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  20 Montha

 

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Kapitel 11: And a daisy for you

Spike war überrascht, wie klein und spärlich möbliert Buffys Zimmer war. Die cremefarbenen Wände waren kahl bis auf ein kleines hölzernes Kreuz. Ihr Bett war ordentlich gemacht und alles war wirklich sehr sauber. Nur zwei persönliche Dinge waren zu sehen. Zum einen ein Bild von Buffy und Xander, das auf ihrem Nachttisch stand und dann noch ein Stofftier, das aussah wie ein Schwein, das auf ihrem Kopfkissen saß.

Spike nahm das Bild in die Hand und sah sich Buffy genau an. Sie trug ein zart rosafarbenes Ballkleid, das so aussah, als ob es um ihren Körper genäht worden wäre und ihre gold gebräunten Schultern waren unbedeckt. `Sie sieht so glücklich aus.´ Spike vermutete, dass es ein Schulball gewesen sein musste, denn Xander war ganz normal angezogen, aber ihm entging nicht, wie stolz Buffys Bruder aussah. Nachdem er das Bild wieder auf den Nachttisch gestellt hatte, setzte Spike sich auf ihr Bett. Er nahm das reichlich mitgenommene Stofftier in die Hand und lehnte sich zurück. Dabei legte er seinen Kopf auf ihr Kissen. `Dieses Mal werde ich nicht wieder gehen.´

Buffy starrte die Treppe an und nicht zum ersten Mal wünschte sie sich, dass ihr Zimmer im ersten Stock wäre. Bei jeder Stufe fluchte sie leise vor sich hin, bis sie oben angekommen war. Buffy war zwar nur für zwei Stunden arbeiten gewesen, aber die ganze Zeit hatte sie zwischen der Küche und den Tischen hin und her rennen müssen, während die Kellnerin, die sonst abends arbeitete, bei einer Schulveranstaltung gewesen war. Buffy machte es nichts aus, abends zu arbeiten, doch der ganze Stress mit Spike und dann noch die zwei Stunden Arbeit zollten ihren Tribut. Ihre Füße taten weh und ihr Kopf schmerzte. Während sie sich selbst fragte, ob sie sofort unter die Dusche gehen sollte oder später, öffnete sie die Tür zu ihrem Zimmer, ließ ihre Tasche fallen und sah auf.

„Spike! Was machst du denn hier?“, fragte Buffy überrascht. „Ich darf keine Männer auf meinem Zimmer haben!“, fügte sie hinzu, als sie ihn von ihrem Bett zog.

„Beruhige dich, Pet. Tara weiß, dass ich hier bin“, sagte er.

„Oh.“ Buffy hörte auf, an ihm zu zerren. „Also, warum bist du hier?“, fragte sie und ihre Stimme war nicht mehr als ein Flüstern.

„Ich bin zurückgekommen, um es dir zu erklären.“

„Die Sache mit der Heirat?“

„Genau“, sagte Spike und lächelte nervös.

„Okay, also erklär es mir“, sagte Buffy und setzte sich neben ihn.

Als er nun wieder allein mit ihr war, wurde seine Kehle wieder ganz trocken. `Ich muss es diesmal richtig machen.´ „Ich habe es ernst gemeint als ich dich fragte, ob du mich heiraten willst. Ich kann dir und unserem Kind ein gutes Leben bieten.“

Buffy wollte etwas dagegen sagen, doch Spike ließ sie nicht. „Nein, du hattest genug Zeit mit mir zu reden, bevor du abgehauen bist. Ich musste dich durch Xander und Willow kennen lernen. Ich weiß wie sehr sich dein Bruder um dich sorgt und ich kann auch verstehen, warum. Ich weiß von deinem Vater.“

Spike sah, dass Buffy Tränen in den Augen stehen hatte, sprach aber trotzdem weiter. „Ich weiß auch, dass du denkst, dass es an der Zeit ist, dass Xander sein eigenes Leben leben muss und das finde ich löblich. Er hat mir auch erzählt dass du vorhast, aufs College zu gehen.“

Spike atmete tief ein. „Ich möchte ein Teil in dem Leben unseres Babys sein. Ich möchte dabei sein, wenn es sich zum ersten Mal bewegt und ich möchte für dich da sein, wenn deine Füße so geschwollen sind, weil sich Wasser darin angesammelt hat. Ich will mitten in der Nacht aufstehen, um für dich Gurken und Eiscreme zu holen. Ich möchte dir helfen, deine Socken anzuziehen, wenn dein Bauch so geschwollen ist, dass du deine Füße nicht mehr siehst.“

Spike lächelte, als er Buffy grinsen sah. „Ich möchte, dass du aufs College gehst ohne dass die Leute dich ansehen, weil du eine unverheiratete, schwangere Anfängerin bist.“

Spike erhob sich vom Bett und kniete sich vor Buffy hin. „Ich möchte mich um dich und unser Kind kümmern, also…würdest du mich heiraten, Buffy?“

Tausend Gedanken jagten Buffy durch den Kopf, aber das einzige, was sie tat, war lachen. Aufgrund dieser Reaktion zog Spike sich ein bisschen zurück. „Was ist so lustig?“

„Ich habe nicht damit gerechnet, dass dies mein erster Antrag wird!“

Spike lächelte. „Technisch gesehen war es schon dein zweiter.“

Buffy wurde wieder etwas ernster. „Du hast niemals Liebe erwähnt“, sagte sie und die ganze Fröhlichkeit erstarb in ihren Augen.

„Brauchen wir nicht.“ Spike machte eine Pause, um nach den richtigen Worten zu suchen um es ihr zu erklären. „Wir lieben uns nicht und ich weiß auch nicht, ob es jemals der Fall sein wird, aber wir bekommen ein Baby. Es könnte sein, dass du die Mutter meines einzigen Kindes sein wirst, Buffy. Ich will dass es dir gut geht und dass du dir um nichts Sorgen machen musst. Mein Vater hat Recht. Ich könnte dir Geld geben, aber ich muss auch emotional für dich da sein. Ich kann dir das alles geben, aber ich möchte auch all das, was ich zuvor gesagt habe. Ich möchte an der Schwangerschaft teilnehmen. Mein Gott…ich habe bereits schon so viel verpasst.“

Spike setzte sich wieder neben sie aufs Bett. Er schob sie vorsichtig zur Seite, damit sie ihn ansehen konnte. „Ich weiß dass es Menschen gibt, die uneheliche Kinder haben, aber nicht in meiner Familie. Falls du mich heiratest, würdest du auch mir helfen.“

Buffy sah die Aufrichtigkeit in Spikes Augen.

„Okay.“

Seine Augen begannen zu leuchten.

„Aber nur für ein Jahr. Wir heiraten, du erlebst mit mir die Schwangerschaft und das ganze Zeug, ich fange mit dem College an und ich habe ein ehelich geborenes Kind, wenn wir uns scheiden lassen…ein Jahr, nachdem das Baby geboren ist.“

„Ein Jahr und einen Monat.“ Nach ihrem irritierten Blick fügte er hinzu: „Wir müssen doch den Schein wahren.“

„Also, wie machen wir das jetzt? Fahren wir nach Vegas, heiraten, lassen uns dann nach zwanzig Monaten scheiden und gehen dann unsere eigenen Wege?“  

„Zwanzig Monate?“ Spike rechnete noch einmal nach. „Du bekommst das Baby in ungefähr fünf Monaten und wir wollen uns ein Jahr später scheiden lassen, dann sind das nur achtzehn, Liebes.“

„Ich habe noch ein paar Monate dran gehängt, bis die Scheidung über die Bühne ist.“ Buffy und Spike mussten kichern.

„Okay, Pet. Schnapp dir deine Tasche. Las Vegas…wir kommen.“

„Warte mal einen Moment. Ich bin mir nicht sicher, ob das so eine gute Idee ist. Sieht das nicht etwas überstürzt aus?“

„Dann sag mir, wie du dir schon immer deine Hochzeit vorgestellt hast!“

Buffy Blick wurde verträumt, als sie antwortete:

„Ich wollte schon immer eine klassische Hochzeit. Wie in den ganzen Zeitschriften und Magazinen. Ich wollte immer ein langes weißen Kleid tragen und meine Brautjungfern sollen wunderschöne schwarze Kleider haben, die dazu passen.“

Ein breites Lächeln erhellte ihr Gesicht. „Ich habe einmal ein Foto gesehen, wo alle Männer schwarze Smokings anhatten und die Frauen schwarze Kleider, bis auf das Blumenmädchen und die Braut. Die Blumen waren wunderschöne leuchtende Gerbera. Leuchtende Blumen waren überall in der Kirche und der Kuchen war ganz in weiß…mit ein paar kleinen Gerbera obendrauf.“

Plötzlich zog Spike sein Handy aus der Jackentasche.

„Hey, Mom. Ruf den Floristen an und bestell einhundert bunte Gerbera…warte, mach zweihundert draus.“ Er lächelte in das Telefon. „Denn ich werde heiraten.“

Kapitel 12

Spike saß hinter dem Steuer seines Chevrolet Bel Air und fragte sich, wie das Gespräch mit Xander und Willow verlaufen würde.

Nachdem sie zwei Stunden lang darüber diskutiert hatten, wie sie es ihnen beibringen könnten, kamen sie zu dem Entschluss, dass Buffy es ihnen alleine sagen sollte.

Also hatte Buffy aus LA bei ihnen angerufen und einen Treffpunkt ausgemacht.

Spike machte sich keine Sorgen darum, was Willow sagen würde, sie würde sich garantiert für Buffy freuen, doch er hatte Angst, dass die noch nicht gefestigte Freundschaft zwischen ihm und Xander zerbrechen könnte, wenn dieser von der Verlobung erfuhr.

Buffy versichte Spike, dass sie ihrem älteren Bruder sagen würde, dass sie Spike lieben würde. Er wusste, dass Buffy ihm damit etwas die Sorgen nehmen wollte, doch er fühlte sich dadurch nur noch schuldiger an ihrem Schlamassel.

Einer der Hauptgründe ihrer Heirat war, dass Buffy dadurch ein einfacheres Leben haben würde.

Spike machte sich keine Sorgen um seine Familie. Joyce war so euphorisch am Telefon gewesen, aber er war sich ganz sicher, dass Rupert die Lüge, dass sie sich liebten, durchschauen würde. Er hoffte nur, dass sein Vater es für sich behalten konnte.

Mit diesem Gedanken bog er in die Auffahrt zu seinem Eltern Haus, parkte den Wagen und ging zur Haustür hinauf.

*** ***

Buffy überraschte es gar nicht, dass Xander und Willow bereits im Restaurant waren. Sie saßen ziemlich weit hinten an einem Tisch.

Unbewusst legte Buffy eine Hand auf ihren leicht angeschwollenen Bauch und ging zum Tisch herüber.

Als Xander sie sah, sprang er sofort von seinem Platz auf und umarmte sie heftig.

„Ich habe dich so sehr vermisst, Buffy. Bitte mach das nie wieder“, flüsterte er in ihr Haar.

Als er die Umarmung etwas lockerte, zog Buffy sich ein wenig zurück und Tränen liefen ihr über die Wangen, als sie sah, dass Xanders Augen auch mit Tränen gefüllt waren.

„Ich verspreche dir, dass ich niemals wieder weglaufen werde.“ Die beiden Geschwister lachten fröhlich, weil sie sich endlich wieder sahen.

„Okay, nun bin ich aber dran!“

Buffy ließ ihren Bruder los und umarmte ihre beste Freundin. Nachdem sich die drei hingesetzt hatten, bestellte Buffy bei der Kellnerin eine Sprite.

„Ich weiß nicht, wie ich es euch sagen soll, also werde ich nicht lange um den heißen Brei herumreden und euch alles sagen. Während ich weg war, hatte ich genügend Zeit, über das nachzudenken, was ich machen will. Die ganzen Mädchen, die in dem Heim lebten, wo ich war, waren entweder schwanger oder gerade erst Mutter geworden. Einige von ihnen hatten sich dazu entschlossen, ihr Kind zur Adoption frei zu geben, aber das ist nichts für mich. Ich könnte mich nicht damit abfinden, dass jemand anderes mein Kind großzieht. Ich könnte es nicht ertragen, nicht zu wissen, was mit ihm oder ihr passiert. Ich weiß ganz genau, dass es hart ist, ein Kind allein großzuziehen.“

Buffy konnte sehen, dass Xander etwas einwerfen wollte, also sprach sie schnell weiter.

„Ich weiß, dass du mir helfen würdest, Xander. Aber du musst endlich anfangen, dein eigenes Leben zu leben und jemanden finden, mit dem du eine eigene Familie gründest. Ich liebe dich sehr, aber ich will nicht, dass du dein Leben nur für mich lebst.“

Buffy nahm einen Schluck von ihrer Sprite.

„Spike hat mich in LA aufgespürt…und...“ Buffy holte tief Luft und beendete ihren Satz, „Wir werden heiraten.“

Buffy schloss ihre Augen und wartete auf das Echo.

„Ist es das, was du willst, Buff?“, fragte Willow leise.

„Du weißt, dass du diesen Typen nicht heiraten musst. Ich meine, was weißt du denn überhaupt von ihm? Ich kenne ihn vermutlich besser als du.“ Frustration und ein leichter Hauch von Wut durchzogen Xanders Stimme.

„Ich weiß, dass ihr drei sehr viel Zeit miteinander verbracht habt, während ich weg war. Wenn du ihn doch besser kennst als ich, kann ich dich ja was fragen. Ist er ein guter Mann, Xander?“

Braune Augen schaute in grüne, als Buffy versuchte herauszubekommen, was ihr Bruder wirklich fühlte und nach einiger Zeit nickte Xander.

„Ich kann mir keinen besseren Mann für meine kleine Schwester vorstellen. Aber liebst du ihn?“

„Glaubst du wirklich, dass ich ohne Liebe heiraten würde?“

Buffy und Spike waren sich einig gewesen, dass es schwer sein würde, Xander zu belügen, aber es war notwendig. Und es war auch keine komplette Lüge. Beide, Buffy und Spike, liebten ihr Baby über alles.

„Also, lasst uns was essen. Ich verhungere.“

*** ***

Spike wunderte es überhaupt nicht, als er seine Mutter in seinem Zimmer vorfand. Sie hatte seinen Smoking aus dem Schrank geholt und betrachtete ihn sorgfältig, während sie auf seinem Bett saß.

„Wir haben noch nicht einmal einen Termin gemacht, Mom. Ich denke es ist etwas verfrüht, meinen Anzug anzuziehen.“ Er grinste sie an, als sie sich überrascht zu ihm herumdrehte.

„Es tut mir leid, Schatz. Ich habe dich gar nicht kommen gehört. Wo ist Buffy? Ich kann es kaum abwarten, mit der Planung anzufangen. Wir müssen uns nämlich beeilen, wenn ihr noch heiraten wollt, bevor man etwas von dem Baby sieht.“

Joyce´ Begeisterung erfüllte den kleinen Raum und plötzlich stand sie auf und umarmte ihren Sohn fest.

„Ich kann es nicht glauben, dass mein Baby heiraten und schon bald ein eigenes Baby haben wird!“

Plötzlich hörte Spike ein Schluchzen.

„Mom, weinst du?“

Joyce ließ Spike los und wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. „Ich habe nur nie gedacht, dass dies passieren würde. Ich meine, du warst jahrelang mit Dru zusammen, doch ich wusste, dass ihr beiden nie heiraten würdet.“

Nachdem sie ihn noch einmal in den Arm genommen hatte, verließ sie das Zimmer.

„Hast du ihr schon einen Ring besorgt?“, fragte sie, während Spike ihr in einen Raum am Ende des Flurs folgte.

„Nein, ich hatte noch nicht die Zeit dafür. Ich habe sie erst heute Morgen gefragt, ob sie mich heiraten will. Ich habe mir gedacht, dass wir beide morgen zusammen einen kaufen.“

Um die Wahrheit zu sagen hatte Spike noch gar nicht daran gedacht.

Joyce öffnete eine Schublade von einem ihrer Sideboards und holte einen Schlüssel heraus.

„Könntest du dies bitte abhängen, Schatz?“, sagte sie und zeigte auf ein Gemälde an der Wand.

Dahinter befand sich ein Safe, in dem seine Mutter ihren Schmuck und andere Sachen, die ihr am Herzen lagen, aufbewahrte.

Nachdem sie den Schlüssel in das Schlüsselloch gesteckt hatte, drehte sie das Zahlenschloss und öffnete den Safe. Joyce griff hinein und holte einen kleinen Beutel heraus.

„Er gehörte deiner Großmutter. Sie hat ihn mir am Tag deiner Geburt gegeben.“

In dem Beutel war ein Ring mit einem kleinen Diamanten.

„Wie du weißt hatten deine Großeltern, als sie geheiratet haben, nicht sehr viel Geld. Sie waren schon lange verheiratet, als mein Vater reich wurde. Wie auch immer. Ich weiß, er ist nicht besonders groß, aber ich glaube Buffy würde lieber diesen Ring nehmen als einen neuen. Ich weiß dass sie garantiert etwas Zeit braucht, um sich daran zu gewöhnen, dass sie nun vermögend ist…ich will nicht dass sie denkt, dass wir Snobs sind, oder dass wir denken, Geld würde mehr bedeuten als Liebe.“

Joyce sah ihrem Sohn tief in die Augen.

„Für mich hat dieser Ring eine ganz besondere Bedeutung. Er steht für die Liebe, auf die Menschen bauen können…eine Liebe, die wächst und ein wunderschönes Gefühl nährt. Meine Mutter und mein Vater verliebten sich jeden Tag aufs neue ineinander, genauso wie dein Vater und ich. Und obwohl dieser Ring der kleinste und schmalste and der Hand meiner Mutter war, war sie auf ihn besonders stolz.“

Lächelnd gab sie ihrem Sohn den Ring.

„Auch wenn sie einen eigenen Ring haben möchte, will ich, dass sie diesen hier auch bekommt. Ich finde dass es richtig ist, dass meine Tochter ihn bekommt. Vielleicht fühlt sie sich dann dieser Familie etwas näher.“

Spike spürte wie ein Gefühl von Schuld in seinen Adern brannte.

*Ich hoffe, dass du in zwanzig Monaten auch noch so denkst*, dachte er.  

Kapitel 13: Meet The Parents

„Bist du dir sicher, dass ich nicht bei dir bleiben soll?“

Buffy rollte mit den Augen und sah ihren Bruder an. „Ich denke es wäre nicht gerade freundlich, einen UNERWARTETEN Gast mitzubringen. Es ist doch nur ein Abendessen. Spike hat versprochen, mich danach bei Willow abzusetzen, also brauchst du dir keine Sorgen zu machen.“

Buffy fummelte an ihrem Shirt herum und zog daran, um die leichte Wölbung ihres Bauches zu verbergen. „Okay…wie sehe ich aus?“

Xander rollte ebenfalls mit seinen Augen, als er antwortete: „Du siehst gut aus…nun mach aber, dass du wegkommst, sonst kommst du zu spät.“

Buffy schaute auf die Uhr auf dem Armaturenbrett. „Verdammt! Okay…wir sehen uns morgen?“ Bevor er antworten konnte, hatte Buffy ihm ganz schnell ein Küsschen auf die Wange gedrückt und war aus dem Auto gestiegen.

*** ***

Ein wenig später öffnete das Hausmädchen, Amy, Buffy die Tür und geleitete sie durch das Anwesen. Sie kamen an mehreren Räumen vorbei, auch an einem der so aussah wie ein großes Esszimmer. „Ich dachte wir würden hier drin essen?“

„Nein, William wollte, dass das Essen in dem Gartenzimmer serviert wird. Es war schon immer sein Lieblingsraum.“ Als sie in dem Gartenzimmer ankamen, konnte Buffy genau sehen warum. Sie war von der riesigen Auswahl an verschiedenen Blumen und kleinen Bäumen, die sich dort befanden, überwältigt.

Eine Wand war komplett aus Glas und Buffys Blick wanderte hinaus. Sie war beeindruckt von dem üppigen Garten, der sich vor ihr erstreckte.

„Gefällt es dir?“, flüsterte eine sanfte Stimme in ihr Ohr.

Buffy lächelte, bevor sie sich umdrehte. “Spike, ich glaube ich kann mit Worten nicht sagen, wie wunderschön es hier ist. Es ist atemberaubend. Es sieht aus wie…“ Buffy errötete, „…ich weiß nicht was ich damit vergleichen könnte, aber ich kann verstehen, warum es dein Lieblingsraum ist.“

Spike führte Buffy zu dem kleinen Tisch, der in der Mitte des Raumes stand. Nachdem er ihr einen Stuhl angeboten hatte und sie Platz nahm, setzte er sich ihr gegenüber.

„Was hältst du davon, wenn wir hier die Hochzeit abhalten?“ Spike versuchte, seine Nervosität zu verbergen. „Wenn du in einer Kirche heiraten möchtest, ist das auch in Ordnung. Ich bin sicher meine Mutter kann alles machen, was du willst. Aber sie muss es bald wissen, denn die Kirchen und Parks werden immer im Voraus gebucht. Meine Mom sagte, dass du sicherlich heiraten willst, bevor…du weißt schon…man den Babybauch sieht.“

Buffy lächelte, als Spike immer schneller redete und immer mehr abschweifte.

„Spike, mach langsam. Ich denke es wäre perfekt, wenn wir hier heiraten würden. Ich gehöre keiner Kirche an und ich will so schnell wie möglich heiraten.“

Ein breites Grinsen legte sich über sein Gesicht, als er aufstand und zum Eingang herüber ging. „Mom, sie sagt, dass es okay wäre, du kannst jetzt rein kommen.“

Man konnte einen schrillen Schrei hören, bevor Joyce den Raum betrat.

„Elizabeth, ich bin so froh, dich endlich kennen zu lernen! Oh William, geh und hole deinen Vater, das Essen ist gleich fertig.“

Mit diesen Worten scheuchte Joyce ihren Sohn zur Tür hinaus.

„Nun, da wir beiden Frauen nun alleine sind, kann ich dir ja ein Geheimnis verraten.“ Joyce setzte sich neben Buffy

Sie lehnte sich zu ihr herüber. „William war so nervös, dich zu fragen, ob du hier heiraten möchtest, denn…“, ihre Stimme wurde leiser, „seitdem wir in dieses Haus eingezogen sind, will er in diesem Zimmer heiraten. Ich meine, er würde es nie zugeben.“

Sie lehnte sich in ihrem Stuhl zurück. „Richtige Männer würden doch an so etwas nicht denken.“

Die beiden  Frauen lachten über diese Aussage.

„Ich denke er hat schon öfters davon geträumt, dass er in diesem Raum heiraten würde, mit seinen Kindern spielen und ganz andere Sachen machen würde, von denen eine Mutter garantiert nichts wissen will.“

Mit einen Grinsen sprach Joyce weiter: „Einige Leute werden denken, dass eure Verlobung zu schnell passierte, aber weißt du warum ich denke, dass am Ende alles gut werden wird?“

Buffy traute sich fast nicht zu fragen, aber sie zwang sich, etwas zu sagen, als sie bemerkte, dass Joyce nicht weiter sprach. „Warum?“

„Weil William nie einem Mädchen, mit dem er ausging, dieses Zimmer gezeigt hat. Nicht für ein Dinner, oder ein Techtelmechtel, noch nicht einmal für ein ganz normales Gespräch…und wir verbringen die meiste Zeit in diesem Raum. Für mich ist das ein Zeichen, dass William dich schon zur Familie zählt.“

Joyce hob ihre Hand und legte sie an Buffys Wange. „Ich bin sehr stolz, dich in unserer Familie begrüßen zu dürfen, Elizabeth.“

„Da kann ich mich nur anschließen.“

Mit Tränen in den Augen drehte sich Buffy zur Tür um. Rupert Giles und Spike standen dort und ihre Augen folgen ihnen, als sie das Zimmer betraten.

„Ich gehörte auch zu den Leuten, die dachten, dass alles zu schnell ging, aber dann erinnerte mich jemand daran, dass ich mich auf den ersten Blick in meine Frau verliebt hatte.“

Rupert und Spike setzten sich, als Amy begann aufzutischen.

„Also ich denke, dass sich alles zum Guten wenden wird, aber lasst uns nicht über die ganzen kitschigen Sachen sprechen, über die Männer niemals ein Wort verlieren würden, und lasst uns essen.“

*** ***

Nach dem Essen geleitete Spike Buffy in den Garten hinaus. „Also, ist es bei euch immer so, wenn ihr zu Abend esst?“, fragte Buffy, als sie auf einen großen Pavillon zugingen.

„Was meinst du?“

„Alles…das Lachen, die Witze, das großartige Essen“, sagte sie und setzte sich auf eine der Bänke.

„Nun, Amy ist eine ausgezeichnete Köchin. Mom kann höchstens ein ungenießbares Rührei machen, mehr aber auch nicht“, witzelte er. Spike drehte sich so, dass er Buffy ansehen konnte. Er war für einen Moment verblüfft, wie wunderschön sie aussah, wenn das Mondlicht über ihr Haar und ihr Gesicht schien. Als er ihr in die Augen sah, konnte er ein bisschen Traurigkeit in ihnen erkennen.

„Warum so traurig?“

Buffy brauchte einen Moment, bevor sie antwortete. „Ich fühle mich schrecklich, weil wir sie anlügen.“

„Buffy, ich möchte, dass du etwas weißt.“ Er machte eine Pause, um die Gefühle in seinem Herzen zum Ausdruck bringen zu können. „Ich weiß, dass dies keine richtige Hochzeit ist, ich weiß, dass wir nichts für einander fühlen, aber was meine Mutter gesagt hat stimmt. Für mich gehörst du zur Familie. Du bist die Mutter meines Kindes. Du bist für mich wie eine Freundin und wer weiß, vielleicht verlieben wir uns ja noch ineinander.“ Grinsend sprach er weiter: „Du weiß nie was passiert.“

Er lächelte immer noch, als er sich vor Buffy hinkniete und eine kleine Schachtel aus seiner Tasche holte.

„Was machst du da?“

„Etwas, das ich schon längst hätte tun sollen.“ Er nahm ihre Hand und sprach weiter: „Meine Mutter hatte Recht als sie sagte, dass ich mir vorgestellt habe, in dem Gartenzimmer zu heiraten und mit meinen Kinder zu spielen, aber sie hat eine Sache vergessen. Ich habe mein ganzes Leben darauf gewartet, hier in diesem Pavillon beim Mondschein eine Frau zu fragen, ob sie mich heiraten will. Also, Elizabeth Summers, würdest du mir diesem Traum erfüllen und mich heiraten?“

„Ja“, sagte Buffy.

Spike steckte den Ring seiner Großmutter an Buffys Finger und regte seinen Kopf soweit, bis sein Gesicht nur wenige Zentimeter von ihrem entfernt war. Er legte seine Hände an ihre Wangen und sah die Überraschung und Freude in ihren Augen.

„Danke“, flüsterte er, bevor sich ihre Lippen trafen.  

Kapitel 14: Something old, something new

 

„Also, was sind deine Pläne für heute?“, fragte Willow, als sie sich auf einen der Stühle an der Küchentheke setzte.

„Nun, holde Trauzeugin, zuerst müssen wir bei Spike vorbei- Joyce wollte sich mit uns treffen, damit wir mit der Hochzeitsplanung anfangen können. Sie hat einen Hochzeitsplaner engagiert, der dort auf uns wartet.“ Nachdem Buffy einen Pfannkuchen in der Pfanne gewendet hatte, sprach sie weiter. „Kannst du das glauben, dass sie einen Hochzeitsplaner für solch eine kleine Hochzeit beauftragt?“

„Wie viele Leute sind denn eingeladen? Oh, kannst du mir den Kaffee herüberreichen?“ Buffy lächelte ihre Freundin an, als sie ihr eine Tasse gab. „Ah, bittere, koffeinhaltige  Köstlichkeit.“

Buffy holte zwei Teller aus dem Hängeschrank und füllte diese mit den Pfannkuchen. „Wills, wo ist der Sirup?“

Willow versteckte ein Gähnen hinter ihrer Hand. „Hinter der Milch, ziemlich weit hinten.“

„Lass mal sehen. Wir haben beschlossen, dass nur die Familie und ein paar Freunde eingeladen werden. Gestern Abend kamen wir auf zwanzig Leute. Ich will nur deine Eltern, Cordy, zwei Mädchen aus dem Heim in LA und ein paar Leutchen von der High School einladen. Obwohl ich mir bei denen nicht so sicher bin. Ich hasse den Gedanken daran, dass sie wissen, dass ich geschwängert worden bin.“

Ein leises Seufzen entwich Buffy, bevor sie alles für das Frühstück auf dem Tisch ausbreitete. „Das nervt, ich wünschte, ich hätte mehr richtige Freunde.“

Willow beobachtete Buffy wie diese anfing, mit ihrem Pfannkuchen herumzuspielen. „Ich denke wir haben es niemals richtig versucht, uns mit anderen anzufreunden. In der Highschool war es schön, sich nicht darum zu kümmern, ob man in irgendeine Sparte passte. Nichts von alldem war bedeutend, denn wir hatten uns. Was ist mit deinen Eltern? Kommen die auch?“

Willow wusste die Antwort eigentlich schon, aber sie wollte es von Buffy wissen, bevor Joyce sie fragen konnte.

„Ich denke meine Mutter würde kommen, wenn ich sie einladen würde, aber ich habe Angst, dass sie sich vor den ganzen Leuten blamiert. Ich kann sie genau vor mir sehen, wie sie schon vor der Zeremonie an der Bar steht. Xander hat mir versprechen müssen, ihnen nichts davon zu sagen.“

Buffy sah sich ihre Pfannkuchen an und warf sie in den Abfalleimer. „Langsam aber sicher fange ich an es zu bereuen, dass wir nicht nach Vegas abgehauen sind, denn dann müsste ich mir um solche Sachen keine Gedanken machen.“

Als sie anfing, sauber zu machen, merkte Buffy, wie ihr Tränen in die Augen stiegen und langsam begannen, über ihre Wangen zu rollen.

Willow sprang von ihrem Stuhl auf. „Oh Süße, es wird alles gut werden.“ Sie strich langsam über Buffys Schultern und Rücken. „Komm schon, lach wieder. Mir ist gerade etwas eingefallen.“

Buffy sah Willow an. „Oz spielt doch auf eurer Hochzeit, richtig?“ Die verweinte Blonde nickte. „Nun, dann kannst du schon fünf Leute auf deine Liste schreiben.“

„Vier“, sagte Buffy lächelnd.

„Vier?“

„Spike denkt, dass es passend wäre, Oz als seinen Trauzeugen zu haben, denn es ist in erster Hinsicht EURE Schuld, dass wir heiraten.“

 

*** ***

„Mom, bist du sicher, dass ich nicht doch hier bleiben soll?“, fragte Spike, der vor der Tür zu Joyces Zimmer stand.

„Nein, Schatz. Das ist nur etwas für uns Frauen. Du musst nur in deinem Smoking erscheinen. Oh, und ruf Daniel und Alexander an, du musst zusehen, dass sie auch ihre Anzüge bekommen.“ Joyce zog einen Cardigan aus ihrem Kleiderschrank. „Müssen wir für seine Band auch noch Anzüge besorgen? Wie heißen sie noch mal? Baby Eaters.“ Sie sah nachdenklich an die Decke. „Denkst du, dass sie etwas dagegen haben, wenn sie ihren Namen für die Hochzeit ändern? Ich denke nicht, dass er sehr passend ist.“

Spike versuchte sein Lachen zu unterdrücken, als er ihr antwortete. „Wie hört sich  „Dingo´s Ate My Baby“ an?“

„Ich denke, das ist besser.“ Joyce klatschte in die Hände, als es an der Tür klingelte. „Oh, das müssen sie sein!“

Sie sah auf die Uhr, als sie Spike folgte, der den Flur hinunter ging. Als sie das Ende der Treppe erreicht hatten, öffnete Amy gerade die Tür.

„Elizabeth, Willow, ich bin ja so froh, dass ihr hier seid. Die Hopes müssen auch jeden Moment hier sein.“

„Die Hopes?“ Die beiden Mädchen sahen sich verwirrt an.

„Betsy Hope und ihr Sohn. Sie ist die Hochzeitsplanerin. Ihr Sohn hilft ihr ein wenig, während ihre Assistentin ein paar Monate nicht da ist, um sich um ihre Mutter zu kümmern.“ Joyce erzählte ihnen alles über die arme Assistentin, die nach Florida gereist war, während Willow und Buffy sich das Lachen verkneifen mussten.

„Was ist denn so lustig?“, fragte Spike.

Willow lehnte sich etwas zu Spike herüber. „Scott Hope ist Buffys alter Freund von der Highschool.“

Joyce zeigte den Mädchen an, dass sie ihr in das Gartenzimmer folgen sollten.

*Freund? Oh…nun bleibe ich erst recht hier*, dachte Spike als er den drei Frauen folgte. Spike blieb in dem Türrahmen zum Zimmer stehen und hörte den Frauen zu, wie sie sich über die Hochzeit unterhielten. Buffy, Joyce und Spike hatten schon entschieden, dass die Hochzeit in zwei Wochen stattfinden sollte. Er wusste zwar nicht, wie seine Mutter das alles hinbekommen wollte, aber er war sich sicher, dass sie es irgendwie schaffen würde.

Er sah wie Buffys Gesicht sich auf einmal erhellte, als seine Mutter sie irgendetwas fragte. Buffy hielt ihr ihre linke Hand entgegen und zeigte ihr den Ring, den er ihr am Abend zuvor angesteckt hatte.

Für einen Moment stellte Spike sich vor, dass die Hochzeit echt wäre. *Sie sieht aus wie eine richtige Braut*, dachte er. *Eine richtige Braut, die stolz ihren Verlobungsring vorzeigt.* Stolz schwoll in Spikes Brust, welcher sich sehr schnell in Scham verwandelte, als ihm klar wurde, dass seine Gedanken ihn fehlgeleitet hatten. *Wir tun es nur des Kindes wegen.*

Er hatte nicht viel Zeit, seine Gefühle zu deuten, denn abermals ertönte die Hausklingel.

„Das wird Betsy sein!“, sagte Joyce und ging in Richtung Haustür. „William, was machst du denn noch hier? Ich dachte, du würdest dich mit den Jungs treffen und ihr würdet eure Anzüge aussuchen?“

„Nun, ich dachte ich beteilige mich an der Damen Hochzeitsparty, allerdings nur, wenn meine zukünftige Frau nichts dagegen hat?“ Er wusste ganz genau, in welchen Winkel er seinen Kopf drehen musste, um wie ein trauriger Hund auszusehen. Spike vergrößerte seine Augen und schaute Buffy magisch an.

Buffy schluckte den Köder und antwortete: „Natürlich habe ich nichts dagegen.“. Das triumphierende Grinsen, welches er seiner Mutter schenkte, wurde durch das Erscheinen der Hopes unterbrochen.

„Schön, aber vergiss nicht die Smokings“, sagte Joyce und sah ihren Sohn ernst an, bevor sie sich abwandte. „Betsy, komm und lerne meine zukünftige Schwiegertochter, Elizabeth Summers, kennen.“

Joyce wurde unterbrochen, als Mrs Hope Buffy erblickte. „Buffy! Ich kann es nicht fassen!“ Die leicht pummelige ältere Frau schlang Buffy fest in ihre Arme. „Sieh mal, Scott! Buffy wird heiraten!“

Spike sah zu, wie Betsy Buffy losließ und stattdessen Scott seine Arme um sie legte.

„Buffy, es ist so schön, dich wieder zu sehen.“ Scott löste seine Umarmung ein wenig, aber seine Arme lagen immer noch auf den Hüften der zierlichen Frau. „Wow! Heiraten.“ Ein Hauch von Eifersucht keimte in Spike auf, als er sah, dass Buffy in den Armen des anderen Mannes errötete.

„Ja, wir können nicht warten. Ich bin übrigens Spike.“ Spike wollte, dass er Buffy losließ, deswegen streckte er Scott seine Hand entgegen. Nach einem unkomfortablen Händedruck schickte Spike alle zum Tisch herüber. Schnell arrangierte er die Plätze so, das Buffy und Scott über Eck saßen und er sich neben sie setzten konnte.

Später als Joyce und Willow die Liste der Gäste durchgingen, sah Spike, wie Scott sich zu Buffy herüberlehnte und ihr etwas ins Ohr flüsterte. *Mein Gott, Junge, sie wird in ein paar Wochen heiraten*. Die beiden Highschool Verliebten hatten den ganzen Abend miteinander getuschelt und immer wenn Buffy in Spikes Richtung sah, wandte er schnell den Kopf in eine andere Richtung.

„Wir gehen in die Küche, um etwas zu trinken zu holen, will noch jemand etwas?“, fragte Buffy. Spike stand sofort mit auf und wollte ihr dabei helfen. „Ist schon okay, Spike. Scott und ich machen das schon.“

Nachdem jeder gesagt hatte, was er trinken wollte, verschwanden Buffy und Scott durch die weit offen stehenden Flügeltüren.

„Hey Spike, Komm mal her für ´ne Sekunde. Ich brauche deine Meinung“, rief Willow.

„Sofort Wills, ich will nur etwas kontrollieren.“

Spike verließ schnell den Raum. Joyce und Willow sahen sich an und wussten ganz genau, was vor sich ging. *Ich bespitzle sie nicht. Ich will nur sichergehen, dass es ihr gut geht und sie nicht die schweren Getränke trägt. Sie sollte stattdessen getragen werden.* Spike Gedanken machten eine Pause, als er sich vorstellte, wie er die wunderschöne Blonde auf seinen Armen trug. Als er der Küchentür immer näher kam, wurden seine Schritte langsamer. *Ich bespitzle sie nicht*, wiederholte er noch einmal.

Er stand nun neben der Tür und konnte gerade eben in die Küche sehen. In dem riesigen Raum sah er, wie Buffy Scott umarmte. Dann musste er beobachten, wie Scott seine Hand auf Buffys Bauch legte und ihre Stirn küsste…langsam stieg die Wut in Spike hoch, als er auch noch mit ansehen musste, wie Scott ihr etwas ins Ohr flüsterte.

Spike war drauf und dran, in die Küche zu stürmen um zu fragen, was dort vor sich ging.

*Hat sie ihm von der Hochzeit erzählt? Will er sie zurück? Werde ich sie verlieren?*

Er hatte nicht die Zeit, über den letzten Gedanken nachzugrübeln, denn er spürte eine Hand auf seiner Schulter und er wurde leicht zurückgezogen.

„HEY!“, sagte Spike als er sah, dass es Willow war, die hinter ihm stand.

„Ich warne dich nur ein Mal. Lass sie allein.“

Spike war sichtlich überrascht über den harschen Ton, in dem der kleine Rotschopf sprach. „Du brauchst dir keine Sorgen machen, sie haben sich niemals geliebt.“ Sie machte eine nickende Bewegung in Richtung Küche.

„Es war alles nur zum Schein.“ Als Willow den verwirrten Gesichtsausdruck von Spike sah, versuchte sie es zu erklären. „Buffy hatte immer Angst davor, sich zu verabreden, denn die Typen dachten immer, dass sie die kleinen blonden hübschen Highschool Mädchen beschützen müssten. Buffy hat das gehasst. Ich denke das hat sehr viel mit ihrem Vater zu tun. Scott und Buffy brauchten sich gegenseitig, so brauchten sie sich keine Gedanken über das Ausgehen mit anderen Sorgen zu machen.“

„Warum?“

„Nun, Buffy traute den Jungs nicht wirklich, um mit ihnen allein zu sein, bis sie dich kennen gelernt hat, und Scott wollte nicht, dass alle wissen, dass er nicht so männlich war wie es schien.“

Willow musste grinsen, als Spike kapierte, was sie versuchte ihm zu erklären.

„Du willst mir also sagen, dass er…“, Spike brach ab.

„Japp. Ich hatte es zwar schon immer vermutet, aber seine Mutter war schlussendlich diejenige, die es aufdeckte. Scott Hope ist homosexuell.“

Spike grinste, als er die Küche betrat. „Hey, ich dachte, ihr könntet doch meine Hilfe gebrauchen.“ Er ging zu Buffy herüber und nahm sie in seinen Arm. „Ich hoffe, dass Buffy dich zur Hochzeit eingeladen hat?“

Buffy, die die Spikes Eifersucht natürlich mitbekommen hatte, sah ihn überrascht an und der Blonde zwinkerte ihr zu.

„Sicher, ich werde sehr gerne kommen“, antwortete Scott.

„Großartig, dann ist ja alles geklärt. Ich denke, wir gehen besser zurück. Wer weiß, was meine Mom alles so entschieden hat, während wir weg waren.“  

Kapitel 15: The Day before the Day…And the Day

Der Tag vor der Hochzeit ging so schnell vorbei, dass Buffy Angst hatte, nicht alles zu schaffen. Willow schien sie von einer Stelle zur anderen zu schleifen.

Morgens: Frühstücken, denn es könnte sein, dass sie später keine Zeit mehr zum Essen hätte. Letzte Anprobe des Kleides. Maniküre und Pediküre.

Nachmittags: Einkaufen für die Hochzeitsreise. Packen für die Hochzeitsreise. Noch mal zum Einkaufen, um das zu kaufen, was sie beim ersten Mal vergessen hatten.

Abends: Probedinner.

Buffy fand es sehr amüsant, dass Oz derjenige war, der die Zeremonie Probe leitete. Willows Freund überstand eine weinende Mutter und ein sehr nervöses Brautpaar. Der stoische junge Mann gab Anweisungen und half allen damit sie genau wussten, was sie während der Hochzeit machen mussten.

Das Dinner war wundervoll. Es gab eine gebratene Ente mit verschiedenen Beilagen. Der Abend klang aus mit einem Glas Champagner (Apfelsaft für Buffy) von Spike mit seiner Familie und Braut.

 

Nach der Probe gingen alle nach Hause und Buffy befand sich ganz allein in dem riesigen Anwesen. Buffy und Willow hatten eigentlich geplant, die Nacht vor der Hochzeit zusammen dort zu verbringen. Spike war bei Oz für den „Jungsellenabend“.

Aus dem Plan der Mädchen wurde nichts, als Willow bemerkte, dass sie die Tasche mit ihrem Schlafzeug zu Hause vergessen hatte. Willow wohnte am anderen Ende von Sunnydale und sie beschlossen deswegen, dass es das Beste wäre, wenn Willow die Nacht zu Hause verbrachte und dann ganz früh morgens wiederkam.

Joyce zeigte Buffy ihr Zimmer im dritten Stock. Buffy war überrascht, eine große Standbadewanne in dem angrenzenden Badezimmer zu finden. Nach einem schönen langen Bad legte Buffy sich auf das Bett. Als sie merkte, dass sie keinen Schlaf finden würde, entschied sie sich aufzustehen und nach unten zu gehen. *Vielleicht ist David Letterman genau das, was ich brauche.*

Sie wunderte sich, als sie leise Musik aus Ruperts Arbeitszimmer hörte, während sie dort vorbeiging. Sie klopfte leise an die Tür.

„Komm herein“, rief Rupert von innen. „Ah, Elizabeth. Ich kann nicht sagen, dass ich sonderlich überrascht bin, dass du noch zu solch später Stunde auf bist“, sagte er und ein sanftes Lächeln spiegelte sich auf seinem Gesicht. „Ich denke mal das ist normal für eine Braut, dass sie die Nacht vor ihrer Hochzeit nicht schlafen kann. Ich frage mich ob das der Grund ist, dass alle einen Tag vorher feiern gehen.“

Buffy erwiderte sein Lächeln. „Womöglich. Was haben Sie denn die Nacht vor Ihrer Hochzeit gemacht, Mr. Giles?“, fragte sie, als sie sich in den Ledersessel ihm gegenüber setzte.

„Ich habe mich sinnlos betrunken, als mir klar wurde, dass ich vor allen tanzen muss.“

Beide lachten.

„Hat es geholfen?“, fragte Buffy.

Anstatt ihr zu antworten, überraschte Rupert sie, indem er die Fernbedienung nahm, die neben ihm lag. Nach einem Moment wechselte der CD-Player zu einem Frank Sinatra Song.

Rupert stand auf und hielt Buffy seine Hand entgegen. Sie stand ebenfalls auf, ergriff sie und die beiden tanzten zu „Young at Heart“. Sie kicherte als er sie einmal um ihre Achse drehte. „Und das ist die schönste Stelle: You have a head start, if you are the among the very young at heart”, flüsterte er in ihr Ohr, als der Song endete.

“Ich denke da wartet jemand auf den nächsten Tanz”, sagte er und deutete hinter sie. Buffy drehte sich um und sah Spike in dem Türrahmen stehen.

„Ich dachte du wärst bei…“, fing sie an.

„Ich habe beschlossen, die Nacht in meinem Bett zu verbringen“, sagte Spike, als er Buffy in seine Arme zog. Keiner von beiden bemerkte, dass Rupert den nächsten Song auf Wiederholung stellte.

{Let's take it nice 'n' easy}
{It's gonna be so easy for us to fall in love}
{Hey, baby, what's your hurry?}
{Relax 'n' don't you worry, we're gonna fall in love}

Sie starrten sich in die Augen, während sie durch den Raum tanzten.

(We're on the road to romance, that's safe to say}
{But let's make all the stops along the way}

Sie schienen in ihrer eigenen Welt zu sein, während sie sich in den Armen hielten.

{ The problem now, of course, is to simply hold your horses}
{To rush would be a crime 'cause nice 'n' easy does it every time}

Er sah, wie sie sich mit der Zunge über ihre Lippen leckte, und schloss seine Augen, um nicht die Feuchtigkeit auf ihnen sehen zu müssen.

(We're on the road to romance, that's safe to say}
(But let's make all the stops along the way}

Sie sah, wie er seine Augen schloss und ihre Hand wanderte nach oben und legte sich in seinen Nacken.

(The problem now, of course, is to simply hold your horses}
(To rush would be a crime 'cause nice 'n' easy does it}
(Nice 'n' easy does it}
(Nice 'n' easy does it every time}

Sie gaben sich dem Kampf geschlagen und ihre Gesichter kamen sich näher. Gerade als ihre Lippen sich berührten….

„WAS TUT IHR DENN DA?“

Sie sprangen auseinander wie Kinder, die dabei erwischt wurden, während sie mit dreckigen Schuhen über den frisch gewischten Boden liefen.

„Mutter! Was ist denn?“ Spike sah in dem Moment rot, als er seine Mutter anstarrte. Anstatt ihm zu antworten, ging Joyce zu Buffy herüber und entriss sie aus Spikes Armen.

„Es ist fast Mitternacht! Das heißt, dass es bald Morgen ist. Der Morgen eurer Hochzeit! Du darfst Elizabeth nicht sehen! Das gibt Unglück!“

Sie schob Buffy zur Tür herüber. „Wenn du die Nacht hier verbringst, William, solltest du spätestens bis acht Uhr verschwunden sein. Danach muss Buffy nämlich damit anfangen sich fertig zu machen.“

Joyce geleitete Buffy schnellstens zu ihrem Zimmer. Spike konnte noch ein leises „Ehrlich, William“, vernehmen, als er den beiden Frauen hinterher sah.

Er drehte sich um, sah in den leeren Raum und hörte sich noch einmal „The Magic Of Old Blue Eyes“ von Frank Sinatra an.

(Nice 'n' easy does it}
(Nice 'n' easy does it}
(Nice 'n' easy does it every time}

*** *** ***

Buffy wurde so gegen neun von Willow geweckt, die ein Frühstückstablett in den Händen hielt. „Also ist Spike immer noch da?“

„Jupp, er sagte irgendwas davon, dass es doch mehr Sinn ergibt, wenn er sich hier umzieht und fertig macht. Mir wurde aufgetragen, dass ich dich hier oben festhalten soll bis die Hochzeit anfängt.“

„Was? Die findet doch erst heute Abend um sechs Uhr statt!“ Buffys Augen wurden riesig vor Überraschung. „Was soll ich denn bis dahin machen?“

„Was du bis dahin machen sollst?“

Beide Mädchen sahen auf und entdeckten Joyce in der Tür stehen. „Nun, du wirst verwöhnt und wie eine Königin behandelt. Zuerst kommt die Masseurin um Zehn, dann gegen Mittag oder gegen eins, je nachdem wie lange die Massage dauert, hatte ich ein leichtes Mittagessen geplant. Dann kannst du dich für ein Weilchen hinlegen, so bis drei Uhr. Danach beginnt der richtige Spaß. Dann kommen die Frauen, die deine Haare und dein Make-up machen. Wir sollten dann um sechs Uhr fertig sein, damit du vor den Altar treten kannst.“ Mit einem Händeklatschen beendete sie ihre Rede und sagte Buffy, dass sie zu Ende frühstücken sollte, was sie auch tat.

*** *** ***

Für Buffy schien es, als ob sie bei der Massage eingeschlafen wäre und erst dann aufgewacht war, als Xander ihren Arm genommen hatte. Sie starrte in den Wintergarten. Unzählige Bouquets mit Gerbera erfüllten den Raum. Sie schaute an den Menschen vorbei, die gekommen waren, um an der Hochzeit teilzunehmen, vorbei an ihrem Bräutigam, seinem Trauzeugen, ihrer Trauzeugin und dem Geistlichen. Sie sah durch die Fenster in den Garten, der von klitzekleinen Lichtern erhellt wurde. Es sah so aus, als ob tausende von Glühwürmchen vor Freude in der Luft tanzten.

Buffy schaute zu Xander auf.

„Du bist wunderschön“, flüsterte er.

Als die Musik begann, gingen Xander und Buffy Schritt für Schritt den Gang hinunter. Als sie am Ende der weichen weißen Seide unter ihren Füßen erreicht hatten, spürte sie, wie Xander ihre Hand an Spike weitergab.

Sie schaute auf und sah in funkelnde blaue Augen. Ganz in seinen Augen gefangen, konnte Buffy sich nur noch schemenhaft erinnern, dass sie geantwortet und die Wörter wiederholt hatte, wenn sie es musste.

Doch plötzlich hörte sie ganz deutlich, wie Spike seinen Trauspruch aufsagte.

„Ich, William, nehme dich, Elizabeth, zur Frau, weil du immer du selbst sein wirst. Ich liebe das, was ich von dir weiß, vertraue dir in dem, was ich nicht weiß, respektiere deine Rechtschaffenheit und vertraue in deine Liebe. Durch all die Jahre und was das Leben uns noch bescheren wird.“

Überwältigt von seinen Worten spürte Buffy, wie ihr eine Träne über die Wange lief, die ganz schnell von seinem Finger aufgefangen wurde.

 

TBC


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