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pic by manu

01 02 03

Teil 1

 

New York.

Die Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten.

Die Stadt mit der Wallstreet, dem Broadway und der Freiheitsstatue.

Dies ist die Seite die man sieht, wenn man als Tourist den Big Apple bereist, die schöne Seite der Stadt.

Doch es gibt auch eine Schattenseite, die man nur sehen kann, wenn man genauer hinschaut, wenn man jenseits des Glanzes und der Pracht einen Blick auf das Elend riskierte.

Dort sind die Straßen dreckig und die Menschen besitzen nur das, was sie am Körper tragen. Die Kinder, die dort leben, spielen mit dem, was sie im Müll finden. Viele von ihnen suchen einen Ausweg aus diesem Unglück, indem sie zu Alkohol oder härteren Drogen greifen. Dann sitzen sie in irgendeiner dunklen Gasse in der Bowery und vergessen für kurze Zeit ihren Kummer.

Viele kannten auch die schöne Seite von New York. Die Seite, auf der das Leben besser ist, wo es nicht nach Fäkalien und Abfall stinkt und genau dort wollen die meisten wieder hin. Doch mit jedem Tag, der vergeht, werden immer mehr Menschen auf die Schattenseite gedrängt, weil sie auf der anderen Seite versagt haben. Es gibt dann nur einen Ausweg für sie, wie sie ihr Schicksal meistern können und das sind die Drogen.

William „Spike“ Middelton war einer dieser Menschen. Er versuchte die Erinnerungen an sein früheres Leben im Alkohol zu ertränken.

Er war selbst Schuld, dass er in der Gosse gelandet war. Er war vor einigen Jahren mit einem Koffer und seiner Gitarre von England nach New York gekommen, um sein Glück mit seiner Rockmusik zu machen.

+++ +++

Langsam verschwand die Sonne hinter den Wolkenkratzern und Spike machte sich auf den Weg in die kleine Gasse hinter dem CBGB.

Er liebte es, der Musik zu lauschen, während er nachdachte.

Er breitete seine braune, aus tausenden von Fetzen zusammengenähte, Decke aus und streichelte seine beiden Hunde Rocky und Flecky, als er sich auf den dreckigen Boden setzte.

Spike schloss die Augen.

„Kann ich mich zu dir setzen?“ hörte er eine Stimme fragen.

William öffnete die Augen und sah dem älteren Mann ins Gesicht.

„Das ist nicht meine Gasse!“ sagte Spike und gab dem Mann zu verstehen, dass er sich ruhig neben ihn setzten konnte.

Stöhnend ließ er sich neben Spike nieder. Eine Geruchsmischung aus Alkohol und Urin stieg Spike in die Nase und er schüttelte sich leicht angewidert. Er lebte auch schon seit über drei Jahren auf der Straße und betrank sich fast jeden Abend besinnungslos, wenn er genug Geld zusammengebettelt hatte, doch er ging jeden Morgen in eines der Obdachlosenheime, um sich zu waschen.

Er lehnte den Kopf zurück an die Häuserwand und rief Rocky zu sich, der an der Hose des alten Mannes schnüffelte.

„Ich heiße Glenn“, sagte der Mann nach einer Weile und streckte Spike seine Hand entgegen.

„Spike“, antwortete er kurz und knapp. Er wollte viel lieber der Musik lauschen, die aus dem Club zu hören war.

Der alte Mann rutschte noch ein Stückchen näher. „Ich lebe schon seit zwanzig Jahren auf der Straße.“

„Schön für dich…gibt es niemand anderen, dem du das erzählen kannst?“ fragte Spike und sah Glenn genervt an.

Glenn schien es gar nicht zu stören, dass William sich nicht für sein Gerede interessierte und sprach einfach weiter. „Was ist dir denn widerfahren, dass du auf der Straße lebst?“

Flecky hob den Kopf und sah ihr Herrchen an, als dieser laut aufstöhnte. „Was ist dein Problem? Ich hab doch gerade gesagt, dass ich nichts von dir wissen will und ich werde dir auch nichts von mir erzählen.“

Der alte Mann sah ihn lächelnd an. „Schon okay! Ich wollte ja nur freundlich sein.“ Mit diesen Worten rutschte er noch ein Stückchen herunter und drehte Spike den Rücken zu.

Spike schoss wieder die Augen und wurde kurz darauf von seinem schlechten Gewissen geplagt. Glenn hatte sich nur unterhalten wollen und er hatte ihn eiskalt abserviert. Er tippte dem alten Mann auf die Schulter. „Entschuldige. Ich bin heute ziemlich mies drauf“, sagte er und lächelte, als Glenn sich grinsend zu ihm umdrehte.

„Schon okay…wir haben alle mal einen schlechten Tag. Also, willst du mir erzählen, warum du auf der Straße lebst?“

Spike stöhnte und begann zu erzählen….

+++ +++

Spike wohnte seit einem halben Jahr in New York und es ging ihm eigentlich ganz gut. Er hatte ein kleines Apartment und einen Job als Kurier.

Dass es Dogen waren, die er von A nach B brachte, war ihm völlig egal. Er brauchte das Geld und sein ewig mies gelaunter Boss Warren Mears bezahlte ihn sehr gut.

In seiner freien Zeit spielte er auf seiner Gitarre und komponierte Songs. Nach ein paar Monaten brachte er den Mut auf und ließ seine Freunde zuhören. Er liebte die Musik und wollte irgendwann sein Geld damit verdienen.

Spike wurde immer mutiger und er spielte seine Songs in kleineren Clubs und mit jedem Auftritt kamen immer mehr Leutchen zu seinen Auftritten. Clem, sein bester Freund, schlug ihm dann eines Tages vor, ein Demoband aufzunehmen und es an verschiedene Plattenfirmen zu schicken. Da er nichts zu verlieren hatte, überlegte Spike nicht lange und befolgte den Rat seines Freundes.

Die Plattenfirmen wurden hellhörig und ehe er sich versah, hatte er einige Verträge vor sich liegen und er musste nichts anderes tun, als sich den besten herauszusuchen. Er unterschrieb bei einem Majorlabel und nahm sein erstes Album auf, das sich wie warme Semmeln verkaufte. Seine erste Tournee war ausverkauft und Spike wurde dank eines geschickten Managements das, was man Star nennen konnte.... Jeder kannte seinen Namen und seine Songs wurden auf jedem Radiosender gespielt.

Lange hielt William den Rummel um seine Person aber nicht aus. Er konnte sich nicht mal einfach ein paar neue Sachen kaufen, ohne erkannt zu werden. Sein ganzer Tag verlief immer im gleichen Schema…Interviews…Studioaufnahmen…Autogrammstunden…

Aus lauter Verzweifelung begann er zu trinken und diverse andere Drogen zu konsumieren, um mit seinem neuen Leben fertig zu werden.

Eigentlich hatte er immer gedacht, dass nur die abgewrackten Menschen in den dunklen Gassen der Bowery Drogen nehmen würden, doch dann fiel ihm wieder ein, zu welchen Leuten er damals das ganze Zeug von Warren gebracht hatte. Darunter waren auch Menschen in teuren Anzügen gewesen, doch zu jener Zeit war es ihm nicht bewusst geworden und eigentlich war es ihm  auch scheißegal.

Ihm wurde klar, dass es egal war, ob man nun Geld hatte oder nicht…alle wollen einfach nur ihre Sorgen vergessen, auf die eine oder andere Weise.

Spike sagte immer mehr Konzerte ab, weil er Angst hatte. Doch wenn ihn jemand fragte wovor, konnte er keine Antwort geben. Seine Band war von ihm immer mehr genervt und wandte sich schlussendlich von ihm ab, aber das störte William nicht wirklich.

Die Dinge glitten ihm aus der Hand und er konnte nichts dagegen tun. Er gab sich und alles um sich herum auf. Wenn das Telefon klingelte, hob er nicht mehr ab und seine Wohnungstür blieb die meiste Zeit geschlossen, wenn jemand klingelte.

Irgendwann stand in den Zeitungen und Magazinen, dass William „Spike“ Middelton New York verlassen hätte.

Seine Plattenfirma hatte dieses Gerücht in die Welt gesetzt, weil sie nicht mehr an ihn herankamen.

Seine Songs hörte man nur noch in den Nachtprogrammen und nach einiger Zeit ließ die Musikpresse kein gutes Haar mehr an Spike.

Selbst sein bester Freund Clem konnte nicht zu ihm durchdringen und verlor ihn aus den Augen. Er hatte ihn schon überall gesucht und nirgends gefunden, doch er nahm sich fest vor,  nicht aufzugeben.

Währenddessen saß Spike jeden Abend in einer Gasse und hatte meist eine billige Flasche Wein in der Hand. Er war von morgens bis abends betrunken und suchte im Alkohol seine Erlösung. Doch dabei blieb es nicht, die harten Drogen bestimmten sein Leben genauso wie der Fusel. Kein geringerer als Warren verkaufte ihm den Stoff.

Warren sagte immer wieder zu ihm, dass er ihm alles später bezahlen könnte, denn er wäre sich sicher, dass William es schaffen könnte, aus dem Sumpf herauszukommen.

 Irgendwann…Spike selber wusste nicht, wie lange er schon auf der Straße lebte…irrte er wieder einmal durch die dunklen Straßen und fragte sich, wo seine ganzen Freunde hin waren… War er denn wirklich ganz alleine?

Er wünschte sich nichts sehnlicher, als noch einmal auf einer Bühne stehen, aber das würde er nicht allein schaffen, doch es schien, als ob niemand da war…er war allein.

Er vergaß ganz schnell diesen Gedanken und torkelte durch die Nacht.

Irgendwann sah er eine Gruppe von älteren Männern, die um eine brennende Mülltonne standen. Sie stanken nach Gin und Schweiß.

William erschrak und fragte sich, ob er auch schon so tief gesunken war, ob es für ihn schon zu spät war, um aus diesem Sumpf zu kommen? Hatte er auch schon seine Ziele aus den Augen verloren?

Er dachte über sein Leben nach. Hatte es sich wirklich so verschlechtert, oder war es dazu verdammt, so zu enden wie das der Männer an der Mülltonne?

Er allein hatte nicht die Macht, dies zu ändern.

Jeden Morgen wenn erwachte und nicht mehr wusste wo er war, wurden seine Ausreden immer absurder.

Er lebte in den Tag hinein…jeder Tag und jede Nacht war gleich. Hier ein paar Drinks…da ein Schuss…jeden Tag der gleiche Kampf mit dem inneren Schweinehund. Ein Kampf, den er bis jetzt noch nicht gewonnen hatte und jeden Morgen  fragte er sich, ob er ihn überhaupt noch gewinnen konnte, wenn er nicht bald etwas änderte. Spike versuchte sich seine Zukunft vorzustellen…doch außer Nebel konnte er nichts sehen.

Nach einer Weile vergaß er sogar die alten Männer und rannte weiter in sein Verderben.

+++ +++

„Also lebst du auch schon so lange auf der Straße?“ unterbrach Glenn Spike.

Spike kraulte Rocky am Hals und sah verträumt auf den Asphalt. „Eigentlich hatte ich es schon einmal geschafft, aus diesem Dreck herauszukommen“, sagte er leise.

Glenn zog verwundert die Augenbrauen hoch. „Das verstehe ich jetzt nicht. Wie hast du es geschafft, diesem Sumpf aus Drogen und Alkohol zu entkommen?“

„Es scheint so, als ob ich doch noch einen Freund hatte, der mich nicht vergessen konnte…“ sagte Spike und sah in den sternenklaren Nachthimmel.

 

Teil 2

Spike wusste nicht mehr genau wann es war, als Clem plötzlich vor ihm stand und ihn fragte, ob er ihn noch kennen würde. Mit leerem Blick sah er ihn an und senkte dann wieder seinen Kopf.

„Sieh mich an, Spike“, sagte Clem. „Ich kann mich sehr gut an dich erinnern, mein Freund. Du warst nie der Typ von Mensch, der sich einfach so hängen lässt. Du hast alles aufgeben, um Musiker zu werden. Du hast alles in Schutt und Asche gerockt und danach auf den Trümmern gefeiert.“

Clem hockte sich neben das Häufchen Elend, das mal sein bester Freund gewesen war. „Vergiss die letzten drei Jahre, die du in der Gosse verbracht hast und lass uns noch einmal von vorn anfangen. Es wird zwar ein langer und harter Weg werden, doch ich bin immer für dich da und werde dir immer zur Seite stehen.“

Clem redete die ganze Nacht über auf ihn ein, machte ihm Mut und versicherte ihm, dass er alles in seiner Macht stehende tun würde, um ihm wieder auf die Beine zu helfen und irgendwann ergriff Spike zögernd die ausgestreckte Hand, während in ihm die Hoffnung aufkeimte, dass er es mit der Hilfe seines Freundes tatsächlich schaffen könnte.

Das erste was für Spike unumgänglich war, um wieder zu dem Mann zu werden, der er einmal gewesen war, war von den Drogen loszukommen. Clem hatte nach kurzer Zeit einen Therapieplatz für ihn ergattern können und wenn er den Entzug hinter sich gebracht hatte, wollten sie an seinem Comeback arbeiten.

Damals waren sie zu weit gegangen…hatten alles viel zu schnell angepackt…doch diesmal waren sie schlauer.

Sie sprachen sehr oft über die damalige Zeit, aber Spike war nicht wirklich davon überzeugt, dass alles so einfach werden würde. Clem merkte, dass sein Freund Bedenken hatte, aber er gab die Hoffnung nie auf.

Nach einem halben Jahr hatte Spike die Entziehungskur erfolgreich hinter sich gebracht und nun konnten Clem und er an seinem Bühnencomeback arbeiten.

Spike übte stundenlang, obwohl er das Gitarrespielen nie verlernt hatte. Er machte sich auf die Suche nach einer neuen Band, er fragte auch seine alten Bandmitglieder, doch die wollten nichts mehr mit ihm zu tun haben. Nach einer mehrmonatigen Suche wurde er endlich fündig.

Die ersten Clubgigs waren gut besucht, aber die Presse zerriss ihn in der Luft. Keiner wollte wirklich glauben, dass er die letzten drei Jahre in der Gosse verbracht hatte, ganz zu schweigen von seinem Drogenentzug.

Doch es kam alles ganz anders, als alle dachten. Zu Spikes Auftritten kamen immer mehr Leute und immer wenn er auf der Bühne stand und die Menschen sah, die ihm zujubelten, war er glücklich, wieder da zu sein.

Seine alte Plattenfirma meldete sich bei ihm und bot ihm an, dass er noch ein Album aufnehmen könnte. Die Bosse versprachen ihm, dass er entscheiden könnte, wann und wo er auftreten und spielen wollte, denn sie fühlten sich an seinem Desaster mitschuldig.

Spike wusste nun was es hieß, sich auf dünnem Eis zu bewegen. Man durfte nicht auf der Stelle treten, denn sonst lief man Gefahr, einzubrechen. Er musste alles langsam angehen lassen, um sich nicht wie damals mit dem unerwarteten Erfolg konfrontiert zu sehen, aus dem für ihn immer größerer Druck entstanden war, den er mit Drogen und Alkohol zu kompensieren versucht hatte.  

Alles lief perfekt für ihn, bis ihn eines Tages Warren nach einem Auftritt in seinem Umkleideraum überraschte.

„Hey Spike…wie geht es dir? Du weißt warum ich hier bin, oder?“

„Ich kann es mir sehr gut denken“ erwiderte Spike und sah seinen ehemaligen Drogendealer an.

„Ich hab gehört, dass du es geschafft hast…dass du die Gosse hinter dir gelassen hast und nun wieder an das große Geld kommst. Na ja…da hab ich mir so gedacht, dass du mir nun meine 30.000 $ Dollar geben kannst, die du mir schuldest.“ Warren kramte eine Zigarette aus seinem sichtbar teuren Jackett und zündete sie an.

Spike wollte sich umdrehen und den Raum verlassen, doch Warren versperrte ihm den Weg.

„SETZ DICH…UND HÖR MIR GENAU ZU“, schrie Warren und warf Spike auf die Couch, die in der Garderobe stand.

„Du hast deinen Spaß gehabt und nun ist es Zeit für dich, dafür zu bezahlen. Du weißt dass ich normalerweise ein sehr geduldiger Mann bin“, sagte der Drogendealer etwas ruhiger und setzte sich neben William. „Doch ich bin wirklich von dir enttäuscht, Spike!“

Er sprang wieder von der Couch und wurde sichtlich aggressiver, als er anfing, Spike zu drohen: „Wenn du mir jetzt nicht sofort die Kohle gibst, dann werde ich andere Seiten aufziehen und glaub mir mein Freund…dann würde es nicht gut für dich aussehen.“

Spikes Hände waren schweißnass und er sah den wütenden Mann, der vor ihm stand, beschwichtigend an. „Du wirst dein Geld bekommen, Warren. Doch ich kann es nicht auf einmal bezahlen…so viel hab ich nicht. Ich brauche noch etwas Zeit.“

Warren jedoch schien ihm jedoch weder zu glauben noch zu vertrauen und wollte die komplette Summe sofort haben, sonst, so drohte er,  würde er nicht gehen.

Spike weigerte sich noch immer und Warren schlug ihm mit der Faust ins Gesicht und trat ihm in dem Magen, als er am Boden lag. Spike rappelte sich wieder auf, nahm einen Stuhl und zog ihn Warren über den Schädel.

Clem kam es etwas komisch vor, dass Spike solange brauchte und machte sich auf den Weg, um nachzusehen. Als er immer näher kam, hörte er den Krach und riss die Tür auf. Als  er sah, wie Warren Spike würgte, griff Clem sofort ein und schlug auf den Mann ein.  Dieser taumelte und fiel zu Boden. Der Manager warf sich auf ihn und dann ging das Gerangel auf dem Boden weiter.

Für einen Moment machte es den Anschein, als ob Clem Warren bewältigen könnte, doch plötzlich zog der Drogendealer ein Messer und schrie Clem an : „ICH WERDE DICH WIE EIN SCHWEIN ABSTECHEN, WENN DU MICH NICHT LOSLÄSST!“

Clem konnte nicht mehr reagieren, denn Warren hatte ihm das Messer schon zwischen die Rippen gerammt.

Urplötzlich wurde es totenstill. Man hätte eine Stecknadel fallen hören können.

Clem lag auf dem Boden und das Messer steckte immer noch in seiner Brust. Alles um ihn herum war voller Blut, als Spike sich neben seinen besten Freund kniete.

Hilflos hielt Spike ihn wie ein kleines Kind, während er in Panik immer wieder seinen Namen rief, aber nur wenige Minuten später starb Clem  in seinen Armen.

+++ +++

„Das hört sich nicht gut an!“ sagte Glenn und sah den jungen Mann neben sich traurig an. „Ist das der Grund, warum du wieder hier auf der Straße lebst?“

Spike nickte leicht. Er würde diesem Mann nicht sagen, dass er eigentlich noch genügend Geld auf einem Sparbuch hatte. Doch er fühlte sich noch nicht bereit, ein neues Leben zu beginnen…die Wunden waren einfach noch zu frisch.

Der alte Mann kramte in seinen riesigen Manteltaschen herum und holte einen kleinen Flachmann heraus, den er Spike anbot.

Dieser lehnte dankend ab.

„Wie lange ist das nun her mit deinem Freund?“ fragte Glenn und nahm einen großen Schluck aus seiner Flasche.

Spike sah nachdenklich in den Nachthimmel. „Zwei Jahre…? Vielleicht auch drei?“

„Dann bist du noch nicht restlos verloren, mein Junge…gibt es denn niemanden,  der dich vermisst?“

Spike fiel ein, dass er sich das an den Tagen, nachdem Clem ermordet worden war,  auch gefragt hatte…

+++ +++

Spike saß weinend auf dem Boden und wiegte den leblosen Körper von Clem in seinen Armen hin und her. Ein Gefühl, als ob man ihm das Herz herausgerissen hätte, breitete sich in ihm aus und ließ ihn wie betäubt neben der Leiche des Mannes knien, der für ihn mehr als nur ein Freund gewesen war. Langsam aber versiegten die Tränen und schlugen um in blanken Hass.

Warren stand wie angewurzelt da und schaute auf die beiden Personen am Boden, ehe er auf seine Hand starrte, auf der das Blut des Mannes klebte, den er vor wenigen Augenblicken getötet hatte.

Als Spike ihm einen hasserfüllten Blick zuwarf, wich er instinktiv zurück Richtung Tür und verschwand schnell in der Dunkelheit.

William rief die Polizei. Nachdem diese seine Aussage aufgenommen hatten, sagten sie ihm, dass er nun nicht mehr helfen könnte und besser nach Hause gehen sollte. Schweigend nahm er seinen schwarzen Ledermantel und ging in die Nacht hinaus.

Während er so durch die dunkeln Straßen von New York irrte, fragte er sich, was er ohne Clem nur machen sollte. Noch immer weigerte er sich zu realisieren, dass das wirklich passiert war, dass Clem nicht mehr da war.

Irgendwann stand er vor einer alten Kirche, der St. Patricks Kathedrale und verspürte plötzlich das Verlangen, dort hineinzugehen.

Er kniete sich vor den Altar und schaute zum Kreuz hinauf. „Lieber Gott, hast du einen Moment Zeit für mich? Oder schläfst du auch schon wie die meisten Menschen?“ Spike war sich sicher, dass Gott ihn hören und sehen konnte und deswegen redete er einfach weiter: „Warum passiert immer genau das, was man niemals gewollt hätte? Warum werden die meisten unserer Gebete einfach nicht erhört? Warum lässt du alles grundlos geschehen…? Hast du überhaupt Gefühle? Hast du jemals um jemanden geweint? Deine Priester sagen immer, dass jeder für seine Sünden bezählen müsste…Ich kann das alles nicht verstehen…warum musste Clem für meine Sünden sterben…Warum?“

Er hätte nicht sagen können, wie lange er dort gekniet hatte, um seine ganze Traurigkeit, seine Angst und seine Hoffnungslosigkeit jemandem anzuvertrauen, von dem er keine Antwort erhalten würde. Als er sich erhob, schwor er sich,  dass er das beste aus seiner Situation machen würde. Er musste versuchen, es ohne seinen besten Freund zu schaffen.

Er würde niemals an Gott zweifeln, aber anscheinend machte dieser Unterschiede…manche Menschen lebten in Saus und Braus…während andere vor sich hinvegetierten.

Mit gesenktem Kopf verließ er die Kirche und als er an dem Spendenkasten vorbeikam, warf er einen Dollar hinein und ging zurück in die Nacht.

Spike ging zurück in seine kleine Wohnung, die Clem ihm besorgt hatte und legte sich erschöpft aufs Bett. Seine Gedanken wanderten zu seinem Freund. Er dachte an die Zeit, die er mit ihm verbracht hatte. Clem hatte ihn aus der Gosse gezogen und damit höchstwahrscheinlich sein Leben gerettet. Nun war er tot und konnte William keine guten Ratschläge mehr geben, konnte nicht mehr für ihn da sein, so wie er es früher gewesen war.

Zwei Stunden später rief die Polizei bei ihm an um ihm mitzuteilen, dass sie Warren Mears geschnappt hätten und er alles gestanden hätte.

Etwas erleichterter versuchte Spike, nach dieser guten Nachricht ein bisschen zu schlafen, was allerdings nicht wirklich gelang und ihn den Rest der Nacht hellwach auf seinem Bett liegen ließ.

Am nächsten Tag hatte er bei seiner Plattenfirma angerufen und hatte ihnen erklärt, dass er eine weiterte Auszeit bräuchte, die sie ihm glücklicherweise bewilligten. Sie sagten ihm, dass er sich ruhig Zeit lassen sollte.

Seit dem Mord ging er jeden Abend in die Kirche und versuchte mit Gott zu reden, doch anscheinend hatte dieser niemals wirklich Zeit, sich um ihn zu kümmern.

Eines Nachts saß er auf einer Bank im Central Park und dachte darüber nach, ob ihn überhaupt jemand vermissen würde, wenn er nicht mehr da wäre. Hatte er überhaupt noch jemanden, der sich um ihn Sorgen machte? Ihm fiel niemand ein.

Seine Eltern wollten nichts mehr von ihm wissen, weil er in ihren Augen ein Versager war. Seine letzte Freundin hatte ihn vor vier Jahren verlassen…nein, er hatte wirklich niemanden mehr.

+++ +++

Spike sah Glenn an und Tränen schimmerten in seinen Augen. „Ich habe niemanden mehr…es gibt nur noch mich und meine beiden Hunde.“

Er streichelte Rocky und Flecky und fing hemmungslos an zu weinen.

„Oh Gott…manchmal wünschte ich, dass ich die Zeit zurückdrehen könnte“,  schluchzte er.

Glenn legte einen seiner schmierigen Armen um Williams Schultern. „Was würdest du denn dann machen?“

Spikes Tränen liefen immer noch an seinen Wangen hinunter, als er dem alten Mann in seine dunkelbraunen Augen sah. „Dann wäre ich nicht mehr in New York…sondern in Kalifornien. Vermutlich wäre ich verheiratet und hätte Kinder.“

„Wieso das?“, wollte Glenn wissen und kraulte Rocky unter der Schnauze und dieser schloss genüsslich die Augen.

Spike sah ihn immer noch an und lächelte leicht. „Buffy…meine damalige Freundin…hat mich nur verlassen, weil es ihr in New York nicht gefiel und sie wieder zurück zu ihren Eltern nach Sunnydale wollte. Ich hätte mit ihr gehen sollen, doch ich wollte nicht. Ich war so ein Narr…wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, dann würde ich mit ihr gehen.“

Glenn lächelte zurück. „Vielleicht ist es noch nicht zu spät, Spike…Vielleicht ist es noch nicht zu spät.“

Ungläubig sah William den alten Mann an.

Teil 3

Wie lange Spike und Glenn sich noch über Buffy unterhalten hatten wusste er nicht mehr.

Spike konnte sich noch genau an das wunderschöne Grün ihrer Augen erinnern, in das er hätte versinken können. Er hörte noch ihr Flüstern, wenn er sie geliebt hatte und sie danach engumschlungen gekuschelt hatten.

Sie war seine große Liebe und als er sie damals zum Flughafen gebracht hatte, hatte sie ihm gesagt, dass sie ihn immer lieben würde und wenn er irgendwann einmal nach Sunnydale kommen würde, ihre Tür für ihn immer offen sein würde.

Nach einem leidenschaftlichen Kuss flüsterte sie ihm ein letztes „Ich liebe dich“ ins Ohr und verschwand aus seinem Leben.

Er machte sich riesengroße Vorwürfe…er hatte alles weggeworfen, was ihm wichtig gewesen war und sein Gefühl sagte ihm, dass er zu Recht in der Gosse saß.

Irgendwann waren er und sein älterer Leidensgenosse eingeschlafen und nach vielen Jahren hatte Spike zum ersten Mal wieder von dem blonden, grünäugigen Mädchen, das er gehen ließ, um ein Rockstar zu werden, geträumt.

+++ +++

Sonnestrahlen und eine feuchte Hundeschnauze weckten Spike am nächsten Morgen.

Er drehte sich zu Glenn um, aber der war nicht mehr da. Anscheinend war er schon früher aufgewacht und war schon losgezogen, um sich etwas Geld zusammenzubetteln.

Seufzend stand er auf und streichelte seine beiden Hunde. Dann rollte er seine Decke zusammen und machte sich auf den Weg zum Obdachlosenheim, um sich und seinen beiden einzigen Freunden etwas zum Essen zu besorgen.

+++ +++

Den ganzen Tag dachte Spike an Glenn und an das, was er ihm alles erzählt hatte.

Sein Leben war bis vor ein paar Jahren eigentlich völlig normal verlaufen.

Spike war mit achtzehn von London nach New York gekommen, um Musiker zu werden. Nach ein, zwei Monaten hatte er Clem kennen gelernt und sie wurden die besten Freunde…wie man im Nachhinein auch festgestellt hatte.

Doch dann kam sein Durchbruch und alles stürzte über ihm zusammen…er hatte alles, doch er konnte es nicht richtig genießen, und so versank er im Sumpf aus Alkohol und Drogen.

Nachdem Spike es das erste Mal geschafft hatte, aus der Gosse zu kommen, hatte er seine Eltern angerufen, doch die wollten nichts mehr von ihm wissen. Für sie war er ein Versager. Das hatte ihn sehr hart getroffen, doch er hatte es nicht anders erwartet. Er war schon immer das schwarze Schaf der Familie gewesen.

Er schlenderte durch die Straßen der Großstadt und stellte sich selber viele Fragen, auf die nur er die Antworten hatte.

Er wusste nicht, wie seine Zukunft aussah, doch er würde sie so hinnehmen, wie sie kommen würde. Den Lebensmut, den er gespürt hatte, als er das letzte Mal auf einer Bühne gestanden hatte, war schon lange verflogen. Aber er wollte sich nicht mit seinem Schicksal abfinden.

Seine Gedanken wanderten wieder zu Buffy und er beschloss, sie anzurufen, auch wenn die Chancen sehr gering waren, dass sie überhaupt noch mit ihm sprechen wollte, geschweige denn sich noch an ihn erinnerte.

Spike zog ein altes, abgewetztes Notizbuch aus seiner Manteltasche und betrat eine Telefonzelle.

Mit zitternden Händen rief er eine R-Gesprächsvermittlung an und sagte der Angestellten, welche Nummer sie wählen sollte.

Spike fing an zu schwitzen und sein Herz raste, als er ein Klicken in der Telefonleitung hörte.

„Hallo?“

Sie war es…seine Buffy!

Er räusperte sich. „Hey, ich weiß nicht, ob du dich noch an mich erinnerst!“ sagte er heiser.

„Spike? Bist du das wirklich?“ Buffys Stimme zitterte, genau wie seine Hände und er könnte hören, dass sie leise schluchzte.

Schlechtes Gewissen schlich sich seinen Körper hoch und legte sich wie ein Kloß in seinen Hals. „Es tut mir leid…ich hätte nicht anrufen sollen.“

Als er den Hörer auflegen wollte, konnte er sie rufen hören. „Nein Spike…Bitte nicht auflegen.“

Langsam hob er den Hörer wieder an sein Ohr und flüsterte. „Ich liebe dich immer noch, Buffy. Ich hätte mit dir gehen sollen. Ich war einfach zu verbohrt…ich weiß dass ich sehr viel verlange…aber bitte verzeih mir.“

Buffy antwortete ihm nicht. Das einzige was er hören konnte, war, dass sie weinte und es zerbrach ihm das Herz.

„Buffy?“ fragte er nach einigen Minuten, nachdem sie nichts gesagt hatte.

Sie lachte leise auf. „Ich bin noch hier…das ist nicht wieder so ein Traum, oder? Du hast mich wirklich angerufen?“

„Ja ich habe dich wirklich angerufen. Ich wollte nur noch einmal deine Stimme hören. Es tut mir leid, dass ich dich nie angerufen …oder dir einen Brief geschrieben habe. Ich kann wirklich verstehen, wenn du nach diesem Gespräch nie wieder etwas mit mir zu tun haben willst. Doch ich habe immer an dich gedacht. Was du machst. Wie du lebst…“, er machte eine kleine Pause. „Ob du glücklich bist…du weißt schon, mit einem anderen Mann?“

„Spike?“

„Ja?“

Buffy holte tief Luft. „Ich mache dir einen Vorschlag, okay?“

Spike nickte und war sich nicht im Klaren, dass sie es nicht sehen konnte. „Mhm!“

„Ich nehme den nächsten Flug nach New York und wir treffen uns. Was hältst du davon?“ fragte sie ihn.

Spike bekam es mit der Angst zu tun. Sie sollte ihn nicht so sehen. „Ich denke, das ist keine gute Idee…ich…es…mir…ich lebe auf der Straße, Buffy. Ich möchte nicht, dass du mich so siehst.“

Buffy verschlug es die Sprache…sie hatte seine Karriere verfolgt und wusste so ziemlich alles, was mit ihm die letzten Jahre los gewesen war, doch nach Clems Tod war es sehr ruhig um ihn geworden.

„Okay“, sagte sie leise. „Aber ich will dich sehen…ich muss dich sehen.“

Spike schloss die Augen und konnte nicht glauben, was er als nächstes sagte. „Leb Wohl, Buffy!“. Als er auflegte, konnte er noch hören, wie sie weinend nach ihm rief, doch auch wenn es wehtat war er froh, dass er auf seine innere Stimme gehört hatte.

Er konnte ihr nichts bieten.

Sicher, er hatte noch ein Sparbuch mit zehntausend Dollar, das er damals angelegt hatte, sollte es ihm jemals in den Sinn kommen,  irgendwo anders ein neues Leben anzufangen. Doch er war sich sicher, dass es für ihn kein Leben mit Buffy gab. Sie war mit Sicherheit verheiratet und hatte ein paar wunderschöne Kinder.

Mit einem Gefühl der Leere und Hoffnungslosigkeit verließ er die Telefonzelle und schlenderte durch die immer dunkler werdenden Straßen.

Nach ein paar Metern wurde er auf eine Menschenansammlung aufmerksam. Es machte den Anschein, als ob dort jemand auf dem Boden lag, aber was es genau war, konnte er nicht erkennen.

Spike ging herüber und versuchte sich einen Weg durch die gaffende Menschenmenge zu kämpfen. Dann sah er ihn…Glenn…er lag schwer atmend auf dem Bürgersteig. Höchstwahrscheinlich hatte er einen Herzinfarkt erlitten.

Niemand kümmerte sich um ihn…nun ja, er war auch wirklich kein schöner Anblick. Seine Haut war fettig und dunkel vor Dreck. Seine Haare waren matt und schmutzig. Er roch erbärmlich nach Alkohol und Erbrochenem, so dass sogar die Polizei mit einem rieseigen Abstand auf den Krankenwagen wartete.

Sofort vergaß Spike seine eigenen Sorgen und kniete sich neben den alten Mann, um ihm zu zeigen dass er nicht allein war.

Mit letzter Kraft hob Glenn seinen Kopf und sah Spike an. „Dies ist der Moment, auf den ich schon seit Jahren warte. Meine Zeit ist abgelaufen…mich wird niemand vermissen. Ich werde nun für immer gehen…ewig schlafen.“ Dann sah er in den Himmel und fragte mit leiser, heiserer Stimme. „Lieber Gott…kannst du mich hören? Ich lege mich jetzt schlafen und möchte in deinem Reich erwachen.“

Er holte tief Luft und sah Spike ein letztes Mal an. „Gib niemals auf, mein Junge…Wenn du aufgibst, bist du schon verloren…Mache etwas aus deinem Leben…du bist noch so jung…verspr…“

Glenns Kopf fiel zurück auf den Asphalt und Spike wusste, dass er tot war.

+++ +++

Er blieb so lange bei dem alten Mann, bis der Krankenwagen kam.

Nachdem dieser weg war, gingen alle Menschen ihres Weges, als ob nichts passiert wäre.

Langsam ging auch Spike die Straße weiter hinunter und dachte über die letzten Worte des alten Mannes nach, der vor einer halben Stunde in seinen Armen gestorben war.

Er wusste was er tun würde...

Am nächsten Morgen ging er zur Bank und löste das Sparbuch auf…kaufte sich einen alten Wagen…schnappte sich sein Hab und Gut und machte sich auf den Weg nach Kalifornien.

+++ +++

Zwei Wochen später:

Mit klopfenden Herzen und schweißnassen Händen stand er vor einem kleinen, weißen Haus in Sunnydale und kämpfte mit sich selber, ob er den Klingelknopf drücken sollte oder nicht.

Nach einer Weile drehte er sich um und ging den gepflasterten Weg wieder zurück zu seinem Wagen, als hinter ihm die Haustür aufgerissen wurde.

„Spike?“ hörte er eine Stimme vorsichtig fragen.

Als er sich umdrehte, konnte er es nicht fassen…dort stand die Frau, die ihm alles bedeutete auf ihrer Veranda und hatte ihre Hände vor Schreck vor dem Mund gelegt.

Nachdem sie sich gefangen hatte, rannte sie auf ihn zu und schlang die Arme um ihn. „Du bist es wirklich…ich habe dich so vermisst…bitte lasse mich nicht allein…nie wieder.“

Spike war sprachlos. Nie im Leben hätte er gedacht. dass sie so reagieren würde. Er senkte seinen Kopf und die beiden verloren sich in einem leidenschaftlichen Kuss.

+++ +++

Nach ein paar Wochen hatten die beiden sich alles erzählt und waren sich sicher, dass sie noch einmal von vorne anfangen wollten.

Sie lagen eng aneinandergekuschelt auf dem Sofa und schauten sich einen Film an, während Flecky und Rocky vor dem Sofa lagen und schliefen.

Vor ein paar Wochen hätte niemand gedacht, dass Spike es ein weiteres Mal schaffen würde.

Bis auf einen…Glenn…dieser saß auf einer Wolke im Himmel und schaute auf die kalifornische Kleinstadt hinunter, als sich jemand neben ihn setzte. „Danke mein Freund…ich bin froh, dass du ihm die Augen öffnen konntest.“

„Gern geschehen, Clem…wozu hat man denn Freunde!“

 

ENDE


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