Nachbarn. So wie es aussieht, hat ihr Vater mal wieder etwas ausgefressen und sie weiß nicht, wohin sie gehen soll.“

„Wird sie geschlagen?“ fragte eine leise Stimme vom Rücksitz.

„Soweit wie ich weiß, nicht, doch ihre Mutter ist schwer krank und ihr Vater tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste. Er würde niemals die Hand gegen seine Tochter erheben, das kann ich mir bei Tom nicht vorstellen.“ erklärte Giles.

Bei diesem Satz kam in William alles wieder hoch.

„Das haben auch viele von Dad gedacht! Und was hat dieses Arschloch mir und Mum angetan?“ giftete Will zurück und begann vor Wut zu zittern

Anne legte eine Hand auf seinen Arm und wollte etwas sagen, doch dieser riss die Tür auf und stieg aus, knallte die Autotür zu und rannte zu den Palmen, die vor dem Haus standen um eine Zigarette zu rauchen.

Währenddessen versuchte Jenny, Tara zu beruhigen um zu erfahren, was passiert war.

Als Tara ihr erzählt hatte dass ihre Mutter in der letzten Nacht ins Krankenhaus eingeliefert worden war und es sehr schlecht um sie stehen würde, fing das Mädchen wieder an zu weinen.

Jenny nahm sie in den Arm und ging mit ihr ins Haus.

Giles und Anne waren mittlerweile auch ausgestiegen und trugen die Koffer ins Haus. „Will, es wäre nett, wenn du uns ein wenig helfen könntest.“ hörte er seine Mutter rufen.

William warf die Zigarette auf den Boden, trat sie aus und ging mir dem Händen in den Hosentaschen zum Auto. Er holte seine beiden Sporttaschen heraus und folgte seinem Onkel und seiner Mutter ins Haus.

*** *** *** *** ***

Jenny saß mit Tara in der Küche. Das Mädchen hatte sich offensichtlich wieder etwas gefangen, als William die Küche betrat um sich etwas zu trinken zu holen.

Tara sah ihn kurz an, doch als sich ihre Blicke trafen, sah sie verschämt weg.

„Ich beiß dich nicht“, sagte er und streckte ihr seine Hand entgegen. „ Ich heiße übrigens Spike.“

Jenny und Tara sahen ihn, an als ob er von einem anderen Planeten kommen würde. „Spike?“ sagten beide gleichzeitig.

„Ja, das ist mein Spitzname, doch sag ihn nie in Gegenwart meiner Mutter, sie hasst es, wenn mich jemand so nennt. Ansonsten kannst du mich auch Will nennen.“

Tara sah ihn schüchtern an. „Von wem hast du den Namen bekommen?“

„Meine Freunde in London haben mich immer so genannt, weil ich meine Haare vor ein oder zwei Jahren immer in Spitzen nach oben gegelt habe.“

„Hattest du viele Freunde? Wirst du sie vermissen?“ fragte Tara weiter.

Jenny verließ derweilen die Küche mit einem Lächeln im Gesicht.

„Ein paar wirklich gute und mit vielen hab ich mich einfach nur gut verstanden. Wir waren ne Clique von ungefähr 15 Mann, da kann man nicht jeden genau kennen.“ lachte er. Auf die Frage, ob er sie vermissen würde, antwortete er nicht.

Tara sah ihn an. „Meine Clique ist nicht so groß. Sie besteht nur aus drei Mädchen und einem Jungen. Wenn du willst, kann ich sie dir ja mal vorstellen?“

„Okay. Das wäre echt cool. Wann?“ fragte Spike und legte seinen Kopf schräg.

„Wir treffen und jeden Freitag im Bronze. Das ist der einzigste Club hier in Sunnydale. Also wie sieht es aus? Hast du morgen Abend Zeit?“

Spike lächelte sie an, ging zum Kühlschrank und holte sich eine Flasche Wasser heraus. „Ich werde da sein.“ Mit diesen Worten verließ er die Küche, um nach wenigen Augenblicken wieder zu kommen. „Wo ist denn dieses Bronze?“

Tara lachte, stand auf und ging langsam in Richtung Haustür. „Ich hole dich morgen um 18.00 Uhr ab, okay?“

„Okay! Und das mit deiner Mum tut mir leid.“ sagte er und legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Ich hoffe, dass es ihr bald etwas besser geht.“

„Das wünsche ich mir auch. Wenn mein Vater bloß nicht immer solch eine Scheiße bauen würde. Er sitzt schon wieder in Untersuchungshaft. Sie haben ihn beim Autoklauen erwischt. Wie gut dass mein großer Bruder Brian im Moment da ist. Ist auch egal,“ sie öffnete die Tür. „Sagst du Giles und Jenny noch Tschüß von mir? Und wir sehen uns dann morgen um 18.00Uhr.“

Und die Tür fiel hinter ihr ins Schloss.

Spike holte tief Luft, drehte sich um und lief direkt in Jenny hinein.

„Das war sehr nett von dir, SPIKE. Sie kann ein bisschen Ablenkung gebrauchen.“ sagte sie und das Grinsen wurde immer breiter.

Ohne ein weiteres Wort ging er die Treppe hinauf in sein neues Zimmer. Vielleicht würde es doch nicht so langweilig in Sunnyhell werden.

Kapitel 2

Buffy rannte die Treppe hinunter und hüpfte gutgelaunt in die Küche. „Morgen Mum“, sagte sie und klaute eine Weintraube von dem Teller ihrer Mutter. „Ist es okay für dich, wenn ich gleich zu Cordy rübergehe? Wir treffen uns mit den anderen Cheerleadern auf dem Sportplatz und wollen trainieren.“ fügte sie hinzu, nachdem sie sich zwischendurch erneut eine Traube stibitzt hatte.

„Du wolltest mir doch noch im Garten helfen? Und wieso trainiert ihr in den Ferien?“ wollte Buffys Mutter Joyce wissen.

„Das erste Spiel der Razorbacks ist in drei Wochen und dafür wollen wir fit sein, Mum. Kann Dawnie dir nicht im Garten etwas zur Hand gehen?“ erwiderte Buffy.

Joyce seufzte und sah ihre siebzehn jährige Tochter an. „Okay, dann zisch ab. Aber zum Mittagessen bist du wieder da, haben wir uns verstanden! Nicht dass du stundenlang nach dem Training im Einkaufszentrum herumlungerst.“

„Oki Doki, bin dann um ein Uhr wieder hier.“ Buffy schnappte sich das Sandwich, das ihre Mutter ihr gemacht hatte und rannte zum Hinterausgang hinaus.

Joyce sah ihr nach und seufzte noch einmal, bevor sie sich daran machte, ihre Jüngste aus dem Bett zu schmeißen.

*** *** *** *** ***

Zwei blonde Mädchen und eine brünette liefen den Gehweg in Richtung Highschool entlang.

„Habt ihr das auch gehört?“ fragte Harmony ganz aufgeregt.

Buffy schaute Cordy an und diese fragte dann etwas gelangweilt „Was denn, Harm?“ und verdrehte dabei die Augen.

„Wir sollen einen neuen Schüler kriegen. Soweit wie ich es verstanden habe, soll er aus England kommen und mit dem Bibliothekar verwandt sein. Habt ihr davon denn nichts mitbekommen?“ lüftete Harmony das Geheimnis.

Buffy sah Harmony an. „Nein, davon haben wir noch nichts gehört. Wir sind ja nicht alle so geil auf neue Jungs wie du. Sag mal, weißt du eigentlich noch, für wie viele du schon die Beine breit gemacht hast?“

Harmony legte ihren Kopf schräg und fing an, die Jungs an ihren Fingern abzuzählen und murmelte die Anzahl vor sich hin.

*Jetzt haben wir wenigsten ein paar Minuten Ruhe* dachte sich Buffy und machte mit Cordy einen High Five.

Buffy lehnte sich im Gehen etwas zu Cordy herüber: „Wenn er nur halb so gut aussieht wie Mr. Giles, dann müssen wie Harmony hier wohl festketten! Der wird ansonsten seines Lebens nicht mehr froh.“

„Da hast du verdammt Recht“, sagte Cordelia und bog mit ihren beiden Freundinnen um die Ecke, als sie plötzlich mit jemand zusammen stieß. „Ey, passt doch auf…Angel? Was machst du denn hier, ich dachte, du wärst noch mit deinen Eltern in Italien?“

Angel sah ihr tief in die Augen. „ Auch schön dich zu sehen, Cordy. Mein Vater musste dringend geschäftlich wieder zurückfliegen und da er Mum nicht vertraut, mussten wir mit, aber sag mal, bekomm ich denn keinen Kuss?“ Er lehnte sich herunter und küsste sie so leidenschaftlich, dass Cordelias Knie weich wurde. „Ich hab dich vermisst, Schätzchen“, fügte er nach dem Kuss flüsternd hinzu.

„Ich dich auch.“ sagte sie mit zittriger Stimme. „Wir sind gerade auf dem Weg zum Training, willst du mitkommen?“

Angel sah Buffy und die immer noch vor sich hinmurmelnde Harmony an, bevor sein Blick sich wieder in Cordelias braunen Augen verlor. „Ich dachte eigentlich, dass ich mit dir irgendwo hingehen könnte, wo wir beiden ganz ungestört sind“ sagte er und wackelte andeutungsvoll mit den Augenbrauen.

Buffy merkte, dass Cordelia im Moment auch nichts anderes wollte. „Weiß du was, Cordy, ich denke, für ne Stunde könnten wir das ganze doch verschieben. Wir warten dann am Sportplatz auf dich, okay?“ sagte sie, nahm Harmony am Arm und zog sie mit sich.

Angel und Cordy warteten nicht lange und verschwanden kichernd in das nächst beste Versteck.

*** *** *** *** ***

„Will!“

„WILL!“

„WILLIAM!“

„WILLAM MICHAEL RAYNE!“

Anne rief ihren Sohn nun schon seit geschlagenen zehn Minuten, doch der wurde einfach nicht wach. Sie stand neben seinem Bett und schüttelte ihn. Langsam begann er sich zu regen und zog sich das Kissen über den Kopf. „Mum, ich will noch nicht aufstehen. Ich hab doch noch gar nicht so lange geschlafen.“

„Mein Freund, es ist mittlerweile 10.30 Uhr und du bist um 22.00 Uhr ins Bett gegangen. Ich denke, du hast vorerst genug geschlafen und außerdem wollte Rupert dich heute mit zur Schule nehmen. Du wirst also jetzt aufstehen, dich duschen und dann kommst du in die Küche, ich hab dir Frühstück gemacht.“ Mit diesen Worten drehte sie sich um und verließ das Zimmer.

Spike wusste ganz genau, dass er seine Mutter nicht verärgern sollte, also drehte er sich auf den Rücken, regte sich und setzte sich auf die Bettkante. Sich an der Brust kratzend stand er auf und ging zu seinem Koffer hinüber, suchte sich die Klamotten heraus, die er anziehen wollte und schlurfte ins Bad.

Zwanzig Minuten später stand er frisch geduscht in der Küche und aß mit Widerwillen das Sandwich, was seine Mutter ihm gemacht hatte, denn eigentlich zog er es vor, morgens nichts zu essen.

Sie hörten wie Rupert die Treppe herunterkam und es dauerte auch nicht lange, bis er in die Küche trat. „Guten Morgen“, sagte er gutgelaunt. „Ich hoffe, ihr habt gut geschlafen!“ Er ging zu seiner Schwester hinüber und küsste ihren Scheitel.

„Ja, danke.“ sagte sie und schüttete sich noch einen Kaffee ein.

Spike sagte gar nichts und sah nur auf den Boden. „Will, bist du bereit, dir die Schule anzusehen?“ hörte er seinen Onkel fragen. Er sah zu ihm hinauf und zuckte mit den Schultern. „Wenn es unbedingt sein muss, ich hab ja heut doch nichts anderes vor.“

„Oh, hier haben wir wohl einen Morgenmuffel, wie? Das macht nichts, Jenny ist morgens auch immer so, das bin ich gewöhnt. Also, wollen wir dann los?“ sagte Giles und grinste seine Schwester an, die ihn mit großen Augen musterte.

Widerwillig stand Spike auf, gab seiner Mutter einen Kuss und folgte Rupert Giles zu seinem alten, klapprigen grauen Citroen.

Dass der Wagen nicht schon beim Starten auseinander fiel, war ein Wunder. Will räusperte sich und sah seinen Onkel an. „Und du bist dir sicher, dass wir mit diesem Gerät heil ankommen, wo ist denn der BMW?“

„Der BMW ist Jennys Auto und die ist schon seit zwei Stunden in der `Magic Book Box´, unserer kleinen Buchhandlung. Dieses Schätzchen hier ist mein Auto und es hat mich bis jetzt immer an mein Ziel gebracht“ informierte er seinen Neffen etwas beleidigt, startete das Auto und fuhr ohne ein weiteres Wort los.

Die ganze Fahrt über sagte Spike kein Wort und starrte wie immer aus dem Fester. Er dachte an England und an seine Freunde. Tara hatte ihn am Tag zuvor gefragt, ob er sie vermissen würde und verdammt noch mal, er vermisste sie so sehr, dass es wehtat.

Als der Wagen anhielt, schaute Rupert zu ihm herüber. „Will? Geht es dir gut?“ fragte er besorgt, er wusste wie es war, seine Freunde und Familie zurückzulassen. Er hatte es selber mitgemacht, als er vor 15 Jahren nach Amerika gegangen war, um die ägyptische Mythologie an der UCLA zu studieren, dort hatte er auch Jenny kennen und lieben gelernt.

„Mir geht’s gut. Ich werde nur etwas Zeit brauchen, mich hier einzuleben“,  antwortete William etwas traurig. „Doch davon werd ich nicht sterben, Rupert.“

„Würdest du mir einen Gefallen tun?“ fragte sein Onkel und sah ihn hoffnungsvoll an.

Spike drehte den Kopf. „Kommt ganz darauf an, was du willst.“

Rupert räusperte sich. „Meine Freunde und selbst meine Frau nennen mich Giles. Würde es dir was ausmachen, mich nicht mehr RUPERT zu nennen, das ist ein furchtbarer Name.“

Spike lachte laut auf. „Nur unter der Bedingung, dass du mich nicht mehr WILLIAM nennst. Will oder Spike wären mir auch lieber.“

„Spike?“ fragte Giles und sah seinen Neffen verwundert an. „Was sagt denn deine Mutter zu DEM Spitznamen?“

„Frag nicht und sag ihn nicht, wenn sie dabei ist, sie hasst es, wenn mich jemand so nennt.“ Nach einer kurzen Pause fragte Spike „Sollen wir uns den Höllenschlund ansehen?“

„Höllenschlund?.... Ach du meinst die Schule, sicher, lass uns gehen.“ sagte Giles und stieg aus. Spike holte währenddessen tief Luft und seufzte, bevor er seinem Onkel folgte.

Giles zeigte ihm alle Räume und erklärte ihm alles, bis ein etwas kleinwüchsiger Mann auf sie zukam. Spike fand, dass er irgendetwas von einem Troll oder Gnom hatte, und als dieser den Mund aufmachte, wusste er schon, dass er ihn absolut nicht leiden konnte.

„Mr. Giles, wie schön, dass sie sich auch mal sehen lassen. Wollten sie nicht schon vor Wochen die Bibliothek auf Vordermann bringen? Und wer ist das? Ist das ihr verruchter Neffe?“ giftete der Mann ohne Manieren los.

Spike merkte, dass Giles mit einem Mal nervös wurde. „Ja, das ist mein Neffe, Mr. Snyder. Und ich habe noch genügend Zeit, die Bibliothek aufzuräumen, sind ja immerhin noch zwei Wochen.“

Snyder drehte sich von Giles weg und musterte Spike von oben bis unten und sagte dann: „Wir haben hier zwar keine Schuluniform, aber falls sie sich wagen sollten, solch eine Hose während des Unterrichts anzuziehen, dann gnade ihnen Gott.“ sagte dieser schnippisch und sprach damit auf Spikes löchrige, fast weiße Jeanshose an.

Spike sah ihn fragend an und schaute zu Giles herüber. „William, das ist Mr. Snyder, der Direktor dieser Schule. Mr. Snyder, dies ist…“

„William Michael Rayne. Der größte Schulschwänzer, den England je gesehen hat. Ihre Akte liest sich wie ein Horrorroman. So etwas brauchen sie hier nicht abzuziehen, sonst fliegen sie schneller von der Schule, als ihnen lieb ist, haben wir uns da verstanden?“ fiel Snyder ihm ins Wort und baute sich vor Spike auf.

Dieser musste sich das Lachen verkneifen. Was dachte sich dieser Sitzriese eigentlich, dass er vor Angst schlottern würde? Er stellte sich kerzengerade hin, salutierte wie ein Soldat. „Sir, Ja, Sir.“

„Sie finden sich wohl sehr witzig“, bemerkte Snyder. „Ich werde sie im Auge behalten.“ Mit diesen Worten drehte er sich um und ging den Gang hinunter zu seinem Büro.

„Was hat der denn für ein Problem?“ Spike sah seinem zukünftigen Schuldirektor nach. „Ist der immer so drauf?“

Giles seufzte. „Ich habe ihn noch nie anders erlebt…So, nun zeige ich dir noch den Sportplatz und dann muss ich mich an die Arbeit machen.“

Spikes Laune änderte sich schlagartig, als er darüber nachdachte, was dieser Troll über ihn gesagt hatte. „Das stimmt, ich war letztes Jahr fast gar nicht in der Schule! Ich wollte nicht, dass die Lehrer bemerkten, was Zu Hause los war…und das letzte Jahr war…ich bin oft wochenlang nicht nach Hause gekommen…Hab Mum allein gelassen…mit…mit diesem…“

„Will, du brauchst dich vor mir nicht zu rechtfertigen, ich kenne deinen Vater schon länger als deine Mutter. Er war mal mein bester Freund…Aber lass uns nicht mehr von ihm sprechen. Ich will dass du versuchst, alles hinter dir zu lassen und hier in Sunnydale ein neues Leben anfängst. Wer weiß, vielleicht findest du hier auch die Liebe deines Lebens.“ sagte Giles, legte Spike einen Arm um die Schultern und schob ihn in Richtung Sportplatz.

*** *** *** *** ***

Buffy zog Harmony immer noch hinter sich her, als sie auf dem Platz ankamen. Die anderen Mädchen waren schon da.

„Was ist mit der denn los?“, fragte Faith. „Zählt die ihre abgestorbenen Gehirnzellen oder was?“

„Hey!“ sagte Harmony sauer. „Mann, jetzt kann ich wieder von vorn anfangen. Eins, Zwei, Drei…“

Faith sah Buffy fragend an und diese grinste nur zurück, dann lehnte sie sich zu der dunkelhaarigen, gut gebauten Sexbombe herüber. „Ich hab sie nur gefragt, ob sie noch wüsste, für wie viel Männer sie schon die Beine breit gemacht hat. Damit ist erst einmal beschäftigt und nervt uns nicht mit ihren gehirnlosen Kommentaren.“

Amy kam zu ihnen herüber. „Wo ist den Cordy? Lass mich raten, Angel ist wieder da?“

„Japp!“ sagte Buffy. „Ich hab ihr eine Stunde gegeben. Wir können uns in der Zeit ja warm machen. Ich glaub, ihr wird im Moment warm genug sein!“ fügte Buffy zwinkernd hinzu.

Faith, die die stellvertretende Head-Cheerleaderin war, ließ alle Mädchen um sich versammeln und erklärte ihnen, worum es ging und was sie trainieren wollten.

Sie stellten sich in eine Reihe auf und machten erst einmal ein paar Dehnübungen, als Buffy plötzlich aus den Augenwinkeln zwei Personen sah. Sie drehte ihren Kopf und ihr Herz blieb beinahe stehen. Dort stand er, der Märchenprinz, auf den sie ihr ganzes Leben gewartet hatte, das meinte sie zumindest. Riley Finn und sein „Cousin“ Parker Abrams standen am Rand des Footballfeldes und sahen den Mädels beim Aufwärmen zu.

Riley kam langsam auf sie zu, schlang seine Arme um ihre Hüften und hob sie zu einem innigen Kuss hoch. „Hey Buffy. Hast du mich vermisst?“ fragte er, nachdem der Drang zum Atmen immer größer wurde.

„Sicher hab ich das, du warst schließlich sechs Wochen irgendwo in Iowa.“ erwiderte Buffy atemlos. „Wir können nachher noch reden, jetzt muss ich mich erst einmal warm machen.“ Sie gab ihm noch einen kleinen Kuss und stieß ihn von sich.

Riley ging zurück zu Parker und sie setzten sich auf eine Bank. „Halt bloß deine Klappe, Alter. Buffy darf nie erfahren, dass ich in Iowa Sam kennen gelernt hab. Ich brauch schließlich hier auch was zum flachlegen.“ sagte Riley zu seinem Cousin und stieß ihm dabei in die Rippen.

Parker sah ihn mit großen Augen an. „Ich dachte, die Summers hat dich noch nicht rangelassen?“

„Was noch nicht ist, kann ja noch werden. Ich denke, ich hab sie bald soweit, dass sie für mich die Beine spreizt.“ informierte er Parker. „Und dann werd ich es ihr so richtig besorgen.“

„Ich wette mit dir, dass du das in den nächsten drei Monaten nicht schaffst!“ forderte Parker ihn heraus. „Die ist ziemlich prüde.“

„Um was wetten wir?“ wollte Riley wissen.

Parker überlegte einen Moment. „Ein Fass Bier für die nächste Strandparty!“

„Abgemacht.“ Riley nahm an und besiegelte die Wette mit einem Handschlag.

*** *** *** *** ***

Giles und Spike gingen nur kurz über das Footballfeld und sahen, dass die Cherleader trainierten. Da sie diese nicht stören wollten, gingen sie schnell in die Bibliothek und begannen, diese aufzuräumen. Spike konnte einen kurzen Blick auf das schönste Mädchen, das er je gesehen hatte, werfen und war sich sicher, dass er sie unbedingt näher kennen lernen wollte.

Um 15.00 Uhr fuhren er und Giles zur Magic Book Box und holten Jenny zum Mittagessen ab, was Anne gekocht hatte.

Nach dem  Essen blieb Spike noch etwas Zeit, bis Tara ihn abholen würde. Er legte sich auf sein Bett, nahm das kleine schwarze Buch aus seiner Reisetasche und begann zu schreiben.

 

“I hear the ticking of the clock
I'm lying here the room's pitch dark
I wonder where you are tonight
No answer on the telephone
And the night goes by so very slow
Oh I hope that it won't end though
Alone”

 

Immer wieder dachte er an dieses blonde Mädchen, welches er heute Mittag auf dem Sportplatz gesehen hatte.

Wer war sie?

Das war genau das, was er herausfinden wollte.

Kapitel 3

Pünktlich um 18.00 Uhr klingelte es an der Tür. Spike rannte die Treppe hinunter und riss die Tür auf. „Hi Tara, schön, dich zu sehen.“

Verlegen schaute sie auf den Boden. „Hi.“ flüsterte sie.

„Warte, ich hole eben meinen Mantel und dann können wir auch schon loseiern.“ sagte er und griff nach seinem schwarzen Ledermantel, der an der Garderobe hing. Lässig zog er ihn über, drehte sich um und rief seiner Mutter noch zu, dass er jetzt gehen und so gegen Mitternacht wiederkommen würde. Sie hörten noch, wie Anne ihnen viel Spaß wünschte und dann zog Will die Tür hinter ihnen zu.

„Bist du immer so still?“ wollte er wissen, nachdem sie ungefähr fünf Minuten nebeneinander hergegangen waren, ohne ein Wort zu wechseln.

„Meistens“, sagte sie fast lautlos. „Ich brauche etwas Zeit, um mich an neue Leute zu gewöhnen.“

Will sah sie an und nickte mit dem Kopf. „Aha. Hoffentlich legt sich das, denn ich bin ein Mensch, der sich gern unterhält. Ich kann mich manchmal stundenlang über ein und dasselbe Thema unterhalten. Also, lass doch mal was von dir hören.“

Tara schaute ihn schüchtern an. „Was möchtest du denn von mir wissen?“

„Was du so in deiner Freizeit treibst und so etwas.“

„Also, ich lese sehr viel, hauptsächlich alles, was mit Magie und Zauberei zu tun hat, ich treffe mich gern mit meinen Freunden und dann unternehmen wir meistens irgendetwas Spontanes. Wir machen nie Pläne. Willst du noch etwas wissen?“

„ Mhm…mal sehen…Welche Musik du magst?“ erwiderte er.

Sie überlegt nicht lange. „Ich höre gern Pop, Rock ist auch ganz annehmbar. Was ich überhaupt nicht mag, ist Rap und so´n Zeug. Und du?“

„Punk, Hard Rock, Metal… alles was noch handgemacht ist. Die ganze Scheiße, die man mit Computern machen kann, ist doch keine Musik. Musiker müssen sich auf der Bühne den Arsch abspielen und der Schweiß muss in Strömen fließen, das ist Musik.“ sagte er und fuchtelte wild mit den Händen in der Luft herum.

Tara musste lachen. „Machst du selbst auch Musik?“ wollte sie wissen.

Spike seufzte. „In England hatte ich eine eigene Band. Ich spiele etwas Gitarre und Klavier. Mal schauen, vielleicht lerne ich hier ja auch ein paar Leutchen kennen, mit denen ich spielen kann.“ Man konnte förmlich merken, wie er trauriger wurde.

„Hey, lass den Kopf nicht hängen. Das wird schon.“ sagte sie und legte ihm eine Hand auf die Schulter.

Er lächelte. „Bestimmt nicht, luv. Wo ist den dieses Bronze?“

„Da vorn“, sie zeigte mit ihrer Hand in die Richtung und nun konnte er die grelle Leuchtreklame auch schon sehen. Es schien der einzige annehmbare Club in der Stadt zu sein, denn es lungerten einige Leute davor herum.

„Hi Tara. Wie geht’s dir, Baby?“ fragte der Türsteher und sie lächelte ihn an. „Gut, Larry. Wie immer.“

Er musterte Spike von oben bis unten. „Ist das der neue?“ wollte Larry wissen.

Spike zog verwirrt die Augenbrauen hoch. „Nichts für ungut, ist halt ne kleine Stadt. Da spricht sich das rum, wenn jemand von England hierher zieht.“

„Klar“, lachte Spike und ging an Larry vorbei, um Tara in den Club zu folgen.  Sie steuerte schnurstracks auf eine der Sitzecken zu, an dem zwei Mädchen und ein etwas grimmig reinschauender Junge saßen.

„Hi Leute“, sagte Tara, umarmte das rothaarige Mädchen und gab ihr einen Kuss. Spike fielen fast die Augen aus dem Kopf. Tara wurde knallrot, als sie ihn wieder ansah und er verschmitzt grinste.

„Spike, das ist Willow, meine Freundin. Xander, Willows bester Freund und dessen Freundin Anya“ stellte sie ihm die anderen vor. 

Willow winkte ihm leicht zu, während Xander ihn misstrauisch beobachtete. Anya stand auf und ging auf ihn zu. „Spike? Ist das nur so ein Spitzname oder hast du so etwas in deiner Hose?“ fragte sie ihn.

Verwirrt schüttelte er seinen Kopf. „Anya, muss du denn immer so direkt sein?“, fragte Willow. Anya sah ihren Freund wütend an. „Wenn Xander mich schon seit zwei Tagen nicht mehr ranlässt, muss ich mir doch etwas einfallen lassen, oder?“

Xander verdrehte die Augen, stand auf und ging an die Bar. „Solltest du ihm nicht nachgehen oder so etwas?“ fragte Tara. Anya stöhnte. „Wieso ist das mit euch Jungs immer nur so problematisch?“

Spike sah sie an und zuckte mit den Achseln. Sie drehte sich um und ging zu ihrem Freund hinüber. „Was hat die denn für ein Problem?“ fragte er, als er sich zu Willow und Tara umdrehte.

Willow lachte ihn an. „Wenn sie nicht mindestens dreimal pro Tag Sex hat, ist sie nicht zufrieden und Xander hat im Moment scheinbar einen Tiefpunkt.“

„Ach so. So etwas nennt man glaub ich sexsüchtig!“ erklärte William und schaute zu dem anscheinend streitenden Paar hinüber. Er wandte seinen Blick wieder  Tara und Willow zu und wollte gerade etwas sagen, als er sah, dass die beiden in einem sehr innigen Kuss vertieft waren. Also sah er sich etwas im Bronze um.

Der Laden war  nicht besonders groß, aber es gab eine Bühne, auf der wohl öfter mal Bands spielten, allerdings nicht an diesem Abend. Sein Blick wanderte nach oben, er erspähte den Balkon und ihm blieb fast das Herz stehen, als er das blonde Mädchen vom Sportplatz dort oben sah. Sie saß dort mit einem Jungen und zwei ihrer Freundinnen. Der Junge konnte seine Finger nicht bei sich behalten und begrabbelte immer wieder ihr Knie, was sie anscheinend nicht so prickelnd fand, denn sie schob diese immer wieder zur Seite und sah ihn böse an.

„Das ist Buffy Summers. Aber bei der kannst du es vergessen. Die ist schon seit einem Jahr mit Riley zusammen“, sagte jemand neben ihm. Er drehte sich zur Seite und sah, dass es Xander war.

Spike sah ihn an. „Wer ist Buffy?“ fragte er unschuldig.

„Die Blondine, die du seit nun mehr als zehn Minuten anstarrst“, lachte Xander und schlug Spike mit einer Hand auf die Schulter. „Komm, ich geb dir was aus.“

William schaute noch ein letztes Mal zum Balkon hoch und sah, wie Buffy und Riley sich küssen und obwohl er sie überhaupt nicht kannte, stieg Eifersucht in ihm hoch. Er seufzte und ging dann mit Xander zur Bar hinüber.

*** *** *** *** ***

Buffy unterhielt sich mit Faith und Cordelia über das Training und wann sie sich das nächste Mal treffen sollten, da einige von den neuen Cheerleadern es noch nicht so richtig draufhatten.

Doch Riley hatte etwas ganz anderes im Sinn. Immer wieder versuchte er, seine Hand unter ihren Jeansmini zu schieben und Buffy schwor sich, wenn er es noch länger machen würde, dann hätte er eine hängen, die sich gewaschen hatte.

Wie oft hatte sie ihm gesagt, dass sie noch nicht dazu bereit wäre, mit ihm zu schlafen? Warum wollte er es nicht einfach akzeptieren?

Sicher, sie war jetzt schon ein Jahr mit ihm zusammen, doch ihr erstes Mal sollte etwas ganz Besonderes sein und sie wollte auf den richtigen Moment warten. Alles sollte stimmen, der Mann, der Ort, das Ambiente und natürlich sollte es die große Liebe sein.

Aber warum hatte sie es dann noch nicht getan? Sie liebte Riley und er liebte sie. Warum waren da immer noch gewisse Zweifel?

„Lass das, Riley“, schnauzte sie auf einmal los. „Ich unterhalte mich mit meinen Freundinnen. Geh und hole mir ´ne Coke Light.“

Faith setzte sich aufrecht auf ihren Stuhl und lehnte sich zu Riley herüber. „Du könntest mir auch eine mitbringen, wenn du schon mal gehst“, hauchte sie.

Sauer stand Riley auf. „Soll ich dir auch was mitbringen, Cordy?“ fauchte er.

„Wenn du mich so fragst? Sicher, ein Ginger Ale wäre nicht schlecht.“ antwortete Cordelia und klimperte mit den Wimpern.

Wie ein Elefant stampfte Riley die Stufen hinunter zur Bar. Buffy sah ihm nur kurz hinterher und wandte sich dann wieder ihren Freundinnen zu.

„Was gefällt die eigentlich an dem, B?“ wollte Faith wissen.

Cordelia sah ihre dunkelhaarige Freundin an und nickte. „Ja, Buffy, was hat er was andere nicht haben?“

Buffy zuckte mit den Schultern. „Ich hab keine Ahnung, aber ich bin mir sicher, dass ich ihn liebe und er mich. Es ist irgendetwas an ihm, das mich fesselt, ich kann euch nur nicht sagen, was es ist.“

Faith stand auf und setzte sich auf den Stuhl, auf dem Riley vorher gesessen hatte. „Habt ihr es schon miteinander getrieben?“ flüsterte sie Buffy fragend ins Ohr. Als Buffy mit dem Kopf schüttelte, war für sie alles klar. Buffy liebte ihn nicht wirklich. „Weiß du was ich glaube, B.? Du liebst diesen Möchtegernmacho überhaupt nicht. Du meinst das nur, weil von wegen erste große Liebe und so, aber glaub mir, wenn du ihn wirklich lieben würdest, dann hättest du schon längst mit ihm gepoppt.“

„Ich will doch nur, dass alles perfekt ist, wenn ich meinem Körper an einen Mann verschenke. Ist das denn so schlimm? Ich heiße doch nicht Harmony, die sich an jeden heranschmeißt, der drei Beine hat…!“

„OH MEIN GOTT…..“

„Wenn man vom Teufel spricht…“ sagte Buffy genervt, als Harm die Treppe herauf gestürmt kam. „OH MEIN GOTT…HABT IHR IHN AUCH GESEHEN…OH MEIN GOTT!!!“

„Erstens: Könntest du aufhören zu schreien! Zweitens: Wen sollen wir gesehen haben? und Drittens: AU, du stehst auf meinem Fuß, du dumme Kuh…“ sagte Cordelia.

Harmony war total außer sich. „Der…der neue. Er sitzt unten…unten bei den Losern!“

Faith sprang sofort auf, um vom Geländer aus nach unten zu sehen. „Mmm…sieht lecker aus, wenn ich nicht schon einen Freund hätte, würde ich ihn auf alle Fälle in Augenschein nehmen.“

„LASS BLOSS DIE FINGER VON IHM….ER GEHÖRT MIR, VERSTANDEN?“ kreischte Harmony auf einmal wieder los.

Faith seufzte und drehte sich zu ihr um. „Sag mal, Dumpfbacke, was von `wenn ich nicht schon einen Freund hätte´ hast du nicht verstanden? Ich will ihn gar nicht haben.“

Harmony setzte sich neben Buffy und schnaufte. „Gut, dann haben wir das ja auch geklärt.“

Faith verdrehte die Augen und setzte sich ebenfalls auf ihren Platz. „Wo bleibt Riley denn mit unseren Getränken?“

*** *** *** *** ***

Xander und Spike hatten sich an die Bar gesetzt, als plötzlich neben ihnen Riley auftauchte. Er schien sehr wütend zu sein.

Er bestellte die Getränke und sah dann Xander mit abfälligem Blick an. „Harris! Hast du von deiner Mama die Tischdecke angezogen oder soll das ein Hemd sein?“ fragte er und lachte dabei laut auf.

Xander hatte, wie eigentlich fast immer, ein knallbuntes Hawaiihemd an. Seine beigefarbenen Boxershorts passten perfekt dazu.

Spike musterte Riley und hob dann eine Augenbraue. „Was geht dich das denn an? Bist du bei der Army? Oder warum hast du die Camouflage Cargohose an? Pappsoldat? He?“

Jetzt waren es William und Xander, die lachten und man konnte genau sehen, wie die Wut in Riley hochstieg. „Was willst du denn, du gebleichtes Wunder. Du musst der neue sein, hab ja einiges von dir gehört. Sollst ja nicht gerade die hellste Kerze auf der Torte sein, von wegen fast ein Jahr nicht in der Schule gewesen!“

Spike sah ihn gelassen an. „Man sollte nicht immer alles glauben, was man hört.“

„Ist es nicht so, dass du das Seniorjahr noch mal machen musst? Blondie?“ erwiderte Riley, nahm die beiden Cokes und das Ginger Ale. Er verschwand, ohne ein weiters Wort zu verlieren.

Spike seufzte und ließ den Kopf auf den Tresen fallen. *Woher weiß er das von mir? Ist mein Ruf mir wirklich schon so vorausgeeilt?* fragte er sich.

Xander legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Ey Alter, mach dir über den keine Sorgen. Das ist einer vom Gewinnerclub.“

„Gewinnerclub?“ fragte Spike und hob wieder seinen Kopf.

„Ja. Der Gewinnerclub besteht hauptsächlich aus Schülern, deren Eltern Geld haben, oder die mit einen von ihnen zusammen sind. Die sitzen immer da oben und wir, der Verliererclub, haben dort nichts verloren. Wir gehen niemals da rauf.“ antwortete Xander und schaute beschämt zur Seite.

„Und Buffy? Zu welcher Kategorie gehört sie?“ wollte Spike wissen.

„Buffy? Ihrem Vater gehört Summers Industries. Also gehört sie zu denen mit den reichen Eltern“, gab ihm Xander als Antwort.

„Und dieser Riley? Sind seine Eltern auch wohlhabend?“ fragte William weiter.

„Nee, seine Eltern haben ne Farm in Iowa. Er lebt hier bei seinem Onkel, unserem allseits geliebten Direktor Snyder.“

„Das erklärt einiges. Daher weiß er also so viel von mir. Snyder muss ihm meine Akte unter die Nase gehalten haben.“ sagte Spike leise zu sich selbst.

„Sag mal Spike, stimmt das denn, dass du das letzte Schuljahr noch mal machst?“ fragte Xander.

Spike seufzte und fing an zu erzählen.

„Mein Vater ist einer der einflussreichsten und beliebtesten Männer in London. Er besitzt eine riesige Stahlfabrik, in der mehr als 100.000 Leute arbeiten.

Doch was die meisten Leute nicht wissen, er ist ein Schläger. Er hat mich und meine Mutter manchmal windelweich geprügelt. Einmal lag ich sogar vier Tage im künstlichen Koma. Ich bin sehr oft Abends einfach nicht nach Hause gegangen, weil ich genau wusste, dass es wieder Schläge setzten würde.

Das letzte Jahr war die Hölle auf Erden. Mom lag wegen ihm für drei Monate in einer Klinik und ich war allein mit ihm zu Hause. Die meiste Zeit gingen wir uns so gut es ging aus dem Weg, aber an den einem Abend, da ist er völlig ausgeklinkt. 

Meine Mom hatte die Scheidung eingereicht und er hatte den Brief von ihrem Anwalt bekommen. Er schlug mich mit einem Schürhaken nieder und bei Nacht und Nebel bin ich dann zu meiner Ex- Freundin abgehauen. Bei der blieb ich dann erst einmal, bis meine Wunden etwas abgeheilt waren, doch Dru, meine Ex, spielte ein falsches Spiel mit mir und erzählte meinem Vater, wo er mich finden konnte.

Jetzt weiß ich, dass sie eine Affäre mit meinem Alten hatte. Sie hatte sich nur an mich herangemacht, um mit ihm in die Kiste steigen zu können.

Als er mich dann erneut fast totgeschlagen hatte, ging ich zur Polizei. Die sperrte ihn zwar ein, aber wie ich schon sagte, ist er sehr einflussreich und deswegen dauerte es nicht lange, und er war wieder auf freien Fuß.

Ich bin dann untergetaucht, bis meine Mom, die ich jeden Tag besucht hatte, aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Danach sind wir zu meiner Tante Cecily gezogen. Aber da hatte ich schon drei Viertel von dem Schuljahr versäumt.

Als Mom mir sagte, dass wir nach Amerika  ziehen würden, fand ich das total scheiße. Find ich eigentlich immer noch. Und sie sagte mir, dass ich das letzte Schuljahr noch mal wiederholen müsste.

So, nun weißt du, warum ich das letzte Schuljahr noch mal machen muss.“

Xander hatte die ganze Zeit nur still zugehört und manchmal genickt. Er konnte es nicht glauben, was William ihm da erzählte. „Dann gehörst du ja eigentlich zu den anderen dort oben! Dann wirst du ja wohl im Geld schwimmen?“

Spike sah ihn mit großen Augen an. „Ich will keinen Cent von seinem stinkigen Geld haben. Er wollte mir die Firma überschreiben, doch ich hab ihm einfach ins Gesicht gespuckt und ihm gesagt, wo er sich seine Firma hinstrecken könnte. Ich bin also richtig aufgehoben bei euch. Außerdem suche ich mir nicht meine Freude nach der Dicke ihres Portemonnaies aus. Ich bin mit denen befreundet, die ich mag“, erwiderte er. Xander nickte schweigend und grinste ihn an.

„Sollen wir mal nachsehen, was die Mädchen so treiben?“ fragte er schließlich und zog Spike schon mit sich, als er vom Hocker rutschte.

Sie hörten die Mädels lachen, als sie sich dem Tisch näherten.

„Was ist denn los?“ wollte Spike wissen und wandte sich an Tara. Die hatte Tränen in den Augen und schnappte nach Luft.

„Harm…Harm…Harmony kam vorhin rein, sah dich und fing an zu kreischen, rannte die Trepp…die Treppe hinauf zu ihren Freundinnen.“ erklärte sie ihm atemlos.

„Das ist ja schön und gut, aber was ist so lustig daran?“ fragte nun Xander. Anya rutschte zu so zur Seite, dass er sich neben sie setzten konnte. „Dann gab es wohl eine kurze Auseinandersetzung zwischen ihr und Faith. Doch als Riley wiederkam und anscheinend erzählte, dass er sich mit dir unterhalten hatte, stand sie auf einmal auf, schüttete ihm die zwei Gläser Cola über den Kopf und ging aufmüpfig von Dannen.“ sagte Willow und Tara prustete wieder los. Doch nun stimmten auch die Jungs mit ein, denn sie hatten nun einen guten Blick auf den Balkon und konnten sehen, dass auch die Mädchen dort oben sich vor Lachen nicht mehr halten konnten.

Spikes Blick wanderte zu Buffy und er konnte genau erkennen, dass sie ihn direkt ansah. Ihm blieb die Luft weg, als sie ihm zunickte und anlächelte.

Verdammt.

Er musste dieses Mädchen haben, ganz egal, was er dafür anstellen musste. Er würde nicht eher zur Ruhe kommen, bis dieses Mädchen in seinen Armen lag.

Kapitel 4

Der restliche Abend verlief eigentlich sehr ruhig. Die Mädchen tanzten einige Male und die Jungs unterhielten sich angeregt. Ab und zu schielte Spike nach oben auf den Balkon und ihn durchfuhren tausende von Nadelstichen als er sah, wie Buffy und Riley eng umschlugen herumknutschten.

Kurz vor Mitternacht ging er zu Tara und sagte ihr, dass er nach Hause gehen würde. Sie wollte ihn zwar begleiten, doch er winkte ab und zwinkerte ihr zu. „Ich denke, Willow und du wollt vielleicht noch ein bisschen allein sein.“

Er wanderte allein, ganz in Gedanken versunken, durch Sunnydales dunkle Straßen und in seinem Kopf hatte er wieder einen Vers.

Er sah zu, dass er so schnell wie möglich nach Hause kam, damit er ihn aufschreiben konnte.

Leise öffnete er die Haustür, damit niemand wach wurde und schlich sich auf sein Zimmer, zog sich aus und legte sich in sein Bett. Wieder nahm er sein schwarzen Buch in die Hand und begann zu schreiben:

 

„Can't stop this feeling
I've been this way before
But with you I've found the key
to open any door
I can feel my love for you growing stronger
day by day
But I can't wait to see you again
So I can hold you in my arms.”

 

Gähnend legte er das Buch zur Seite, kuschelte sich in seine Decke und schlief mit dem Gedanken an Buffy friedlich ein.

*** *** *** *** ***

Um 10.00 Uhr wachte William langsam auf. Die Sonne schien in sein Zimmer und tauchte es in einen Goldton. Er regte sich, stand dann langsam auf und ging zum Kleiderschrank. Er holte eine dunkelblaue, verwaschene Jeans und ein schwarzen Muscle-Shirt heraus und stiefelte in Badezimmer, um sich die Zähne zu putzen und zu duschen.

Danach zog er sich an und ging die Treppe hinunter in die Küche. Nur Giles saß am Küchentisch und studierte die Zeitung.

„Morgen“ sagte Spike und Giles ließ die Zeitung sinken. „Guten Morgen, Spike!“ antworte dieser grinsend.

„Wo sind die Ladys?“

„Jenny ist im Buchladen und deine Mutter ist zu ihrem Vorstellungsgespräch“, sagte Rupert und steckte die Nase wieder in die Zeitung.

Spike schnappte sich einen Apfel und biss herzhaft hinein. „Ach ja?“ sagte er mit vollem Mund. „Hatte ich vergessen.“ 

„Will? Könntest du mir einen Gefallen tun?“ fragte Giles nach ein paar Minuten.

Spike ging zum Abfalleimer, um den Rest des Apfels wegzuwerfen. „Was kann ich denn für dich tun?“

„Der Rasen vor und hinter dem Haus müsste unbedingt gemäht werden. Ich würde es ja selbst machen, doch ich muss noch in die Schule und dann bekommen wir auch noch eine Lieferung Bücher, die bis heut Abend ausgepackt werden müssen.“

Spike legte seinem Onkel eine Hand auf die Schulter. „Fahr du ruhig in die Schule und falls ich euch im Laden helfen soll, ruf einfach an. Wegen dem Rasen brauchst du dir auch keine Sorgen machen, das erledige ich schon.“

Giles sah ihn dankbar an. „Der Rasenmäher steht in der Garage. Benzin müsste noch genug drin sein und ich werd auf alle Fälle anrufen, wenn ich und Jenny Hilfe im Laden brauchen.“

„Okay, dann wird ich mal anfangen“, erwiderte Spike und ging aus der Hintertür hinüber zur Garage.

Spike schob den Rasenmäher durch die Garage in den Vorgarten und fing an dort den Rasen zu mähen. Nach einer halben Stunde war sein Shirt so durchgeschwitzt, dass er es auszog.

*** *** *** *** ***

Faith stand vor der Villa der Summers und wartete darauf,  dass Buffy endlich herauskam. Sie hatten sich mit Cordy und Amy im Espresso Pump verabredet und waren schon spät dran.

Endlich öffnete sich die Tür und Buffy kam keuchend heraus. „Tschuldigung, hab verschlafen.“

„Ja, ja…zu lange mit Riley rumgemacht, he?“ fragte Faith bissig.

Buffy verdrehte die Augen und setzte sich in Bewegung. „Ha Ha. Sehr witzig.“

Faith lachte und trottete ihrer besten Freundin hinterher. „Sag mal, hast du den Neuen auch schon gesehen? Ist echt ein leckeres Kerlchen“, sagte Faith, nachdem sie Buffy erreicht hatte.

„Kann schon sein“ erwiderte Buffy.

Faith stieß ihr mit dem Ellenbogen in die Rippen. „Ach komm schon, ich hab doch gesehen, dass du ihn angestarrt hast.“

Buffy sagte nichts darauf, sondern ging einfach weiter, bis sie den Revello Drive erreichten. In dieser Straße war Buffy aufgewachsen, bevor ihr Vater die Villa bauen ließ und das Haus an Giles verkaufte. Manchmal wünschte sich Buffy, dass sie immer noch in diesem Haus wohnen würden.

Als sie an dem Haus vorbeikamen sahen sie, wie Spike gerade den Rasenmäher ausstellte, um etwas zu trinken. Sein Oberkörper glänzte vor Schweiß und seine blaue Jeans, die am Hintern aufgerissen war, hing tief auf seinen Hüften. „Wow!“ entwich es Buffy und Faith musste lachen.

Dadurch wurde er auf die beiden Mädchen aufmerksam und sah zu ihnen auf. Da stand sie, die Frau seiner Träume, auf jeden Fall der letzten zwei Nächte. „Hi!“ rief er und ging auf sie zu, während er sich seine schwitzigen Hände an seiner Jeans abwischte.

„Ich bin Spike“, sagte er und streckte Faith die Hand entgegen. „Und ihr seid?“

„Faith. Nett, dich kennen zu lernen“, sagte sie und lächelte ihn an. Er erwiderte ihr Lächeln, bevor er Buffy ansah. „Hast du auch einen Namen?“

„Elisabeth. Aber alle nennen mich Buffy.“ sagte sie heiser und schüttelte seine Hand. Sie bemerkte gar nicht, dass sie seine Hand immer noch festhielt, als Faith sie antrieb. „Buffy, komm schon. Wir müssen los, sind sowieso schon zu spät.“

„Oh! Richtig. War schön, dich kennen gelernt zu haben“, sagte sie und sah Spike in die Augen. Dabei lief ihr ein eiskalter Schauer über den Rücken. Noch nie zuvor hatte sie solch blauen Augen gesehen. „Gleichfalls“, flüsterte William, drehte sich um und ging zum Rasenmäher zurück.

„Übrigens, Spike!“ rief Faith und er drehte sich noch einmal zu ihr um. „Was?“

Sie fuhr mit ihrer Zunge über ihre Lippen. „Geiler Arsch!“ sagte sie und wollte mit Buffy weitergehen, als er rief „Wirklich? Was meinst du, Buffy?“ fragte er und drehte sich so, dass sie ihn noch genauer ansehen konnte.

Buffy wurde leicht rot und zuckte nur mit den Schultern.

Faith lachte noch einmal laut auf, bevor sie Buffy mit sich zog.

Spike stellte den Rasenmäher erst wieder an, als die beiden Mädchen nicht mehr zu sehen waren. Nach getaner Arbeit ging er noch einmal duschen, bevor er sich einfach auf den Weg in die Magic Book Box machte.

*** *** *** *** ***

Während dessen waren Faith und Buffy endlich im Espresso Pump angekommen. Zu ihrer Überraschung waren Riley und Angel auch da. „Hi Jungs! Was macht ihr denn hier?“ wollte Faith wissen.

„Cordy hat mir erzählt, dass ihr euch hier treffen wolltet, also hab ich mir gedacht, ich schnappe mir Finn und kommen auch.“ sagte Angel und zog Cordy auf seinen Schoß.

Buffy ging zu Riley hinüber, gab ihm einen Kuss und setzte sich neben ihn, obwohl er es lieber gehabt hätte, wenn sie sich auch auf seinen Schoß gesetzt hätte. Seufzend rutschte er in seinem Stuhl ein Stückchen tiefer und legte die Füße übereinander.

„Habt ihr schon bestellt?“ fragte Buffy. Alle schüttelten den Kopf bis auf Mr. Finn. „Ich hab mit erlaubt, dir einen Amaretto Cappuccino zu bestellen, den magst du doch so gerne“, erklärte Riley und als er sah, dass Buffy die Nase rümpfte, fiel ihm siedendheiß wieder ein, dass es nicht Buffy war, die ihn so gerne trank, sondern Sam.

„Igitt. Wie kommst du darauf, dass ich solch ein Zeug in mich hineinkippen würde? Das ist ja eklig. Außerdem weißt du dass ich das hasse, wenn man über meinen Kopf hinweg entscheidet“ rief Buffy und schüttelte angewidert den Kopf.

„Hab nicht nachgedacht, Buffy. Tut mir leid.“

Sie jedoch hörte überhaupt nicht zu, denn sie wurde durch jemanden abgelenkt, der vor dem Café stand und sie ansah.

Faith hatte sie etwas gefragt und als sie keine Antwort bekam, folgte sie Buffys Blick und sah, dass Spike dort stand.

„Hi Spike“, rief sie und winkte ihn zum Tisch.

Er kam an den Tisch, stellte sich den anderen vor und sah dabei Buffy die ganze Zeit an. „Ich würde ja gern noch bleiben, doch ich muss wieder los“, sagte er bedauernd. „War echt nett, dich kennen gelernt zu haben, Angel.“

Als er sich umdrehte, platzte es aus Buffy heraus. „Die andere Hose hat mir besser gefallen.“

Nach dem Duschen hatte er eine schwarze Jeans angezogen, weil die andere total durchgeschwitzt gewesen war. Er sah sie über seine Schulter an und grinste. „Findest du wirklich?“ fragte er.

Buffy nickte und sah dann beschämt auf ihre Hände. Sie konnte es selbst nicht fassen, dass sie es gesagt hatte.

„Werd ich mir merken“, sagte er und ging aus dem Café.

Riley sah Buffy sauer an. „Was hatte das denn zu bedeuten?“

Sie und Faith sahen sich an und fingen an zu lachen. Die anderen drei  sahen sie komisch an, als die Kellnerin kam, um ihre Bestellungen aufzunehmen.

*** *** *** *** ***

„William, was machst du denn hier?“ wollte seine Mutter von ihm wissen, als er in den Buchladen kam.

Er setzte sich zu Jenny und ihr an den runden Tisch, der hinten im Laden stand. „Ich hab den Rasen gemäht und dann wusste ich nicht, was ich tun soll, also dachte ich mir, komme ich mal vorbei und schau mal, ob ich euch helfen kann.“

Jenny lächelte ihn an. „Das ist aber nett von dir, aber wie hast du den Laden gefunden? Du warst doch vorher noch nie hier?“ fragte sie.

Spike stand wieder auf, ging zu einem der Regale und zog ein Buch heraus. „Hab mich durchgefragt. Es ist nicht so schwer, wenn man die einzigste Buchhandlung im Ort sucht“, sagte er grinsend.

Er drehte sich zu seiner Mutter um. „Wie lief dein Vorstellungsgespräch?“

„Weiß nicht, ich hab zwar ein gutes Gefühl, doch sie wollen sich melden“, erwiderte Anne etwas traurig. „Ich hab ja auch keine Ausbildung und das einzigste, was ich je gemacht habe, war in der Küche deines Großvaters auszuhelfen, als er noch sein Restaurant hatte.“

Will ging zu ihr, nahm sie in den Arm und drückte sie. „Es wird alles gut gehen. Wir schaffen das alles ganz allein. Wir brauchen ihn und sein stinkiges Geld nicht“, flüsterte er ihr ins Ohr. „Ich könnte nach der Schule auch noch jobben gehen, dann brauchtest du dich nicht um mich kümmern. Ich hätte dann mein eigenes Geld“, fügte er noch hinzu.

„Kopf hoch, Anne. Die Summers sind eine ganz nette Familie und Rupert hat für dich wirklich ein sehr gutes Wort eingelegt“, sagte Jenny und kam zu den beiden herüber. „Will, was kannst du den alles? Ich meine, welche Art von Job würdest du denn annehmen?“

Spike kratzte sich an der Stirn. „Das ist mir eigentlich relativ egal. Hauptsache ist, ich liege meiner Mom nicht auf der Tasche. Wieso, hättest du einen Job für mich?“

Jenny überlegte einen Augenblick. „Vielleicht. Ich habe kaum noch Zeit für Rupert und ich wollte mir sowieso für dreimal die Woche eine Angestellte suchen. Hättest du nicht Lust dazu?“

Spike drückte beim Überlegen seine Zunge hinter seine oberen Vorderzähne. „Wieviel bekomm ich denn dafür?“

„WILLIAM!“ rief seine Mutter.

„Ist schon gut Anne, ist doch eine berechtigte Frage. Lass mich mal darüber nachdenken…wie wäre….es…mit 15$ Dollar die Stunde?“ fragte Jenny ihren Neffen.

Spike grinste. „Abgemacht. An welchen Tagen soll ich arbeiten?“

Nach kurzer Überlegung sagte Jenny. „Mittwochs, Donnerstags und Freitags.“

„Wie lange?“ fragte William weiter.

„Von 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr? Das Bronze ist ja ganz in der Nähe. Kannst dann also Freitags von hier aus dorthin gehen“, sagte Jenny. „Also? Abgemacht?“

Spike streckt ihr die Hand entgegen. „Abgemacht.“

„Dann kannst du ja gleich anfangen. Unten im Lager stehen fünf Kartons mit Büchern, die nach oben und ausgezeichnet werden müssen“, Sagte Jenny und ging zu einem Kunden, der gerade den Laden betreten hatte.

Er ging in den Keller und ihn traf fast der Schlag. Die Kartons waren riesig. Wie sollte er die denn nach oben bekommen? Er wischte sich die Hände an seiner Hose ab und ging an die Arbeit.

Als er drei von den riesigen Dingern erst einmal oben hatte, fing er an, die Bücher zu sortieren und schaute dann auf den Lieferschein, was sie kosten sollten.

Jenny schaute sich das alles genau an und war sich sicher, dass sie die richtige Entscheidung damit getroffen hatte ihn zu fragen, ob er ihr nicht helfen wollte.

An diesem Abend fiel er total erschöpft auf sein Bett und schlief mit seinen Straßenklamotten sofort ein. In jener Nacht träumte er noch nicht mal.

Kapitel 5

Am nächsten Morgen taten Spike alle Knochen weh. Er hatte doch nicht ahnen können, dass es solch ein harter Job war, eine Buchhandlung zu führen. Stöhnend stand er unter der Dusche und genoss es, als das heiße Wasser über seine überanstrengten Muskeln prasselte.

Er stellte das Wasser ab, stieg aus der Dusche und zog sich langsam an. Danach ging er langsam die Treppe herunter. Er hatte Jenny versprochen, ihr beim Einsortieren der Bücher zu helfen, da sie vorhatte, ihren Laden etwas umzuräumen.

Es war gerade mal 6.00 Uhr, was für ihn noch mitten in der Nacht war, und da er am vorherigen Tag erst um 23.00 Uhr ins Bett gekommen war, war er noch total müde.

Er schlurfte in die Küche wo Giles und Jenny schon saßen. „Guten Morgen Spike“, sagte Giles und er erntete einen schiefen Blick von seinem Neffen.

„Was kann an diesem Morgen gut sein, wenn ich mitten in der Nacht aufstehen muss“, murrte er und nahm sich eine große Tasse aus dem Küchenschrank, um diese dann mit sehr starken Kaffee zu füllen. Er trank einen Schluck und schüttelte sich. „Bäh, schmeckt zwar grauenhaft, aber macht wach.“

Giles und Jenny mussten lachen. Sie waren echt froh, dass Anne und William bei ihnen waren. Jenny hatte endlich jemanden, mit dem sie sich unterhalten konnte wenn Rupert mal nicht da war und William könnte endlich anfangen, sich sein Leben aufzubauen.

„Sag mal Jenny, diese Familie Summers, bei der  Mom gestern ihr Vorstellungsgespräch hatte, haben nicht zufällig ne Tochter, die Buffy heißt, oder?“ wollte William neugierig wissen.

Jenny sah von ihrer Kaffeetasse auf und musterte ihn. „So viel ich weiß haben sie zwei Töchter. Die eine heißt Elisabeth und die andere Dawn, wieso fragst du?“

Spike setzte sich neben sie und spielte mit einem Löffel, der auf dem Tisch lag. „Als ich gestern den Rasen gemäht habe, standen plötzlich zwei sehr gutaussehende Mädels hinter mir. Die eine heißt Buffy und die andere Faith. Wollte nur wissen, ob die eine die besagte Buffy Summers, ist von der ich gehört habe“, flunkerte er und hob bei dem Wort `gutaussehende´ andeutungsvoll seine dunklen Augenbrauen.

„Buffy? Ich kann mich erinnern, dass ihre Freunde sie so nennen“, mischte sich nun auch Giles ein. „Ein nettes Mädchen. Aber ihre Freunde, na ich weiß nicht.“

Spike sah seinen Onkel an und seufzte. „Hab gestern auch einige ihrer Freunde kennen gelernt und ich kann nur sagen, dass dieser Angel und Buffys Freund Riley mir nicht geheuer sind.“

„Angel? Liam Harrison? Ich wusste gar nicht, dass der schon wieder da ist. Der Junge ist aber eigentlich ganz human, obwohl du bei diesem Riley Finn aufpassen musst. Du solltest wissen, dass er der Neffe von Snyder ist und er alles daran setzten wird, dir das Leben zur Hölle zu machen“, erklärte Giles weiter. „Riley hängt aber hauptsächlich mit seinen „Cousin“ Parker Abrams rum. Dieser Parker ist der Sohn von Snyder Frau aus erster Ehe.“

Spike, der grade einen weiteren Schluck Kaffee getrunken hatte, spuckte diesen wieder in die Tasse und begann zu lachen. „Wie? Snyder ist verheiratet? Ist die blind oder so was? Wie kann man denn so etwas heiraten.“

Jenny musste auch grinsen und Giles sah William lachend an. „Du wirst es nicht glauben, aber die Frau ist bildhübsch, nicht wahr Schatz?“ wand er sich an Jenny.

„Ja. Sie kommt öfters in den Laden. Ich zeig sie dir, wenn sie mal wieder einen neuen Krimi braucht“, sagte sie, trank den Rest aus ihrer Tasse und klopfte Spike auf die Schulter. „Komm Kleiner, wir müssen langsam los, wenn wir noch etwas schaffen wollen, bevor ich den Laden öffnen muss.“

Spike schaute seine Tante ungläubig ab, weil sie ihn Kleiner genannt hatte, kippte den Kaffee herunter, schüttelte sich noch einmal und folgte ihr dann zu ihrem BMW.

*** *** *** *** ***

Nachdem Buffy mit Faith und Cordy das Espresso Pump verlassen hatte, gingen die drei noch ein bisschen in die Stadt zum Bummeln.

„Dieser Spike? Wo habt ihr den denn kennen gelernt?“ wollte Cordy wissen als sie sich in einer Boutique umsahen.

Faith hielt gerade ein schwarzes Top hoch. „Der hat bei Giles den Rasen gemäht als wir da vorbeigingen“, sagte sie und zog ein weiters Top von der Stange.

Cordelia sah Buffy an, die verträumt aus dem Schaufenster hinüber zur Buchhandlung sah. *Ob er da jetzt wohl drin ist?* fragte sie sich gerade als Faith sie anstieß und sie mit aus dem Laden zog.

Danach hatten sie sich alle für den nächsten Tag verabredet. Sie wollten mit dem Rad zum Strand hinunter.

Buffy ging total in Gedanken versunken nach Hause.

Als sie dir Haustür aufschloss, kam ihre Schwester Dawn auf sie zugelaufen. „Buffy, wir bekommen ne neue Köchin. Sie kommt aus England. Ist es nicht das, wo sie gekochtes Wildschwein in Pfefferminzsoße essen?“ fragte Dawn sie und kräuselte angewidert ihre Nase.

Buffy musste lachen. „Ich glaub du hast zu oft `Asterix bei den Briten´ gesehen. Ich denke die wird auch noch etwas anderes kochen können. Wo ist Mom?“

Dawn seufzte. „Die ist den ganzen Tag schon in ihrem Gewächshaus und bemuttert ihre Orchideen. Hab sie nur kurz beim Mittagessen gesehen“, sagte Dawn und ging dann die Treppe hinauf in ihr Zimmer.

Buffy schlenderte durch den Wintergarten hinaus in den riesigen Garten. Sie ging am Pool vorbei einen kleinen Pfad hinunter zum Gewächshaus. Leise öffnete sie die Tür und hörte wie ihre Mutter leise vor sich hin sang. Das tat sie immer wenn sie allein war und Buffy hörte ihr sehr gern zu, denn sie hatte eine wundervolle Stimme.

Sie stand hinter einer großen Pflanze und beobachtete ihre Mutter wie sie damit beschäftigt war, ihre preisgekrönten Orchideen umzusetzen. Langsam kam sie näher und räusperte sich. Joyce hatte sich so erschrocken, dass sie einen Satz zu Seite machte. „Mein Gott, Kind. Musst du mich so erschrecken?“ Sie holte tief Luft und sah dann ihre Tochter erneut an. „Wie war dein Tag, Schatz?“

„Ging so. War eigentlich so wie immer. Wir haben uns im Espresso Pump getroffen und danach sind wir etwas bummeln gegangen“, sagte Buffy und spielte mit der Blumenerde, die neben ihr in einem Sack stand. „Sag mal Mom, die neue Köchin, ist nicht zufällig die Schwester von Giles, oder?“ fügte sie noch fragend hinzu.

Joyce setzte die Orchidee, die sie gerade in der Hand hielt, zur Seite und zog sich die Handschuhe aus. „Doch ist sie. Wieso?“ wollte sie von ihrer Ältesten wissen und lehnte sich an den Tisch. „Weißt du zufällig ob sie einen Sohn hat?“ fragte Buffy verschämt.

„Ich glaub ja. Giles hatte da etwas erwähnt als er uns fragte, ob wir noch immer jemanden für die Küche bräuchten. Sie und, ich glaub er heißt William, haben eine schwere Zeit hinter sich und wollen hier ein neues Leben anfangen. Dein Vater und ich sind der Meinung, dass man ihr helfen sollte“, erwiderte Joyce und ging langsam zur Tür. „Komm Buffy, es ist schon spät und dein Dad wird gleich nach Hause kommen.“

„Hat Dad das wirklich gesagt oder hast du ihn nur wieder belabert?“ wollte Buffy wissen als sie den Kiesweg zum Pool hinaufgingen.

Joyce sah ihre Tochter mit hochgezogenen Augenbrauen an. „Du kennst mich wirklich zu gut, Buffy. Doch diesmal hast du dich geirrt. Dein Vater selbst war es der zu mir sagte, dass wir sie sofort einstellen sollen, ohne Vorstellungsgespräch. Doch ich wollte sie zuerst einmal sehen.“

„Wieso wolltest du eigentlich wissen ob sie einen Sohn hat?“ fragte sie.

Buffy wurde leicht rot. „Faith und ich sind an unserem alten Haus vorbeigegangen und da hat ein Junge den Rasen gemäht. Ich wollte nur wissen ob es sein könnte, dass dies ihr Sohn war.“

An diesen Abend musste Buffy noch lange an den Jungen mit der zerrissenen Jeans denken und sie wusste nicht warum, sie kannte ihn doch fast gar nicht.

*** *** *** *** ***

Um 10.00 Uhr standen Cordy, Harmony, Amy und Faith mit ihren Fahrrädern bei Buffy vor der Tür und warteten mal wieder auf sie.

„Na, wieder verschlafen?“ fragte Faith und grinste wie ein Honigkuchenpferd.

Buffy sah sie an und streckte ich die Zunge raus. „Nein, hab nur nicht damit gerechnet, dass ihr so pünktlich seid.“ Gerade als sie losfahren wollten, kam Hank Summers, Buffys Dad, zur Tür heraus und fragte seine Tochter: „Mäuschen kannst du mir einen riesigen Gefallen tun und in die Stadt fahren und dieses Buch aus der Buchhandlung abholen?“ Er gab ihr einen Abholschein und 100$.

Buffy stöhnte und sah ihn fragend an. „Kann Dawnie das nicht machen? Ich wollte mit meinen Freundinnen zum Strand hinunter.“

Strafend sah Hank sie an. „Okay, ich mach es“, sagte sie kleinlaut und drehte sich zu den restlichen Mädchen um. „Fahrt ihr schon mal vor, ich komm dann nach.“ sagte sie, schwang sich auf ihr Rad und fuhr los.

„B?“ rief Faith ihr noch hinterher. Buffy machte eine Vollbremsung. „Was?“ wollte sie von der Brünetten wissen. „Falls du Spike begegnest, bestell ihm schöne Grüße von mir.“

Buffy lachte und fuhr weiter. Sie hörte nur noch Harmony fragen, wer denn Spike wäre, und dass Faith darauf gar nicht reagierte.

*** *** *** *** ***

Zehn Minuten später hatte Buffy die Magic Book Box erreicht und öffnete keuchend die Tür.

Als die Klingel, die über der Tür hing, läutete, sah Will von seiner Arbeit hoch. Er war gerade dabei, die kleinen Bücher für Babys zu sortieren und saß an dem runden Tisch. Sein Herz setzte kurz aus, als er Buffy schwer atmend im Eingangsbereich stehen sah.

Sie ging weiter in den Laden hinein und dann sah sie ihn auch. „Hi“, sagte sie leise.

Spike schluckte den Kloß in seinem Hals herunter. „Selber Hi. Kann ich dir irgendwie helfen?“ Jenny war gerade nicht da und er dachte bei sich, dass dies der beste Zeitpunkt wäre, um mit seiner Arbeit anzufangen.

Buffy sah ihm in die Augen und bereute es sofort wieder. Mein Gott, was waren die blau. „Mein Dad hat dieses Buch hier bestellt. Es sollte diese Woche ankommen“, sagte sie und gab ihm den Schein.

Langsam stand er auf und ging zum Kassenbereich herüber. Er schaute unter der Ladentheke und fand ganz schnell das gewünschte Buch.

Er hob es hoch und legte es neben die Kasse. In dem Moment kam Jenny mit Kaffee und Donuts zur Tür herein. „Oh Elisabeth, schön dich zu sehen, das Buch für deinen Vater…Oh Will, du hast es ja schon gefunden. Ja dann mach mal weiter“, sagte sie und verschwand im Hinterraum.

Spike lächelte Buffy an. „Das macht dann 75 $, mein Gott, was ist das denn für ein Buch, hat das goldene Seiten oder was?“

Buffy gab ihm das Geld und nahm dann das Wechselgeld entgegen. „Sag mal Spike? Hast du nachher schon was vor?“ wollte sie wissen.

„Ich treffe mich mit Xander, Anya, Willow und Tara am Strand, wieso?“ fragte er sie und legte seinen Kopf leicht zur Seite.

Buffy sah auf den Boden. „Ach so, ich hatte gedacht, wir könnten uns auch dort treffen, aber wenn du schon mit jemanden da bist…“, sagte sie und wollte gerade aus dem Laden gehen, als er sie aufhielt. „Wieso können wir uns nicht trotzdem alle dort treffen? Was soll dieser Scheiß eigentlich mit Gewinner und Verlierer?“

Buffy drehte sich um uns sah ihn an. „Das verstehst du nicht. Das war schon immer so und das wird sich auch nicht ändern.“ Mit diesem Worten war sie auch schon verschwunden.

Als Jenny wieder in den Laden kam, stand er immer noch hinter der Kasse und schaute auf den Platz, wo Buffy vor ein paar Minuten noch gestanden hatte. „Will? Was ist los?“

Er drehte sich zu ihr und schüttelte mit dem Kopf, ging dann wieder zum Tisch und sortierte weiter die Kinderbücher.

Nach einer Weile seufzte er. „Sag mal, war das hier schon immer so, dass die Reichen nur mit den Reichen abhängen und die anderen zusehen mussten, wo sie bleiben?“ fragte er seine Tante, die sich zu ihm an den Tisch gesetzt hatte.

Jenny rückte noch ein Stücken näher zu ihm und legte eine Hand auf seinen Arm. „Das war schon immer so in Sunnydale und ich denke mal, das wird sich nie ändern. Aber wieso fragst du mich das?“

„Zur welcher Kategorie gehörtest du denn?“ wollte William wissen.

Jenny ließ die Schultern fallen. „Meine Eltern hatten nie viel Geld, also gehörte ich immer zu den Losern.“

„Ich verstehe das alles nicht. Also hängt es hier in dem Kaff davon ab, wie viel Geld deine Eltern haben oder wie? Wieso ist dann dieser Riley Finn in der Gewinnerclique?“ fragte William noch mal nach.

„Weil Finn erstens der Freund von Buffy ist und zweitens weil er der Neffe von Paul Snyder ist, deinem Schuldirektor“, antwortete Giles, der in den Laden kam und Spikes Frage mitbekommen hatte.

Spike lehnte sich in seinem Stuhl zurück und ließ das Buch, was er gerade in der Hand hielt, laut auf den Tisch fallen. „Das ist doch alles Kinderkacke.“

„Spike? Ich denke ich brauch dich nicht mehr, Rupert ist ja jetzt da. Hattest du nicht gesagt, dass du dich mit Tara treffen würdest?“ sagte Jenny und lachte leicht, als Giles seine Augen verdrehte, nachdem sie ihn Rupert genannt hatte.

Spike stand auf und nahm seinen schwarzen Ledermantel. „Ja ich wollte mich mit ihr und den anderen um 11.30 Uhr am Strand treffen. Werd dann mal.“

Als er gerade an der Tür stand, rief ihn Giles noch mal zurück und gab ihm seine Autoschlüssel. „Fahr aber vorsichtig, sie ist ein Schmuckstück.“

William lachte und verließ den Laden.

Die Tür war noch nicht ganz hinter ihm zugefallen, als Jenny sich auf Giles Schoß setzte. „Ich glaub unser Will hat sich verliebt.“ sagte sie und kuschelte sich an ihren Mann.

„Wenn er nur halb so verliebt ist wie ich in dich, dann wird er ein sehr, sehr glücklicher Mann werden“ sagte Giles und küsste seine Frau heiß und innig.

Sie vergaßen alles um sich herum. Es gab nur noch die zwei.

Wie gut, dass sich kein Kunde im Laden befand.


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