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Es regnete, wie immer eigentlich in England, als William mit
seiner Mutter
Anne in das Taxi stieg. Nun war es soweit, sie würden nach
Kalifornien fliegen
und dort ein neues Leben beginnen.
Die Scheidung seiner Eltern war gerade erst einen Monat her,
als seine Mutter
ihn vor vollendete Tatsachen stellte. Sie würden nach
Sunnydale, wo immer das
auch liegen mochte, ziehen, dort hatte sie einen Job in einem Haushalt
angenommen, den sein Onkel Rupert ihr besorgt hatte. Dieser wohnte
schon seit fünfzehn
Jahren in den USA und betrieb mit seiner Frau Jenny in dem Kaff eine
Buchhandlung, die sehr gut zu laufen schien.
Anne hatte ihn gebeten, erst einmal bei ihnen wohnen zu
dürfen, bis sie eine
eigene Wohnung fanden.
Sie kamen am Flughafen an und William sah sich aus den
riesigen Fenstern der
Wartehalle seine
Heimatstadt London
an. Wer weiß ob er jemals wieder hierher zukommen
würde. Er wollte sich alles
genau einprägen, denn er ließ soviel zurück
und konnte nichts daran ändern.
Eigentlich hatte ihm diese Stadt nur Schmerzen zugefügt.
„Es wird alles gut werden, Will!“ sagte
Anne und legte einen Arm um ihren
Sohn.
„Ich weiß, Mum! Ich
weiß…“ erwiderte er und sah hinaus auf
das
Rollfeld, wo sich ihre Maschine befand.
Er flüsterte noch etwas, was seine Mutter nicht mehr
hörte. „Schlimmer
kann es in Sunnyhell auch nicht werden.“
Den ganzen langen Flug saß er in seinem Sitz und
schrieb etwas in ein
kleines schwarzes Buch. Selbst Anne durfte niemals in dieses Buch
schauen.
Manchmal dachte sie, es wäre so etwas wie ein Tagebuch, da es
mit einem kleinen
Schloss versehen war. Sie hatte ihn aber auch niemals gefragt, was er
schreiben
würde, wenn er ihr es erzählen wollte, würde
er es tun, da war sie sich
sicher.
Sie saß da und las ein Buch, als sie
plötzlich seine Hand auf ihrem Arm spürte.
„Mum?“ fragte er.
„Weiß…Dad…wo wir hinfliegen?
Nicht dass er uns
verfolgt.“
Anne sah ihrem Sohn in die Augen. „Nein, Schatz, er
weiß nicht, dass wir
England verlassen haben. Ich habe ihm gesagt, dass ich nichts von
seinem
stinkigen Geld haben möchte. Ich komme schon klar, wenn du bei
mir bist.“
sagte sie und strich mit ihrer Hand über seine Wange.
„Das ist gut, denn wenn er dir noch einmal zu nahe
kommen sollte, dann wird
er es bitterlich bereuen!“ sagte er mit einem entschlossenen
Ton in seiner
Stimme und wandte sich wieder seinem Buch zu.
„Glaub mir, das wird er nicht.“ Anne sah
noch mal ihren Sohn an und las
dann weiter.
Den Rest des Fluges saßen sie still nebeneinander.
***
*** *** *** ***
„Wann
sollte die Maschine
landen, Rupert?“ fragte Jenny ungeduldig. Sie hatte ihre
Schwägerin seit
ihrem letzten Besuch vor drei Jahren nicht mehr gesehen.
Rupert Giles starrte auf seine Uhr und kratzte sich am Kopf.
„Eigentlich
sollten sie jeden Moment da sein, Schatz.“
Er hatte es noch nicht ganz ausgesprochen, als die Landung der
British
Airways Maschine aus London bekannt gegeben wurde.
Jenny sprang sofort auf und ging von dem kleinen
Café in die Ankunftshalle.
Rupert bezahlte erst einmal den Kaffee, den sie getrunken hatten,
folgte langsam
seiner geliebten Frau, die es anscheinend kaum abwarten konnte und wie
ein
aufgescheuchtes Huhn immer hin und her lief.
„Jenny beruhig dich, sie werden schon
kommen.“ Rupert legte ihr eine Hand
auf die Schulter und drehte sie so, dass sie ihn ansehen konnte.
„Alles wird
gut gehen.“
Sie sah ihm tief in die Augen. „Und was ist, wenn
Ethan dahinter gekommen
ist? Was ist, wenn er sie wieder krankenhausreif geschlagen hat und sie
uns
nicht benachrichtigen konnte? Was ist, wenn William wieder abgehauen
ist und von
allem nichts weiß...?“
„Jenny hör auf. Ich hab vorgestern noch mit
ihr gesprochen und sie sagte
mir, dass alles in Ordnung wäre. Ethan ist auf einer
Geschäftsreise in Asien,
also kannst du dich beruhigen und dich auf eine weitere Frau in unseren
großen
Haus freuen, während ich mich mit William
anfreunde.“ unterbrach er sie und
nahm sie in den Arm.
„Da kommen sie, wohlbehütet und
gesund“, flüsterte er in Jennys Ohr.
Diese drehte sich um und lief ihrer Schwägerin entgegen.
Nachdem alle sich begrüßt hatten, machten
sie sich auf den Weg zu Ruperts
und Jennys Haus, das jetzt auch das neue Zuhause von William und Anne
sein würde.)
***
*** *** *** ***
Nachdem sie das Gepäck geholt und es in dem BMW
verstaut hatten, fuhren sie
in Richtung Innenstadt. Jenny wollte unbedingt, das sie die
Buchhandlung sahen,
also machten sie einen kleinen Abstecher dorthin.
Nach einer kleinen Führung durch den Laden fuhren sie
dann zu dem kleinen
Haus von Rupert und Jenny.
„Wenn du möchtest, kann ich dich morgen
schon mal mit zur Highschool
nehmen, William. Dort muss sowieso noch einige Bücher
katalogisieren“ sagte
Rupert, der nebenberuflich noch der Bibliothekar an der Schule war.
„Aber ich
will dich zu nichts zwingen, ist ganz allein deine
Entscheidung.“
„Ich denke, das wäre eine gute Idee, du
nicht auch Will?“ sagte Anne und
sah ihren Sohn an, der wieder einmal aus dem Fenster starrte.
Ohne seinen Blick zu verändern murmelte er.
„Ist mir relativ egal. Ab wann
muss ich denn dort hin?“
Im Moment waren noch Sommerferien, doch die dauerten nur noch
zwei Wochen und
dann musste er sich darauf einstellen, zur Schule zu gehen.
Er war zwar schon achtzehn, doch da er im letzten Jahr kaum
zur Schule
gegangen war, hatte es Anne für besser gehalten, wenn er das
letzte Jahr noch
einmal wiederholte. Ihm war es eigentlich scheißegal.
„Zwei Wochen sind noch Ferien, doch ich dachte, ich
könnte dir schon mal
alles zeigen, dann findest du dich demnächst besser
zurecht.“ antwortete ihm
Rupert.
„Okay, dann werd ich morgen mitkommen“,
sagte er und fügte in seinem
Kopf noch hinzu: *Hab ja doch nichts besseres vor.*
Als das Auto die Auffahrt hinauffuhr, sah William, dass ein
blondes Mädchen
vor der Haustür bitterlich weinte.
Jenny stellte den Motor aus, stieg so schnell wie
möglich aus dem Auto aus
und rannte zu dem Mädchen hinüber.
„Wer ist das?“ fragte Anne.
Rupert drehte sich zu ihr um und seufzte. „Das ist
Tara McClay. Die Tochter
unseres Nachbarn. So wie es aussieht, hat ihr Vater mal wieder etwas
ausgefressen und sie weiß nicht, wohin sie gehen
soll.“
„Wird sie geschlagen?“ fragte eine leise
Stimme vom Rücksitz.
„Soweit wie ich weiß, nicht, doch ihre
Mutter ist schwer krank und ihr
Vater tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste. Er
würde niemals die Hand
gegen seine Tochter erheben, das kann ich mir bei Tom nicht
vorstellen.“ erklärte
Giles.
Bei diesem Satz kam in William alles wieder hoch.
„Das haben auch viele von Dad gedacht! Und was hat
dieses Arschloch mir und
Mum angetan?“ giftete Will zurück und begann vor Wut
zu zittern
Anne legte eine Hand auf seinen Arm und wollte etwas sagen,
doch dieser riss
die Tür auf und stieg aus, knallte die Autotür zu und
rannte zu den Palmen,
die vor dem Haus standen um eine Zigarette zu rauchen.
Währenddessen versuchte Jenny, Tara zu beruhigen um
zu erfahren, was
passiert war.
Als Tara ihr erzählt hatte dass ihre Mutter in der
letzten Nacht ins
Krankenhaus eingeliefert worden war und es sehr schlecht um sie stehen
würde,
fing das Mädchen wieder an zu weinen.
Jenny nahm sie in den Arm und ging mit ihr ins Haus.
Giles und Anne waren mittlerweile auch ausgestiegen und trugen
die Koffer ins
Haus. „Will, es wäre nett, wenn du uns ein wenig
helfen könntest.“ hörte
er seine Mutter rufen.
William warf die Zigarette auf den Boden, trat sie aus und
ging mir dem Händen
in den Hosentaschen zum Auto. Er holte seine beiden Sporttaschen heraus
und
folgte seinem Onkel und seiner Mutter ins Haus.
***
*** *** *** ***
Jenny saß mit Tara in der Küche. Das
Mädchen hatte sich offensichtlich
wieder etwas gefangen, als William die Küche betrat um sich
etwas zu trinken zu
holen.
Tara sah ihn kurz an, doch als sich ihre Blicke trafen, sah
sie verschämt
weg.
„Ich beiß dich nicht“, sagte er
und streckte ihr seine Hand entgegen.
„ Ich heiße übrigens Spike.“
Jenny und Tara sahen ihn, an als ob er von einem anderen
Planeten kommen würde.
„Spike?“ sagten beide gleichzeitig.
„Ja, das ist mein Spitzname, doch sag ihn nie in
Gegenwart meiner Mutter,
sie hasst es, wenn mich jemand so nennt. Ansonsten kannst du mich auch
Will
nennen.“
Tara sah ihn schüchtern an. „Von wem hast
du den Namen bekommen?“
„Meine Freunde in London haben mich immer so
genannt, weil ich meine Haare
vor ein oder zwei Jahren immer in Spitzen nach oben gegelt
habe.“
„Hattest du viele Freunde? Wirst du sie
vermissen?“ fragte Tara weiter.
Jenny verließ derweilen die Küche mit einem
Lächeln im Gesicht.
„Ein paar wirklich gute und mit vielen hab ich mich
einfach nur gut
verstanden. Wir waren ne Clique von ungefähr 15 Mann, da kann
man nicht jeden
genau kennen.“ lachte er. Auf die Frage, ob er sie vermissen
würde,
antwortete er nicht.
Tara sah ihn an. „Meine Clique ist nicht so
groß. Sie besteht nur aus drei
Mädchen und einem Jungen. Wenn du willst, kann ich sie dir ja
mal
vorstellen?“
„Okay. Das wäre echt cool. Wann?“
fragte Spike und legte seinen Kopf
schräg.
„Wir treffen und jeden Freitag im Bronze. Das ist
der einzigste Club hier
in Sunnydale. Also wie sieht es aus? Hast du morgen Abend
Zeit?“
Spike lächelte sie an, ging zum Kühlschrank
und holte sich eine Flasche
Wasser heraus. „Ich werde da sein.“ Mit diesen
Worten verließ er die Küche,
um nach wenigen Augenblicken wieder zu kommen. „Wo ist denn
dieses Bronze?“
Tara lachte, stand auf und ging langsam in Richtung
Haustür. „Ich hole
dich morgen um 18.00 Uhr ab, okay?“
„Okay! Und das mit deiner Mum tut mir
leid.“ sagte er und legte ihr eine
Hand auf die Schulter. „Ich hoffe, dass es ihr bald etwas
besser geht.“
„Das wünsche ich mir auch. Wenn mein Vater
bloß nicht immer solch eine
Scheiße bauen würde. Er sitzt schon wieder in
Untersuchungshaft. Sie haben ihn
beim Autoklauen erwischt. Wie gut dass mein großer Bruder
Brian im Moment da
ist. Ist auch egal,“ sie öffnete die Tür.
„Sagst du Giles und Jenny noch
Tschüß von mir? Und wir sehen uns dann morgen um
18.00Uhr.“
Und die Tür fiel hinter ihr ins Schloss.
Spike holte tief Luft, drehte sich um und lief direkt in Jenny
hinein.
„Das war sehr nett von dir, SPIKE. Sie kann ein
bisschen Ablenkung
gebrauchen.“ sagte sie und das Grinsen wurde immer breiter.
Ohne ein weiteres Wort ging er die Treppe hinauf in sein neues
Zimmer.
Vielleicht würde es doch nicht so langweilig in Sunnyhell
werden.
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Buffy rannte die Treppe hinunter und hüpfte
gutgelaunt in die Küche.
„Morgen Mum“, sagte sie und klaute eine Weintraube
von dem Teller ihrer
Mutter. „Ist es okay für dich, wenn ich gleich zu
Cordy rübergehe? Wir
treffen uns mit den anderen Cheerleadern auf dem Sportplatz und wollen
trainieren.“ fügte sie hinzu, nachdem sie sich
zwischendurch erneut eine
Traube stibitzt hatte.
„Du wolltest mir doch noch im Garten helfen? Und
wieso trainiert ihr in den
Ferien?“ wollte Buffys Mutter Joyce wissen.
„Das erste Spiel der Razorbacks ist in drei Wochen
und dafür wollen wir
fit sein, Mum. Kann Dawnie dir nicht im Garten etwas zur Hand
gehen?“
erwiderte Buffy.
Joyce seufzte und sah ihre siebzehn jährige Tochter
an. „Okay, dann zisch
ab. Aber zum Mittagessen bist du wieder da, haben wir uns verstanden!
Nicht dass
du stundenlang nach dem Training im Einkaufszentrum
herumlungerst.“
„Oki Doki, bin dann um ein Uhr wieder
hier.“ Buffy schnappte sich das
Sandwich, das ihre Mutter ihr gemacht hatte und rannte zum
Hinterausgang hinaus.
Joyce sah ihr nach und seufzte noch einmal, bevor sie sich
daran machte, ihre
Jüngste aus dem Bett zu schmeißen.
*** *** *** *** ***
Zwei blonde Mädchen und eine brünette liefen
den Gehweg in Richtung
Highschool entlang.
„Habt ihr das auch gehört?“
fragte Harmony ganz aufgeregt.
Buffy schaute Cordy an und diese fragte dann etwas gelangweilt
„Was denn,
Harm?“ und verdrehte dabei die Augen.
„Wir sollen einen neuen Schüler kriegen.
Soweit wie ich es verstanden
habe, soll er aus England kommen und mit dem Bibliothekar verwandt
sein. Habt
ihr davon denn nichts mitbekommen?“ lüftete Harmony
das Geheimnis.
Buffy sah Harmony an. „Nein, davon haben wir noch
nichts gehört. Wir sind
ja nicht alle so geil auf neue Jungs wie du. Sag mal, weißt
du eigentlich noch,
für wie viele du schon die Beine breit gemacht hast?“
Harmony legte ihren Kopf schräg und fing an, die
Jungs an ihren Fingern
abzuzählen und murmelte die Anzahl vor sich hin.
*Jetzt haben wir wenigsten ein paar Minuten Ruhe* dachte sich
Buffy und
machte mit Cordy einen High Five.
Buffy lehnte sich im Gehen etwas zu Cordy herüber:
„Wenn er nur halb so
gut aussieht wie Mr. Giles, dann müssen wie Harmony hier wohl
festketten! Der
wird ansonsten seines Lebens nicht mehr froh.“
„Da hast du verdammt Recht“, sagte
Cordelia und bog mit ihren beiden
Freundinnen um die Ecke, als sie plötzlich mit jemand zusammen
stieß. „Ey,
passt doch auf…Angel? Was machst du denn hier, ich dachte,
du wärst noch mit
deinen Eltern in Italien?“
Angel sah ihr tief in die Augen. „ Auch
schön dich zu sehen, Cordy. Mein
Vater musste dringend geschäftlich wieder
zurückfliegen und da er Mum nicht
vertraut, mussten wir mit, aber sag mal, bekomm ich denn keinen
Kuss?“ Er
lehnte sich herunter und küsste sie so leidenschaftlich, dass
Cordelias Knie
weich wurde. „Ich hab dich vermisst,
Schätzchen“, fügte er nach dem Kuss
flüsternd hinzu.
„Ich dich auch.“ sagte sie mit zittriger
Stimme. „Wir sind gerade auf
dem Weg zum Training, willst du mitkommen?“
Angel sah Buffy und die immer noch vor sich hinmurmelnde
Harmony an, bevor
sein Blick sich wieder in Cordelias braunen Augen verlor.
„Ich dachte
eigentlich, dass ich mit dir irgendwo hingehen könnte, wo wir
beiden ganz
ungestört sind“ sagte er und wackelte andeutungsvoll
mit den Augenbrauen.
Buffy merkte, dass Cordelia im Moment auch nichts anderes
wollte. „Weiß du
was, Cordy, ich denke, für ne Stunde könnten wir das
ganze doch verschieben.
Wir warten dann am Sportplatz auf dich, okay?“ sagte sie,
nahm Harmony am Arm
und zog sie mit sich.
Angel und Cordy warteten nicht lange und verschwanden kichernd
in das nächst
beste Versteck.
***
***
*** *** ***
„Will!“
„WILL!“
„WILLIAM!“
„WILLAM
MICHAEL RAYNE!“
Anne rief ihren Sohn nun schon seit geschlagenen zehn Minuten,
doch der wurde
einfach nicht wach. Sie stand neben seinem Bett und schüttelte
ihn. Langsam
begann er sich zu regen und zog sich das Kissen über den Kopf.
„Mum, ich will
noch nicht aufstehen. Ich hab doch noch gar nicht so lange
geschlafen.“
„Mein Freund, es ist mittlerweile 10.30 Uhr und du
bist um 22.00 Uhr ins
Bett gegangen. Ich denke, du hast vorerst genug geschlafen und
außerdem wollte
Rupert dich heute mit zur Schule nehmen. Du wirst also jetzt aufstehen,
dich
duschen und dann kommst du in die Küche, ich hab dir
Frühstück gemacht.“
Mit diesen Worten drehte sie sich um und verließ das Zimmer.
Spike wusste ganz genau, dass er seine Mutter nicht
verärgern sollte, also
drehte er sich auf den Rücken, regte sich und setzte sich auf
die Bettkante.
Sich an der Brust kratzend stand er auf und ging zu seinem Koffer
hinüber,
suchte sich die Klamotten heraus, die er anziehen wollte und schlurfte
ins Bad.
Zwanzig Minuten später stand er frisch geduscht in
der Küche und aß mit
Widerwillen das Sandwich, was seine Mutter ihm gemacht hatte, denn
eigentlich
zog er es vor, morgens nichts zu essen.
Sie hörten wie Rupert die Treppe herunterkam und es
dauerte auch nicht
lange, bis er in die Küche trat. „Guten
Morgen“, sagte er gutgelaunt.
„Ich hoffe, ihr habt gut geschlafen!“ Er ging zu
seiner Schwester hinüber
und küsste ihren Scheitel.
„Ja, danke.“ sagte sie und
schüttete sich noch einen Kaffee ein.
Spike sagte gar nichts und sah nur auf den Boden.
„Will, bist du bereit,
dir die Schule anzusehen?“ hörte er seinen Onkel
fragen. Er sah zu ihm hinauf
und zuckte mit den Schultern. „Wenn es unbedingt sein muss,
ich hab ja heut
doch nichts anderes vor.“
„Oh, hier haben wir wohl einen Morgenmuffel, wie?
Das macht nichts, Jenny
ist morgens auch immer so, das bin ich gewöhnt. Also, wollen
wir dann los?“
sagte Giles und grinste seine Schwester an, die ihn mit
großen Augen musterte.
Widerwillig stand Spike auf, gab seiner Mutter einen Kuss und
folgte Rupert
Giles zu seinem alten, klapprigen grauen Citroen.
Dass der Wagen nicht schon beim Starten auseinander fiel, war
ein Wunder.
Will räusperte sich und sah seinen Onkel an. „Und du
bist dir sicher, dass
wir mit diesem Gerät heil ankommen, wo ist denn der
BMW?“
„Der BMW ist Jennys Auto und die ist schon seit zwei
Stunden in der `Magic
Book Box´, unserer kleinen Buchhandlung. Dieses
Schätzchen hier ist mein Auto
und es hat mich bis jetzt immer an mein Ziel gebracht“
informierte er seinen
Neffen etwas beleidigt, startete das Auto und fuhr ohne ein weiteres
Wort los.
Die ganze Fahrt über sagte Spike kein Wort und
starrte wie immer aus dem
Fester. Er dachte an England und an seine Freunde. Tara hatte ihn am
Tag zuvor
gefragt, ob er sie vermissen würde und verdammt noch mal, er
vermisste sie so
sehr, dass es wehtat.
Als der Wagen anhielt, schaute Rupert zu ihm herüber.
„Will? Geht es dir
gut?“ fragte er besorgt, er wusste wie es war, seine Freunde
und Familie zurückzulassen.
Er hatte es selber mitgemacht, als er vor 15 Jahren nach Amerika
gegangen war,
um die ägyptische Mythologie an der UCLA zu studieren, dort
hatte er auch Jenny
kennen und lieben gelernt.
„Mir geht’s gut. Ich werde nur etwas Zeit
brauchen, mich hier
einzuleben“, antwortete
William
etwas traurig. „Doch davon werd ich nicht sterben,
Rupert.“
„Würdest du mir einen Gefallen
tun?“ fragte sein Onkel und sah ihn
hoffnungsvoll an.
Spike drehte den Kopf. „Kommt ganz darauf an, was du
willst.“
Rupert räusperte sich. „Meine Freunde und
selbst meine Frau nennen mich
Giles. Würde es dir was ausmachen, mich nicht mehr RUPERT zu
nennen, das ist
ein furchtbarer Name.“
Spike lachte laut auf. „Nur unter der Bedingung,
dass du mich nicht mehr
WILLIAM nennst. Will oder Spike wären mir auch
lieber.“
„Spike?“ fragte Giles und sah seinen
Neffen verwundert an. „Was sagt
denn deine Mutter zu DEM Spitznamen?“
„Frag nicht und sag ihn nicht, wenn sie dabei ist,
sie hasst es, wenn mich
jemand so nennt.“ Nach einer kurzen Pause fragte Spike
„Sollen wir uns den Höllenschlund
ansehen?“
„Höllenschlund?.... Ach du meinst die
Schule, sicher, lass uns gehen.“
sagte Giles und stieg aus. Spike holte währenddessen tief Luft
und seufzte,
bevor er seinem Onkel folgte.
Giles zeigte ihm alle Räume und erklärte ihm
alles, bis ein etwas kleinwüchsiger
Mann auf sie zukam. Spike fand, dass er irgendetwas von einem Troll
oder Gnom
hatte, und als dieser den Mund aufmachte, wusste er schon, dass er ihn
absolut
nicht leiden konnte.
„Mr. Giles, wie schön, dass sie sich auch
mal sehen lassen. Wollten sie
nicht schon vor Wochen die Bibliothek auf Vordermann bringen? Und wer
ist das?
Ist das ihr verruchter Neffe?“ giftete der Mann ohne Manieren
los.
Spike merkte, dass Giles mit einem Mal nervös wurde.
„Ja, das ist mein
Neffe, Mr. Snyder. Und ich habe noch genügend Zeit, die
Bibliothek aufzuräumen,
sind ja immerhin noch zwei Wochen.“
Snyder drehte sich von Giles weg und musterte Spike von oben
bis unten und
sagte dann: „Wir haben hier zwar keine Schuluniform, aber
falls sie sich wagen
sollten, solch eine Hose während des Unterrichts anzuziehen,
dann gnade ihnen
Gott.“ sagte dieser schnippisch und sprach damit auf Spikes
löchrige, fast
weiße Jeanshose an.
Spike sah ihn fragend an und schaute zu Giles
herüber. „William, das ist
Mr. Snyder, der Direktor dieser Schule. Mr. Snyder, dies
ist…“
„William Michael Rayne. Der
größte Schulschwänzer, den England je
gesehen hat. Ihre Akte liest sich wie ein Horrorroman. So etwas
brauchen sie
hier nicht abzuziehen, sonst fliegen sie schneller von der Schule, als
ihnen
lieb ist, haben wir uns da verstanden?“ fiel Snyder ihm ins
Wort und baute
sich vor Spike auf.
Dieser musste sich das Lachen verkneifen. Was dachte sich
dieser Sitzriese
eigentlich, dass er vor Angst schlottern würde? Er stellte
sich kerzengerade
hin, salutierte wie ein Soldat. „Sir, Ja, Sir.“
„Sie finden sich wohl sehr witzig“,
bemerkte Snyder. „Ich werde sie im
Auge behalten.“ Mit diesen Worten drehte er sich um und ging
den Gang hinunter
zu seinem Büro.
„Was hat der denn für ein
Problem?“ Spike sah seinem zukünftigen
Schuldirektor nach. „Ist der immer so drauf?“
Giles seufzte. „Ich habe ihn noch nie anders
erlebt…So, nun zeige ich dir
noch den Sportplatz und dann muss ich mich an die Arbeit
machen.“
Spikes Laune änderte sich schlagartig, als er
darüber nachdachte, was
dieser Troll über ihn gesagt hatte. „Das stimmt, ich
war letztes Jahr fast
gar nicht in der Schule! Ich wollte nicht, dass die Lehrer bemerkten,
was Zu
Hause los war…und das letzte Jahr war…ich bin oft
wochenlang nicht nach
Hause gekommen…Hab Mum allein
gelassen…mit…mit diesem…“
„Will, du brauchst dich vor mir nicht zu
rechtfertigen, ich kenne deinen
Vater schon länger als deine Mutter. Er war mal mein bester
Freund…Aber lass
uns nicht mehr von ihm sprechen. Ich will dass du versuchst, alles
hinter dir zu
lassen und hier in Sunnydale ein neues Leben anfängst. Wer
weiß, vielleicht
findest du hier auch die Liebe deines Lebens.“ sagte Giles,
legte Spike einen
Arm um die Schultern und schob ihn in Richtung Sportplatz.
*** *** *** *** ***
Buffy zog Harmony immer noch hinter sich her, als sie auf dem
Platz ankamen.
Die anderen Mädchen waren schon da.
„Was ist mit der denn los?“, fragte Faith.
„Zählt die ihre
abgestorbenen Gehirnzellen oder was?“
„Hey!“ sagte Harmony sauer.
„Mann, jetzt kann ich wieder von vorn
anfangen. Eins, Zwei, Drei…“
Faith sah Buffy fragend an und diese grinste nur
zurück, dann lehnte sie
sich zu der dunkelhaarigen, gut gebauten Sexbombe herüber.
„Ich hab sie nur
gefragt, ob sie noch wüsste, für wie viel
Männer sie schon die Beine breit
gemacht hat. Damit ist erst einmal beschäftigt und nervt uns
nicht mit ihren
gehirnlosen Kommentaren.“
Amy kam zu ihnen herüber. „Wo ist den
Cordy? Lass mich raten, Angel ist
wieder da?“
„Japp!“ sagte Buffy. „Ich hab
ihr eine Stunde gegeben. Wir können uns
in der Zeit ja warm machen. Ich glaub, ihr wird im Moment warm genug
sein!“ fügte
Buffy zwinkernd hinzu.
Faith, die die stellvertretende Head-Cheerleaderin war,
ließ alle Mädchen
um sich versammeln und erklärte ihnen, worum es ging und was
sie trainieren
wollten.
Sie stellten sich in eine Reihe auf und machten erst einmal
ein paar Dehnübungen,
als Buffy plötzlich aus den Augenwinkeln zwei Personen sah.
Sie drehte ihren
Kopf und ihr Herz blieb beinahe stehen. Dort stand er, der
Märchenprinz, auf
den sie ihr ganzes Leben gewartet hatte, das meinte sie zumindest.
Riley Finn
und sein „Cousin“ Parker Abrams standen am Rand des
Footballfeldes und sahen
den Mädels beim Aufwärmen zu.
Riley kam langsam auf sie zu, schlang seine Arme um ihre
Hüften und hob sie
zu einem innigen Kuss hoch. „Hey Buffy. Hast du mich
vermisst?“ fragte er,
nachdem der Drang zum Atmen immer größer wurde.
„Sicher hab ich das, du warst schließlich
sechs Wochen irgendwo in
Iowa.“ erwiderte Buffy atemlos. „Wir
können nachher noch reden, jetzt muss
ich mich erst einmal warm machen.“ Sie gab ihm noch einen
kleinen Kuss und
stieß ihn von sich.
Riley ging zurück zu Parker und sie setzten sich auf
eine Bank. „Halt bloß
deine Klappe, Alter. Buffy darf nie erfahren, dass ich in Iowa Sam
kennen
gelernt hab. Ich brauch schließlich hier auch was zum
flachlegen.“ sagte
Riley zu seinem Cousin und stieß ihm dabei in die Rippen.
Parker sah ihn mit großen Augen an. „Ich
dachte, die Summers hat dich noch
nicht rangelassen?“
„Was noch nicht ist, kann ja noch werden. Ich denke,
ich hab sie bald
soweit, dass sie für mich die Beine spreizt.“
informierte er Parker. „Und
dann werd ich es ihr so richtig besorgen.“
„Ich wette mit dir, dass du das in den
nächsten drei Monaten nicht
schaffst!“ forderte Parker ihn heraus. „Die ist
ziemlich prüde.“
„Um was wetten wir?“ wollte Riley wissen.
Parker überlegte einen Moment. „Ein Fass
Bier für die nächste
Strandparty!“
„Abgemacht.“ Riley nahm an und besiegelte
die Wette mit einem Handschlag.
*** *** *** *** ***
Giles und Spike gingen nur kurz über das Footballfeld
und sahen, dass die
Cherleader trainierten. Da sie diese nicht stören wollten,
gingen sie schnell
in die Bibliothek und begannen, diese aufzuräumen. Spike
konnte einen kurzen
Blick auf das schönste Mädchen, das er je gesehen
hatte, werfen und war sich
sicher, dass er sie unbedingt näher kennen lernen wollte.
Um 15.00 Uhr fuhren er und Giles zur Magic Book Box und holten
Jenny zum
Mittagessen ab, was Anne gekocht hatte.
Nach dem Essen
blieb Spike noch
etwas Zeit, bis Tara ihn abholen würde. Er legte sich auf sein
Bett, nahm das
kleine schwarze Buch aus seiner Reisetasche und begann zu schreiben.
“I
hear the ticking of
the clock
I'm lying here the room's pitch dark
I wonder where you are tonight
No answer on the telephone
And the night goes by so very slow
Oh I hope that it won't end though
Alone”
Immer wieder dachte er an dieses blonde Mädchen,
welches er heute Mittag auf
dem Sportplatz gesehen hatte.
Wer war sie?
Das war genau das, was er herausfinden wollte.
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Pünktlich um 18.00 Uhr klingelte es an der
Tür. Spike rannte die Treppe
hinunter und riss die Tür auf. „Hi Tara,
schön, dich zu sehen.“
Verlegen schaute sie auf den Boden. „Hi.“
flüsterte sie.
„Warte, ich hole eben meinen Mantel und dann
können wir auch schon
loseiern.“ sagte er und griff nach seinem schwarzen
Ledermantel, der an der
Garderobe hing. Lässig zog er ihn über, drehte sich
um und rief seiner Mutter
noch zu, dass er jetzt gehen und so gegen Mitternacht wiederkommen
würde. Sie hörten
noch, wie Anne ihnen viel Spaß wünschte und dann zog
Will die Tür hinter
ihnen zu.
„Bist du immer so still?“ wollte er
wissen, nachdem sie ungefähr fünf
Minuten nebeneinander hergegangen waren, ohne ein Wort zu wechseln.
„Meistens“, sagte sie fast lautlos.
„Ich brauche etwas Zeit, um mich an
neue Leute zu gewöhnen.“
Will sah sie an und nickte mit dem Kopf. „Aha.
Hoffentlich legt sich das,
denn ich bin ein Mensch, der sich gern unterhält. Ich kann
mich manchmal
stundenlang über ein und dasselbe Thema unterhalten. Also,
lass doch mal was
von dir hören.“
Tara schaute ihn schüchtern an. „Was
möchtest du denn von mir wissen?“
„Was du so in deiner Freizeit treibst und so
etwas.“
„Also, ich lese sehr viel, hauptsächlich
alles, was mit Magie und Zauberei
zu tun hat, ich treffe mich gern mit meinen Freunden und dann
unternehmen wir
meistens irgendetwas Spontanes. Wir machen nie Pläne. Willst
du noch etwas
wissen?“
„ Mhm…mal sehen…Welche Musik
du magst?“ erwiderte er.
Sie überlegt nicht lange. „Ich
höre gern Pop, Rock ist auch ganz
annehmbar. Was ich überhaupt nicht mag, ist Rap und
so´n Zeug. Und du?“
„Punk, Hard Rock, Metal… alles was noch
handgemacht ist. Die ganze Scheiße,
die man mit Computern machen kann, ist doch keine Musik. Musiker
müssen sich
auf der Bühne den Arsch abspielen und der Schweiß
muss in Strömen fließen,
das ist Musik.“ sagte er und fuchtelte wild mit den
Händen in der Luft herum.
Tara musste lachen. „Machst du selbst auch
Musik?“ wollte sie wissen.
Spike seufzte. „In England hatte ich eine eigene
Band. Ich spiele etwas
Gitarre und Klavier. Mal schauen, vielleicht lerne ich hier ja auch ein
paar
Leutchen kennen, mit denen ich spielen kann.“ Man konnte
förmlich merken, wie
er trauriger wurde.
„Hey, lass den Kopf nicht hängen. Das wird
schon.“ sagte sie und legte
ihm eine Hand auf die Schulter.
Er lächelte. „Bestimmt nicht, luv. Wo ist
den dieses Bronze?“
„Da vorn“, sie zeigte mit ihrer Hand in
die Richtung und nun konnte er
die grelle Leuchtreklame auch schon sehen. Es schien der einzige
annehmbare Club
in der Stadt zu sein, denn es lungerten einige Leute davor herum.
„Hi Tara. Wie geht’s dir, Baby?“
fragte der Türsteher und sie lächelte
ihn an. „Gut, Larry. Wie immer.“
Er musterte Spike von oben bis unten. „Ist das der
neue?“ wollte Larry
wissen.
Spike zog verwirrt die Augenbrauen hoch. „Nichts
für ungut, ist halt ne
kleine Stadt. Da spricht sich das rum, wenn jemand von England hierher
zieht.“
„Klar“, lachte Spike und ging an Larry
vorbei, um Tara in den Club zu
folgen. Sie
steuerte schnurstracks
auf eine der Sitzecken zu, an dem zwei Mädchen und ein etwas
grimmig
reinschauender Junge saßen.
„Hi Leute“, sagte Tara, umarmte das
rothaarige Mädchen und gab ihr einen
Kuss. Spike fielen fast die Augen aus dem Kopf. Tara wurde knallrot,
als sie ihn
wieder ansah und er verschmitzt grinste.
„Spike, das ist Willow, meine Freundin. Xander,
Willows bester Freund und
dessen Freundin Anya“ stellte sie ihm die anderen vor.
Willow winkte ihm leicht zu, während Xander ihn
misstrauisch beobachtete.
Anya stand auf und ging auf ihn zu. „Spike? Ist das nur so
ein Spitzname oder
hast du so etwas in deiner Hose?“ fragte sie ihn.
Verwirrt schüttelte er seinen Kopf. „Anya,
muss du denn immer so direkt
sein?“, fragte Willow. Anya sah ihren Freund wütend
an. „Wenn Xander mich
schon seit zwei Tagen nicht mehr ranlässt, muss ich mir doch
etwas einfallen
lassen, oder?“
Xander verdrehte die Augen, stand auf und ging an die Bar.
„Solltest du ihm
nicht nachgehen oder so etwas?“ fragte Tara. Anya
stöhnte. „Wieso ist das
mit euch Jungs immer nur so problematisch?“
Spike sah sie an und zuckte mit den Achseln. Sie drehte sich
um und ging zu
ihrem Freund hinüber. „Was hat die denn für
ein Problem?“ fragte er, als
er sich zu Willow und Tara umdrehte.
Willow lachte ihn an. „Wenn sie nicht mindestens
dreimal pro Tag Sex hat,
ist sie nicht zufrieden und Xander hat im Moment scheinbar einen
Tiefpunkt.“
„Ach so. So etwas nennt man glaub ich
sexsüchtig!“ erklärte William und
schaute zu dem anscheinend streitenden Paar hinüber. Er wandte
seinen Blick
wieder Tara und
Willow zu und
wollte gerade etwas sagen, als er sah, dass die beiden in einem sehr
innigen
Kuss vertieft waren. Also sah er sich etwas im Bronze um.
Der Laden war nicht
besonders
groß, aber es gab eine Bühne, auf der wohl
öfter mal Bands spielten,
allerdings nicht an diesem Abend. Sein Blick wanderte nach oben, er
erspähte
den Balkon und ihm blieb fast das Herz stehen, als er das blonde
Mädchen vom
Sportplatz dort oben sah. Sie saß dort mit einem Jungen und
zwei ihrer
Freundinnen. Der Junge konnte seine Finger nicht bei sich behalten und
begrabbelte immer wieder ihr Knie, was sie anscheinend nicht so
prickelnd fand,
denn sie schob diese immer wieder zur Seite und sah ihn böse
an.
„Das ist Buffy Summers. Aber bei der kannst du es
vergessen. Die ist schon
seit einem Jahr mit Riley zusammen“, sagte jemand neben ihm.
Er drehte sich
zur Seite und sah, dass es Xander war.
Spike sah ihn an. „Wer ist Buffy?“ fragte
er unschuldig.
„Die Blondine, die du seit nun mehr als zehn Minuten
anstarrst“, lachte
Xander und schlug Spike mit einer Hand auf die Schulter.
„Komm, ich geb dir
was aus.“
William schaute noch ein letztes Mal zum Balkon hoch und sah,
wie Buffy und
Riley sich küssen und obwohl er sie überhaupt nicht
kannte, stieg Eifersucht
in ihm hoch. Er seufzte und ging dann mit Xander zur Bar
hinüber.
*** *** *** *** ***
Buffy unterhielt sich mit Faith und Cordelia über das
Training und wann sie
sich das nächste Mal treffen sollten, da einige von den neuen
Cheerleadern es
noch nicht so richtig draufhatten.
Doch Riley hatte etwas ganz anderes im Sinn. Immer wieder
versuchte er, seine
Hand unter ihren Jeansmini zu schieben und Buffy schwor sich, wenn er
es noch länger
machen würde, dann hätte er eine hängen, die
sich gewaschen hatte.
Wie oft hatte sie ihm gesagt, dass sie noch nicht dazu bereit
wäre, mit ihm
zu schlafen? Warum wollte er es nicht einfach akzeptieren?
Sicher, sie war jetzt schon ein Jahr mit ihm zusammen, doch
ihr erstes Mal
sollte etwas ganz Besonderes sein und sie wollte auf den richtigen
Moment
warten. Alles sollte stimmen, der Mann, der Ort, das Ambiente und
natürlich
sollte es die große Liebe sein.
Aber warum hatte sie es dann noch nicht getan? Sie liebte
Riley und er liebte
sie. Warum waren da immer noch gewisse Zweifel?
„Lass das, Riley“, schnauzte sie auf
einmal los. „Ich unterhalte mich
mit meinen Freundinnen. Geh und hole mir ´ne Coke
Light.“
Faith setzte sich aufrecht auf ihren Stuhl und lehnte sich zu
Riley herüber.
„Du könntest mir auch eine mitbringen, wenn du schon
mal gehst“, hauchte
sie.
Sauer stand Riley auf. „Soll ich dir auch was
mitbringen, Cordy?“ fauchte
er.
„Wenn du mich so fragst? Sicher, ein Ginger Ale
wäre nicht schlecht.“
antwortete Cordelia und klimperte mit den Wimpern.
Wie ein Elefant stampfte Riley die Stufen hinunter zur Bar.
Buffy sah ihm nur
kurz hinterher und wandte sich dann wieder ihren Freundinnen zu.
„Was gefällt die eigentlich an dem,
B?“ wollte Faith wissen.
Cordelia sah ihre dunkelhaarige Freundin an und nickte.
„Ja, Buffy, was hat
er was andere nicht haben?“
Buffy zuckte mit den Schultern. „Ich hab keine
Ahnung, aber ich bin mir
sicher, dass ich ihn liebe und er mich. Es ist irgendetwas an ihm, das
mich
fesselt, ich kann euch nur nicht sagen, was es ist.“
Faith stand auf und setzte sich auf den Stuhl, auf dem Riley
vorher gesessen
hatte. „Habt ihr es schon miteinander getrieben?“
flüsterte sie Buffy
fragend ins Ohr. Als Buffy mit dem Kopf schüttelte, war
für sie alles klar.
Buffy liebte ihn nicht wirklich. „Weiß du was ich
glaube, B.? Du liebst
diesen Möchtegernmacho überhaupt nicht. Du meinst das
nur, weil von wegen
erste große Liebe und so, aber glaub mir, wenn du ihn
wirklich lieben würdest,
dann hättest du schon längst mit ihm
gepoppt.“
„Ich will doch nur, dass alles perfekt ist, wenn ich
meinem Körper an
einen Mann verschenke. Ist das denn so schlimm? Ich heiße
doch nicht Harmony,
die sich an jeden heranschmeißt, der drei Beine
hat…!“
„OH MEIN GOTT…..“
„Wenn man vom Teufel spricht…“
sagte Buffy genervt, als Harm die Treppe
herauf gestürmt kam. „OH MEIN GOTT…HABT
IHR IHN AUCH GESEHEN…OH MEIN
GOTT!!!“
„Erstens: Könntest du aufhören zu
schreien! Zweitens: Wen sollen wir
gesehen haben? und Drittens: AU, du stehst auf meinem Fuß, du
dumme Kuh…“
sagte Cordelia.
Harmony war total außer sich.
„Der…der neue. Er sitzt unten…unten bei
den Losern!“
Faith sprang sofort auf, um vom Geländer aus nach
unten zu sehen. „Mmm…sieht
lecker aus, wenn ich nicht schon einen Freund hätte,
würde ich ihn auf alle Fälle
in Augenschein nehmen.“
„LASS BLOSS DIE FINGER VON IHM….ER
GEHÖRT MIR, VERSTANDEN?“ kreischte
Harmony auf einmal wieder los.
Faith seufzte und drehte sich zu ihr um. „Sag mal,
Dumpfbacke, was von
`wenn ich nicht schon einen Freund hätte´ hast du
nicht verstanden? Ich will
ihn gar nicht haben.“
Harmony setzte sich neben Buffy und schnaufte. „Gut,
dann haben wir das ja
auch geklärt.“
Faith verdrehte die Augen und setzte sich ebenfalls auf ihren
Platz. „Wo
bleibt Riley denn mit unseren Getränken?“
*** *** *** *** ***
Xander und Spike hatten sich an die Bar gesetzt, als
plötzlich neben ihnen
Riley auftauchte. Er schien sehr wütend zu sein.
Er bestellte die Getränke und sah dann Xander mit
abfälligem Blick an.
„Harris! Hast du von deiner Mama die Tischdecke angezogen
oder soll das ein
Hemd sein?“ fragte er und lachte dabei laut auf.
Xander hatte, wie eigentlich fast immer, ein knallbuntes
Hawaiihemd an. Seine
beigefarbenen Boxershorts passten perfekt dazu.
Spike musterte Riley und hob dann eine Augenbraue.
„Was geht dich das denn
an? Bist du bei der Army? Oder warum hast du die Camouflage Cargohose
an?
Pappsoldat? He?“
Jetzt waren es William und Xander, die lachten und man konnte
genau sehen,
wie die Wut in Riley hochstieg. „Was willst du denn, du
gebleichtes Wunder. Du
musst der neue sein, hab ja einiges von dir gehört. Sollst ja
nicht gerade die
hellste Kerze auf der Torte sein, von wegen fast ein Jahr nicht in der
Schule
gewesen!“
Spike sah ihn gelassen an. „Man sollte nicht immer
alles glauben, was man hört.“
„Ist es nicht so, dass du das Seniorjahr noch mal
machen musst? Blondie?“
erwiderte Riley, nahm die beiden Cokes und das Ginger Ale. Er
verschwand, ohne
ein weiters Wort zu verlieren.
Spike seufzte und ließ den Kopf auf den Tresen
fallen. *Woher weiß er das
von mir? Ist mein Ruf mir wirklich schon so vorausgeeilt?* fragte er
sich.
Xander legte ihm eine Hand auf die Schulter. „Ey
Alter, mach dir über den
keine Sorgen. Das ist einer vom Gewinnerclub.“
„Gewinnerclub?“ fragte Spike und hob
wieder seinen Kopf.
„Ja. Der Gewinnerclub besteht hauptsächlich
aus Schülern, deren Eltern
Geld haben, oder die mit einen von ihnen zusammen sind. Die sitzen
immer da oben
und wir, der Verliererclub, haben dort nichts verloren. Wir gehen
niemals da
rauf.“ antwortete Xander und schaute beschämt zur
Seite.
„Und Buffy? Zu welcher Kategorie gehört
sie?“ wollte Spike wissen.
„Buffy? Ihrem Vater gehört Summers
Industries. Also gehört sie zu denen
mit den reichen Eltern“, gab ihm Xander als Antwort.
„Und dieser Riley? Sind seine Eltern auch
wohlhabend?“ fragte William
weiter.
„Nee, seine Eltern haben ne Farm in Iowa. Er lebt
hier bei seinem Onkel,
unserem allseits geliebten Direktor Snyder.“
„Das erklärt einiges. Daher weiß
er also so viel von mir. Snyder muss ihm
meine Akte unter die Nase gehalten haben.“ sagte Spike leise
zu sich selbst.
„Sag mal Spike, stimmt das denn, dass du das letzte
Schuljahr noch mal
machst?“ fragte Xander.
Spike seufzte und fing an zu erzählen.
„Mein Vater ist einer der einflussreichsten und
beliebtesten Männer in
London. Er besitzt eine riesige Stahlfabrik, in der mehr als 100.000
Leute
arbeiten.
Doch was die meisten Leute nicht wissen, er ist ein
Schläger. Er hat mich
und meine Mutter manchmal windelweich geprügelt. Einmal lag
ich sogar vier Tage
im künstlichen Koma. Ich bin sehr oft Abends einfach nicht
nach Hause gegangen,
weil ich genau wusste, dass es wieder Schläge setzten
würde.
Das letzte Jahr war die Hölle auf Erden. Mom lag
wegen ihm für drei Monate
in einer Klinik und ich war allein mit ihm zu Hause. Die meiste Zeit
gingen wir
uns so gut es ging aus dem Weg, aber an den einem Abend, da ist er
völlig
ausgeklinkt.
Meine Mom hatte die Scheidung eingereicht und er hatte den
Brief von ihrem
Anwalt bekommen. Er schlug mich mit einem Schürhaken nieder
und bei Nacht und
Nebel bin ich dann zu meiner Ex- Freundin abgehauen. Bei der blieb ich
dann erst
einmal, bis meine Wunden etwas abgeheilt waren, doch Dru, meine Ex,
spielte ein
falsches Spiel mit mir und erzählte meinem Vater, wo er mich
finden konnte.
Jetzt weiß ich, dass sie eine Affäre mit
meinem Alten hatte. Sie hatte sich
nur an mich herangemacht, um mit ihm in die Kiste steigen zu
können.
Als er mich dann erneut fast totgeschlagen hatte, ging ich zur
Polizei. Die
sperrte ihn zwar ein, aber wie ich schon sagte, ist er sehr
einflussreich und
deswegen dauerte es nicht lange, und er war wieder auf freien
Fuß.
Ich bin dann untergetaucht, bis meine Mom, die ich jeden Tag
besucht hatte,
aus dem Krankenhaus entlassen wurde. Danach sind wir zu meiner Tante
Cecily
gezogen. Aber da hatte ich schon drei Viertel von dem Schuljahr
versäumt.
Als Mom mir sagte, dass wir nach Amerika
ziehen würden, fand ich das total
scheiße. Find ich eigentlich immer
noch. Und sie sagte mir, dass ich das letzte Schuljahr noch mal
wiederholen müsste.
So, nun weißt du, warum ich das letzte Schuljahr
noch mal machen muss.“
Xander hatte die ganze Zeit nur still zugehört und
manchmal genickt. Er
konnte es nicht glauben, was William ihm da erzählte.
„Dann gehörst du ja
eigentlich zu den anderen dort oben! Dann wirst du ja wohl im Geld
schwimmen?“
Spike sah ihn mit großen Augen an. „Ich
will keinen Cent von seinem
stinkigen Geld haben. Er wollte mir die Firma überschreiben,
doch ich hab ihm
einfach ins Gesicht gespuckt und ihm gesagt, wo er sich seine Firma
hinstrecken
könnte. Ich bin also richtig aufgehoben bei euch.
Außerdem suche ich mir nicht
meine Freude nach der Dicke ihres Portemonnaies aus. Ich bin mit denen
befreundet, die ich mag“, erwiderte er. Xander nickte
schweigend und grinste
ihn an.
„Sollen wir mal nachsehen, was die Mädchen
so treiben?“ fragte er schließlich
und zog Spike schon mit sich, als er vom Hocker rutschte.
Sie hörten die Mädels lachen, als sie sich
dem Tisch näherten.
„Was ist denn los?“ wollte Spike wissen
und wandte sich an Tara. Die
hatte Tränen in den Augen und schnappte nach Luft.
„Harm…Harm…Harmony kam vorhin
rein, sah dich und fing an zu kreischen,
rannte die Trepp…die Treppe hinauf zu ihren
Freundinnen.“ erklärte sie ihm
atemlos.
„Das ist ja schön und gut, aber was ist so
lustig daran?“ fragte nun
Xander. Anya rutschte zu so zur Seite, dass er sich neben sie setzten
konnte.
„Dann gab es wohl eine kurze Auseinandersetzung zwischen ihr
und Faith. Doch
als Riley wiederkam und anscheinend erzählte, dass er sich mit
dir unterhalten
hatte, stand sie auf einmal auf, schüttete ihm die zwei
Gläser Cola über den
Kopf und ging aufmüpfig von Dannen.“ sagte Willow
und Tara prustete wieder
los. Doch nun stimmten auch die Jungs mit ein, denn sie hatten nun
einen guten
Blick auf den Balkon und konnten sehen, dass auch die Mädchen
dort oben sich
vor Lachen nicht mehr halten konnten.
Spikes Blick wanderte zu Buffy und er konnte genau erkennen,
dass sie ihn
direkt ansah. Ihm blieb die Luft weg, als sie ihm zunickte und
anlächelte.
Verdammt.
Er musste dieses Mädchen haben, ganz egal, was er dafür anstellen musste. Er würde nicht eher zur Ruhe kommen, bis dieses Mädchen in seinen Armen lag.
![]()
Kurz vor Mitternacht ging er zu Tara und sagte ihr, dass er
nach Hause gehen
würde. Sie wollte ihn zwar begleiten, doch er winkte ab und
zwinkerte ihr zu.
„Ich denke, Willow und du wollt vielleicht noch ein bisschen
allein sein.“
Er wanderte allein, ganz in Gedanken versunken, durch
Sunnydales dunkle Straßen
und in seinem Kopf hatte er wieder einen Vers.
Er sah zu, dass er so schnell wie möglich nach Hause
kam, damit er ihn
aufschreiben konnte.
Leise öffnete er die Haustür, damit niemand
wach wurde und schlich sich auf
sein Zimmer, zog sich aus und legte sich in sein Bett. Wieder nahm er
sein
schwarzen Buch in die Hand und begann zu schreiben:
„Can't
stop this
feeling
I've been this way before
But with you I've found the key
to open any door
I can feel my love for you growing stronger
day by day
But I can't wait to see you again
So I can hold you in my arms.”
Gähnend legte er das Buch zur Seite, kuschelte sich
in seine Decke und
schlief mit dem Gedanken an Buffy friedlich ein.
*** *** *** *** ***
Um 10.00 Uhr wachte William langsam auf. Die Sonne schien in
sein Zimmer und
tauchte es in einen Goldton. Er regte sich, stand dann langsam auf und
ging zum
Kleiderschrank. Er holte eine dunkelblaue, verwaschene Jeans und ein
schwarzen
Muscle-Shirt heraus und stiefelte in Badezimmer, um sich die
Zähne zu putzen
und zu duschen.
Danach zog er sich an und ging die Treppe hinunter in die
Küche. Nur Giles
saß am Küchentisch und studierte die Zeitung.
„Morgen“ sagte Spike und Giles
ließ die Zeitung sinken. „Guten Morgen,
Spike!“ antworte dieser grinsend.
„Wo sind die Ladys?“
„Jenny ist im Buchladen und deine Mutter ist zu
ihrem Vorstellungsgespräch“,
sagte Rupert und steckte die Nase wieder in die Zeitung.
Spike schnappte sich einen Apfel und biss herzhaft hinein.
„Ach ja?“
sagte er mit vollem Mund. „Hatte ich vergessen.“
„Will? Könntest du mir einen Gefallen
tun?“ fragte Giles nach ein paar
Minuten.
Spike ging zum Abfalleimer, um den Rest des Apfels
wegzuwerfen. „Was kann
ich denn für dich tun?“
„Der Rasen vor und hinter dem Haus müsste
unbedingt gemäht werden. Ich würde
es ja selbst machen, doch ich muss noch in die Schule und dann bekommen
wir auch
noch eine Lieferung Bücher, die bis heut Abend ausgepackt
werden müssen.“
Spike legte seinem Onkel eine Hand auf die Schulter.
„Fahr du ruhig in die
Schule und falls ich euch im Laden helfen soll, ruf einfach an. Wegen
dem Rasen
brauchst du dir auch keine Sorgen machen, das erledige ich
schon.“
Giles sah ihn dankbar an. „Der Rasenmäher
steht in der Garage. Benzin müsste
noch genug drin sein und ich werd auf alle Fälle anrufen, wenn
ich und Jenny
Hilfe im Laden brauchen.“
„Okay, dann wird ich mal anfangen“,
erwiderte Spike und ging aus der
Hintertür hinüber zur Garage.
Spike schob den Rasenmäher durch die Garage in den
Vorgarten und fing an
dort den Rasen zu mähen. Nach einer halben Stunde war sein
Shirt so
durchgeschwitzt, dass er es auszog.
*** *** *** *** ***
Faith stand vor der Villa der Summers und wartete darauf,
dass Buffy endlich herauskam. Sie hatten sich mit Cordy
und Amy im
Espresso Pump verabredet und waren schon spät dran.
Endlich öffnete sich die Tür und Buffy kam
keuchend heraus. „Tschuldigung,
hab verschlafen.“
„Ja, ja…zu lange mit Riley rumgemacht,
he?“ fragte Faith bissig.
Buffy verdrehte die Augen und setzte sich in Bewegung.
„Ha Ha. Sehr
witzig.“
Faith lachte und trottete ihrer besten Freundin hinterher.
„Sag mal, hast
du den Neuen auch schon gesehen? Ist echt ein leckeres
Kerlchen“, sagte Faith,
nachdem sie Buffy erreicht hatte.
„Kann schon sein“ erwiderte Buffy.
Faith stieß ihr mit dem Ellenbogen in die Rippen.
„Ach komm schon, ich hab
doch gesehen, dass du ihn angestarrt hast.“
Buffy sagte nichts darauf, sondern ging einfach weiter, bis
sie den Revello
Drive erreichten. In dieser Straße war Buffy aufgewachsen,
bevor ihr Vater die
Villa bauen ließ und das Haus an Giles verkaufte. Manchmal
wünschte sich Buffy,
dass sie immer noch in diesem Haus wohnen würden.
Als sie an dem Haus vorbeikamen sahen sie, wie Spike gerade
den Rasenmäher
ausstellte, um etwas zu trinken. Sein Oberkörper
glänzte vor Schweiß und
seine blaue Jeans, die am Hintern aufgerissen war, hing tief auf seinen
Hüften.
„Wow!“ entwich es Buffy und Faith musste lachen.
Dadurch wurde er auf die beiden Mädchen aufmerksam
und sah zu ihnen auf. Da
stand sie, die Frau seiner Träume, auf jeden Fall der letzten
zwei Nächte. „Hi!“
rief er und ging auf sie zu, während er sich seine schwitzigen
Hände an seiner
Jeans abwischte.
„Ich bin Spike“, sagte er und streckte
Faith die Hand entgegen. „Und
ihr seid?“
„Faith. Nett, dich kennen zu lernen“,
sagte sie und lächelte ihn an. Er
erwiderte ihr Lächeln, bevor er Buffy ansah. „Hast
du auch einen Namen?“
„Elisabeth. Aber alle nennen mich Buffy.“
sagte sie heiser und schüttelte
seine Hand. Sie bemerkte gar nicht, dass sie seine Hand immer noch
festhielt,
als Faith sie antrieb. „Buffy, komm schon. Wir
müssen los, sind sowieso schon
zu spät.“
„Oh! Richtig. War schön, dich kennen
gelernt zu haben“, sagte sie und
sah Spike in die Augen. Dabei lief ihr ein eiskalter Schauer
über den Rücken.
Noch nie zuvor hatte sie solch blauen Augen gesehen.
„Gleichfalls“, flüsterte
William, drehte sich um und ging zum Rasenmäher
zurück.
„Übrigens, Spike!“ rief Faith und
er drehte sich noch einmal zu ihr um.
„Was?“
Sie fuhr mit ihrer Zunge über ihre Lippen.
„Geiler Arsch!“ sagte sie und
wollte mit Buffy weitergehen, als er rief „Wirklich? Was
meinst du, Buffy?“
fragte er und drehte sich so, dass sie ihn noch genauer ansehen konnte.
Buffy wurde leicht rot und zuckte nur mit den Schultern.
Faith lachte noch einmal laut auf, bevor sie Buffy mit sich
zog.
Spike stellte den Rasenmäher erst wieder an, als die
beiden Mädchen nicht
mehr zu sehen waren. Nach getaner Arbeit ging er noch einmal duschen,
bevor er
sich einfach auf den Weg in die Magic Book Box machte.
*** *** *** *** ***
Während dessen waren Faith und Buffy endlich im
Espresso Pump angekommen. Zu
ihrer Überraschung waren Riley und Angel auch da.
„Hi Jungs! Was macht ihr
denn hier?“ wollte Faith wissen.
„Cordy hat mir erzählt, dass ihr euch hier
treffen wolltet, also hab ich
mir gedacht, ich schnappe mir Finn und kommen auch.“ sagte
Angel und zog Cordy
auf seinen Schoß.
Buffy ging zu Riley hinüber, gab ihm einen Kuss und
setzte sich neben ihn,
obwohl er es lieber gehabt hätte, wenn sie sich auch auf
seinen Schoß gesetzt
hätte. Seufzend rutschte er in seinem Stuhl ein
Stückchen tiefer und legte die
Füße übereinander.
„Habt ihr schon bestellt?“ fragte Buffy.
Alle schüttelten den Kopf bis
auf Mr. Finn. „Ich hab mit erlaubt, dir einen Amaretto
Cappuccino zu
bestellen, den magst du doch so gerne“, erklärte
Riley und als er sah, dass
Buffy die Nase rümpfte, fiel ihm siedendheiß wieder
ein, dass es nicht Buffy
war, die ihn so gerne trank, sondern Sam.
„Igitt. Wie kommst du darauf, dass ich solch ein
Zeug in mich hineinkippen
würde? Das ist ja eklig. Außerdem weißt du
dass ich das hasse, wenn man über
meinen Kopf hinweg entscheidet“ rief Buffy und
schüttelte angewidert den
Kopf.
„Hab nicht nachgedacht, Buffy. Tut mir
leid.“
Sie jedoch hörte überhaupt nicht zu, denn
sie wurde durch jemanden
abgelenkt, der vor dem Café stand und sie ansah.
Faith hatte sie etwas gefragt und als sie keine Antwort bekam,
folgte sie
Buffys Blick und sah, dass Spike dort stand.
„Hi Spike“, rief sie und winkte ihn zum
Tisch.
Er kam an den Tisch, stellte sich den anderen vor und sah
dabei Buffy die
ganze Zeit an. „Ich würde ja gern noch bleiben, doch
ich muss wieder los“,
sagte er bedauernd. „War echt nett, dich kennen gelernt zu
haben, Angel.“
Als er sich umdrehte, platzte es aus Buffy heraus.
„Die andere Hose hat mir
besser gefallen.“
Nach dem Duschen hatte er eine schwarze Jeans angezogen, weil
die andere
total durchgeschwitzt gewesen war. Er sah sie über seine
Schulter an und
grinste. „Findest du wirklich?“ fragte er.
Buffy nickte und sah dann beschämt auf ihre
Hände. Sie konnte es selbst
nicht fassen, dass sie es gesagt hatte.
„Werd ich mir merken“, sagte er und ging
aus dem Café.
Riley sah Buffy sauer an. „Was hatte das denn zu
bedeuten?“
Sie und Faith sahen sich an und fingen an zu lachen. Die
anderen drei
sahen sie komisch an, als die Kellnerin kam, um ihre
Bestellungen
aufzunehmen.
*** *** *** *** ***
„William, was machst du denn hier?“ wollte
seine Mutter von ihm wissen,
als er in den Buchladen kam.
Er setzte sich zu Jenny und ihr an den runden Tisch, der
hinten im Laden
stand. „Ich hab den Rasen gemäht und dann wusste ich
nicht, was ich tun soll,
also dachte ich mir, komme ich mal vorbei und schau mal, ob ich euch
helfen
kann.“
Jenny lächelte ihn an. „Das ist aber nett
von dir, aber wie hast du den
Laden gefunden? Du warst doch vorher noch nie hier?“ fragte
sie.
Spike stand wieder auf, ging zu einem der Regale und zog ein
Buch heraus.
„Hab mich durchgefragt. Es ist nicht so schwer, wenn man die
einzigste
Buchhandlung im Ort sucht“, sagte er grinsend.
Er drehte sich zu seiner Mutter um. „Wie lief dein
Vorstellungsgespräch?“
„Weiß nicht, ich hab zwar ein gutes
Gefühl, doch sie wollen sich
melden“, erwiderte Anne etwas traurig. „Ich hab ja
auch keine Ausbildung und
das einzigste, was ich je gemacht habe, war in der Küche
deines Großvaters
auszuhelfen, als er noch sein Restaurant hatte.“
Will ging zu ihr, nahm sie in den Arm und drückte
sie. „Es wird alles gut
gehen. Wir schaffen das alles ganz allein. Wir brauchen ihn und sein
stinkiges
Geld nicht“, flüsterte er ihr ins Ohr.
„Ich könnte nach der Schule auch
noch jobben gehen, dann brauchtest du dich nicht um mich
kümmern. Ich hätte
dann mein eigenes Geld“, fügte er noch hinzu.
„Kopf hoch, Anne. Die Summers sind eine ganz nette
Familie und Rupert hat für
dich wirklich ein sehr gutes Wort eingelegt“, sagte Jenny und
kam zu den
beiden herüber. „Will, was kannst du den alles? Ich
meine, welche Art von Job
würdest du denn annehmen?“
Spike kratzte sich an der Stirn. „Das ist mir
eigentlich relativ egal.
Hauptsache ist, ich liege meiner Mom nicht auf der Tasche. Wieso,
hättest du
einen Job für mich?“
Jenny überlegte einen Augenblick.
„Vielleicht. Ich habe kaum noch Zeit für
Rupert und ich wollte mir sowieso für dreimal die Woche eine
Angestellte
suchen. Hättest du nicht Lust dazu?“
Spike drückte beim Überlegen seine Zunge
hinter seine oberen Vorderzähne.
„Wieviel bekomm ich denn dafür?“
„WILLIAM!“ rief seine Mutter.
„Ist schon gut Anne, ist doch eine berechtigte
Frage. Lass mich mal darüber
nachdenken…wie wäre….es…mit
15$ Dollar die Stunde?“ fragte Jenny ihren
Neffen.
Spike grinste. „Abgemacht. An welchen Tagen soll ich
arbeiten?“
Nach kurzer Überlegung sagte Jenny.
„Mittwochs, Donnerstags und
Freitags.“
„Wie lange?“ fragte William weiter.
„Von 16.00 Uhr bis 19.00 Uhr? Das Bronze ist ja ganz
in der Nähe. Kannst
dann also Freitags von hier aus dorthin gehen“, sagte Jenny.
„Also?
Abgemacht?“
Spike streckt ihr die Hand entgegen.
„Abgemacht.“
„Dann kannst du ja gleich anfangen. Unten im Lager
stehen fünf Kartons mit
Büchern, die nach oben und ausgezeichnet werden
müssen“, Sagte Jenny und
ging zu einem Kunden, der gerade den Laden betreten hatte.
Er ging in den Keller und ihn traf fast der Schlag. Die
Kartons waren riesig.
Wie sollte er die denn nach oben bekommen? Er wischte sich die
Hände an seiner
Hose ab und ging an die Arbeit.
Als er drei von den riesigen Dingern erst einmal oben hatte,
fing er an, die
Bücher zu sortieren und schaute dann auf den Lieferschein, was
sie kosten
sollten.
Jenny schaute sich das alles genau an und war sich sicher,
dass sie die
richtige Entscheidung damit getroffen hatte ihn zu fragen, ob er ihr
nicht
helfen wollte.
An diesem Abend fiel er total erschöpft auf sein Bett und schlief mit seinen Straßenklamotten sofort ein. In jener Nacht träumte er noch nicht mal.
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Am nächsten Morgen taten Spike alle Knochen weh. Er
hatte doch nicht ahnen können,
dass es solch ein harter Job war, eine Buchhandlung zu führen.
Stöhnend stand
er unter der Dusche und genoss es, als das heiße Wasser
über seine überanstrengten
Muskeln prasselte.
Er stellte das Wasser ab, stieg aus der Dusche und zog sich
langsam an.
Danach ging er langsam die Treppe herunter. Er hatte Jenny versprochen,
ihr beim
Einsortieren der Bücher zu helfen, da sie vorhatte, ihren
Laden etwas umzuräumen.
Es war gerade mal 6.00 Uhr, was für ihn noch mitten
in der Nacht war, und da
er am vorherigen Tag erst um 23.00 Uhr ins Bett gekommen war, war er
noch total
müde.
Er schlurfte in die Küche wo Giles und Jenny schon
saßen. „Guten Morgen
Spike“, sagte Giles und er erntete einen schiefen Blick von
seinem Neffen.
„Was kann an diesem Morgen gut sein, wenn ich mitten
in der Nacht aufstehen
muss“, murrte er und nahm sich eine große Tasse aus
dem Küchenschrank, um
diese dann mit sehr starken Kaffee zu füllen. Er trank einen
Schluck und schüttelte
sich. „Bäh, schmeckt zwar grauenhaft, aber macht
wach.“
Giles und Jenny mussten lachen. Sie waren echt froh, dass Anne
und William
bei ihnen waren. Jenny hatte endlich jemanden, mit dem sie sich
unterhalten
konnte wenn Rupert mal nicht da war und William könnte endlich
anfangen, sich
sein Leben aufzubauen.
„Sag mal Jenny, diese Familie Summers, bei der
Mom gestern ihr Vorstellungsgespräch hatte, haben
nicht zufällig ne
Tochter, die Buffy heißt, oder?“ wollte William
neugierig wissen.
Jenny sah von ihrer Kaffeetasse auf und musterte ihn.
„So viel ich weiß
haben sie zwei Töchter. Die eine heißt Elisabeth und
die andere Dawn, wieso
fragst du?“
Spike setzte sich neben sie und spielte mit einem
Löffel, der auf dem Tisch
lag. „Als ich gestern den Rasen gemäht habe, standen
plötzlich zwei sehr
gutaussehende Mädels hinter mir. Die eine heißt
Buffy und die andere Faith.
Wollte nur wissen, ob die eine die besagte Buffy Summers, ist von der
ich gehört
habe“, flunkerte er und hob bei dem Wort
`gutaussehende´ andeutungsvoll seine
dunklen Augenbrauen.
„Buffy? Ich kann mich erinnern, dass ihre Freunde
sie so nennen“, mischte
sich nun auch Giles ein. „Ein nettes Mädchen. Aber
ihre Freunde, na ich weiß
nicht.“
Spike sah seinen Onkel an und seufzte. „Hab gestern
auch einige ihrer
Freunde kennen gelernt und ich kann nur sagen, dass dieser Angel und
Buffys
Freund Riley mir nicht geheuer sind.“
„Angel? Liam Harrison? Ich wusste gar nicht, dass
der schon wieder da ist.
Der Junge ist aber eigentlich ganz human, obwohl du bei diesem Riley
Finn
aufpassen musst. Du solltest wissen, dass er der Neffe von Snyder ist
und er
alles daran setzten wird, dir das Leben zur Hölle zu
machen“, erklärte Giles
weiter. „Riley hängt aber hauptsächlich mit
seinen „Cousin“ Parker
Abrams rum. Dieser Parker ist der Sohn von Snyder Frau aus erster
Ehe.“
Spike, der grade einen weiteren Schluck Kaffee getrunken
hatte, spuckte
diesen wieder in die Tasse und begann zu lachen. „Wie? Snyder
ist verheiratet?
Ist die blind oder so was? Wie kann man denn so etwas
heiraten.“
Jenny musste auch grinsen und Giles sah William lachend an.
„Du wirst es
nicht glauben, aber die Frau ist bildhübsch, nicht wahr
Schatz?“ wand er sich
an Jenny.
„Ja. Sie kommt öfters in den Laden. Ich
zeig sie dir, wenn sie mal wieder
einen neuen Krimi braucht“, sagte sie, trank den Rest aus
ihrer Tasse und
klopfte Spike auf die Schulter. „Komm Kleiner, wir
müssen langsam los, wenn
wir noch etwas schaffen wollen, bevor ich den Laden öffnen
muss.“
Spike schaute seine Tante ungläubig ab, weil sie ihn
Kleiner genannt hatte,
kippte den Kaffee herunter, schüttelte sich noch einmal und
folgte ihr dann zu
ihrem BMW.
*** *** *** *** ***
Nachdem Buffy mit Faith und Cordy das Espresso Pump verlassen
hatte, gingen
die drei noch ein bisschen in die Stadt zum Bummeln.
„Dieser Spike? Wo habt ihr den denn kennen
gelernt?“ wollte Cordy wissen
als sie sich in einer Boutique umsahen.
Faith hielt gerade ein schwarzes Top hoch. „Der hat
bei Giles den Rasen gemäht
als wir da vorbeigingen“, sagte sie und zog ein weiters Top
von der Stange.
Cordelia sah Buffy an, die verträumt aus dem
Schaufenster hinüber zur
Buchhandlung sah. *Ob er da jetzt wohl drin ist?* fragte sie sich
gerade als
Faith sie anstieß und sie mit aus dem Laden zog.
Danach hatten sie sich alle für den nächsten
Tag verabredet. Sie wollten
mit dem Rad zum Strand hinunter.
Buffy ging total in Gedanken versunken nach Hause.
Als sie dir Haustür aufschloss, kam ihre Schwester
Dawn auf sie zugelaufen.
„Buffy, wir bekommen ne neue Köchin. Sie kommt aus
England. Ist es nicht das,
wo sie gekochtes Wildschwein in Pfefferminzsoße
essen?“ fragte Dawn sie und
kräuselte angewidert ihre Nase.
Buffy musste lachen. „Ich glaub du hast zu oft
`Asterix bei den Briten´
gesehen. Ich denke die wird auch noch etwas anderes kochen
können. Wo ist Mom?“
Dawn seufzte. „Die ist den ganzen Tag schon in ihrem
Gewächshaus und
bemuttert ihre Orchideen. Hab sie nur kurz beim Mittagessen
gesehen“, sagte
Dawn und ging dann die Treppe hinauf in ihr Zimmer.
Buffy schlenderte durch den Wintergarten hinaus in den
riesigen Garten. Sie
ging am Pool vorbei einen kleinen Pfad hinunter zum
Gewächshaus. Leise öffnete
sie die Tür und hörte wie ihre Mutter leise vor sich
hin sang. Das tat sie
immer wenn sie allein war und Buffy hörte ihr sehr gern zu,
denn sie hatte eine
wundervolle Stimme.
Sie stand hinter einer großen Pflanze und
beobachtete ihre Mutter wie sie
damit beschäftigt war, ihre preisgekrönten Orchideen
umzusetzen. Langsam kam
sie näher und räusperte sich. Joyce hatte sich so
erschrocken, dass sie einen
Satz zu Seite machte. „Mein Gott, Kind. Musst du mich so
erschrecken?“ Sie
holte tief Luft und sah dann ihre Tochter erneut an. „Wie war
dein Tag,
Schatz?“
„Ging so. War eigentlich so wie immer. Wir haben uns
im Espresso Pump
getroffen und danach sind wir etwas bummeln gegangen“, sagte
Buffy und spielte
mit der Blumenerde, die neben ihr in einem Sack stand. „Sag
mal Mom, die neue
Köchin, ist nicht zufällig die Schwester von Giles,
oder?“ fügte sie noch
fragend hinzu.
Joyce setzte die Orchidee, die sie gerade in der Hand hielt,
zur Seite und
zog sich die Handschuhe aus. „Doch ist sie. Wieso?“
wollte sie von ihrer Ältesten
wissen und lehnte sich an den Tisch. „Weißt du
zufällig ob sie einen Sohn
hat?“ fragte Buffy verschämt.
„Ich glaub ja. Giles hatte da etwas erwähnt
als er uns fragte, ob wir noch
immer jemanden für die Küche bräuchten. Sie
und, ich glaub er heißt William,
haben eine schwere Zeit hinter sich und wollen hier ein neues Leben
anfangen.
Dein Vater und ich sind der Meinung, dass man ihr helfen
sollte“, erwiderte
Joyce und ging langsam zur Tür. „Komm Buffy, es ist
schon spät und dein Dad
wird gleich nach Hause kommen.“
„Hat Dad das wirklich gesagt oder hast du ihn nur
wieder belabert?“
wollte Buffy wissen als sie den Kiesweg zum Pool hinaufgingen.
Joyce sah ihre Tochter mit hochgezogenen Augenbrauen an.
„Du kennst mich
wirklich zu gut, Buffy. Doch diesmal hast du dich geirrt. Dein Vater
selbst war
es der zu mir sagte, dass wir sie sofort einstellen sollen, ohne
Vorstellungsgespräch. Doch ich wollte sie zuerst einmal
sehen.“
„Wieso wolltest du eigentlich wissen ob sie einen
Sohn hat?“ fragte sie.
Buffy wurde leicht rot. „Faith und ich sind an
unserem alten Haus
vorbeigegangen und da hat ein Junge den Rasen gemäht. Ich
wollte nur wissen ob
es sein könnte, dass dies ihr Sohn war.“
An diesen Abend musste Buffy noch lange an den Jungen mit der
zerrissenen
Jeans denken und sie wusste nicht warum, sie kannte ihn doch fast gar
nicht.
*** *** *** *** ***
Um 10.00 Uhr standen Cordy, Harmony, Amy und Faith mit ihren
Fahrrädern bei
Buffy vor der Tür und warteten mal wieder auf sie.
„Na, wieder verschlafen?“ fragte Faith und
grinste wie ein
Honigkuchenpferd.
Buffy sah sie an und streckte ich die Zunge raus.
„Nein, hab nur nicht
damit gerechnet, dass ihr so pünktlich seid.“ Gerade
als sie losfahren
wollten, kam Hank Summers, Buffys Dad, zur Tür heraus und
fragte seine Tochter:
„Mäuschen kannst du mir einen riesigen Gefallen tun
und in die Stadt fahren
und dieses Buch aus der Buchhandlung abholen?“ Er gab ihr
einen Abholschein
und 100$.
Buffy stöhnte und sah ihn fragend an. „Kann
Dawnie das nicht machen? Ich
wollte mit meinen Freundinnen zum Strand hinunter.“
Strafend sah Hank sie an. „Okay, ich mach
es“, sagte sie kleinlaut und
drehte sich zu den restlichen Mädchen um. „Fahrt ihr
schon mal vor, ich komm
dann nach.“ sagte sie, schwang sich auf ihr Rad und fuhr los.
„B?“ rief Faith ihr noch hinterher. Buffy
machte eine Vollbremsung.
„Was?“ wollte sie von der Brünetten
wissen. „Falls du Spike begegnest,
bestell ihm schöne Grüße von mir.“
Buffy lachte und fuhr weiter. Sie hörte nur noch
Harmony fragen, wer denn
Spike wäre, und dass Faith darauf gar nicht reagierte.
*** *** *** *** ***
Zehn Minuten später hatte Buffy die Magic Book Box
erreicht und öffnete
keuchend die Tür.
Als die Klingel, die über der Tür hing,
läutete, sah Will von seiner
Arbeit hoch. Er war gerade dabei, die kleinen Bücher
für Babys zu sortieren
und saß an dem runden Tisch. Sein Herz setzte kurz aus, als
er Buffy schwer
atmend im Eingangsbereich stehen sah.
Sie ging weiter in den Laden hinein und dann sah sie ihn auch.
„Hi“,
sagte sie leise.
Spike schluckte den Kloß in seinem Hals herunter.
„Selber Hi. Kann ich dir
irgendwie helfen?“ Jenny war gerade nicht da und er dachte
bei sich, dass dies
der beste Zeitpunkt wäre, um mit seiner Arbeit anzufangen.
Buffy sah ihm in die Augen und bereute es sofort wieder. Mein
Gott, was waren
die blau. „Mein Dad hat dieses Buch hier bestellt. Es sollte
diese Woche
ankommen“, sagte sie und gab ihm den Schein.
Langsam stand er auf und ging zum Kassenbereich
herüber. Er schaute unter
der Ladentheke und fand ganz schnell das gewünschte Buch.
Er hob es hoch und legte es neben die Kasse. In dem Moment kam
Jenny mit
Kaffee und Donuts zur Tür herein. „Oh Elisabeth,
schön dich zu sehen, das
Buch für deinen Vater…Oh Will, du hast es ja schon
gefunden. Ja dann mach mal
weiter“, sagte sie und verschwand im Hinterraum.
Spike lächelte Buffy an. „Das macht dann 75
$, mein Gott, was ist das denn
für ein Buch, hat das goldene Seiten oder was?“
Buffy gab ihm das Geld und nahm dann das Wechselgeld entgegen.
„Sag mal
Spike? Hast du nachher schon was vor?“ wollte sie wissen.
„Ich treffe mich mit Xander, Anya, Willow und Tara
am Strand, wieso?“
fragte er sie und legte seinen Kopf leicht zur Seite.
Buffy sah auf den Boden. „Ach so, ich hatte gedacht,
wir könnten uns auch
dort treffen, aber wenn du schon mit jemanden da
bist…“, sagte sie und
wollte gerade aus dem Laden gehen, als er sie aufhielt.
„Wieso können wir uns
nicht trotzdem alle dort treffen? Was soll dieser Scheiß
eigentlich mit
Gewinner und Verlierer?“
Buffy drehte sich um uns sah ihn an. „Das verstehst
du nicht. Das war schon
immer so und das wird sich auch nicht ändern.“ Mit
diesem Worten war sie auch
schon verschwunden.
Als Jenny wieder in den Laden kam, stand er immer noch hinter
der Kasse und
schaute auf den Platz, wo Buffy vor ein paar Minuten noch gestanden
hatte.
„Will? Was ist los?“
Er drehte sich zu ihr und schüttelte mit dem Kopf,
ging dann wieder zum
Tisch und sortierte weiter die Kinderbücher.
Nach einer Weile seufzte er. „Sag mal, war das hier
schon immer so, dass
die Reichen nur mit den Reichen abhängen und die anderen
zusehen mussten, wo
sie bleiben?“ fragte er seine Tante, die sich zu ihm an den
Tisch gesetzt
hatte.
Jenny rückte noch ein Stücken näher
zu ihm und legte eine Hand auf seinen
Arm. „Das war schon immer so in Sunnydale und ich denke mal,
das wird sich nie
ändern. Aber wieso fragst du mich das?“
„Zur welcher Kategorie gehörtest du
denn?“ wollte William wissen.
Jenny ließ die Schultern fallen. „Meine
Eltern hatten nie viel Geld, also
gehörte ich immer zu den Losern.“
„Ich verstehe das alles nicht. Also hängt
es hier in dem Kaff davon ab,
wie viel Geld deine Eltern haben oder wie? Wieso ist dann dieser Riley
Finn in
der Gewinnerclique?“ fragte William noch mal nach.
„Weil Finn erstens der Freund von Buffy ist und
zweitens weil er der Neffe
von Paul Snyder ist, deinem Schuldirektor“, antwortete Giles,
der in den Laden
kam und Spikes Frage mitbekommen hatte.
Spike lehnte sich in seinem Stuhl zurück und
ließ das Buch, was er gerade
in der Hand hielt, laut auf den Tisch fallen. „Das ist doch
alles
Kinderkacke.“
„Spike? Ich denke ich brauch dich nicht mehr, Rupert
ist ja jetzt da.
Hattest du nicht gesagt, dass du dich mit Tara treffen
würdest?“ sagte Jenny
und lachte leicht, als Giles seine Augen verdrehte, nachdem sie ihn
Rupert
genannt hatte.
Spike stand auf und nahm seinen schwarzen Ledermantel.
„Ja ich wollte mich
mit ihr und den anderen um 11.30 Uhr am Strand treffen. Werd dann
mal.“
Als er gerade an der Tür stand, rief ihn Giles noch
mal zurück und gab ihm
seine Autoschlüssel. „Fahr aber vorsichtig, sie ist
ein Schmuckstück.“
William lachte und verließ den Laden.
Die Tür war noch nicht ganz hinter ihm zugefallen,
als Jenny sich auf Giles
Schoß setzte. „Ich glaub unser Will hat sich
verliebt.“ sagte sie und
kuschelte sich an ihren Mann.
„Wenn er nur halb so verliebt ist wie ich in dich,
dann wird er ein sehr,
sehr glücklicher Mann werden“ sagte Giles und
küsste seine Frau heiß und
innig.
Sie vergaßen alles um sich herum. Es gab nur noch
die zwei.
Wie gut, dass sich kein Kunde im Laden befand.