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Der
Fußboden war aus dunkelgrauem Marmor und darauf lagen schwere
Persische Teppiche. Als Buffy ihren Blick zur Decke wandern
ließ, entwich ihr ein leises Keuchen. Ein massiver
Kristallleuchter hing in der Mitte der riesigen Eingangshallendecke und
das Licht, das durch die Fenster hereinströmte, spiegelte sich
in den einzelnen Steinen.
Buffy
stand auf und wanderte durch den riesigen Raum, bis sie an der solide
gebauten Treppe stehen blieb. *Dort oben macht er uns zum Narren*
dachte sie und ein trauriges Lächeln huschte über
ihre Lippen. Sie schluckte das Kichern, das sich in ihr aufbaute,
herunter. *Das wäre nicht so gut, jetzt auch noch hysterisch
zu werden, wen mein Magen sowieso schon verrückt spielt.*
Das
Knallen einer Tür ließ sie aufhorchen und Buffy
huschte schnell zurück zur Bank.
„Nur
eine Sekunde, Oz. Ich sehe im Wagen nach…Nein, ich
weiß nicht, ob es im Auto liegt, oder ich hätte
gesagt, dass ich es aus dem Wagen hole.“
Bei
dem Klang seiner Stimme betete Buffy darum, dass sich ein Loch auftun
würde, um sie ganz zu verschlingen.
„Verdammt
noch mal, Junge!“ Die Stimme schien die Treppe herunter zu
kommen.
Buffy
schloss ihre Augen und begann zu allen möglichen
Göttern zu beten, die sie hätten erhören
können und wünschte sich, überall zu sein,
nur nicht in diesem Haus. Als er die letzte Stufe erreicht hatte,
öffnete sie die Augen und ein erleichtertes
Seufzen entwich ihr. Er hatte sie noch nicht einmal wahrgenommen, als
er in den Flur auf der anderen Seite der Treppe verschwand. Gerade als
sie auf ihre Uhr sehen wollte, hörte sie wie eine zweite
Tür geöffnet wurde.
„Buffy!
Wir gehen!“ gellte Xanders Stimme von oben herab.
„Sir…wir
können das doch vernünftig regeln…warum
setzten wir uns nicht zusammen und…“
„Ich
denke ich bin vernünftig. Nach dem, was Ihr Sohn getan hat,
denke ich war ich sogar sehr vernünftig!“ Xanders
Wut und Zorn konnte man praktisch im Raum spüren, als er die
Treppe heruntergestürmt kam. Buffy versuchte nicht noch oben
zu sehen, aber als Xanders Hand sich um ihren Arm klammerte, wanderten
ihre Augen zu dem Paar, das oben an der Treppe stand.
„Xander“,
begann Buffy. „Ich brauche…“
„Später!
Steig einfach in den Wagen.“
„Aber
Xander, ich…“
„Buffy!
STEIG INS AUTO!“ Xanders Gesicht war vor Zorn ganz rot, als
er ihr die Tür öffnete. „Wird’s
bald!“
„Ich
hab meine Tasche vergessen“, flüsterte sie.
„Verdammt,
Buffy!“ Sie zuckte zusammen, als er mit der Faust aufs
Lenkrad schlug. „Dann geh schnell und hol sie.“
Buffy
öffnete schnell die Tür und rannte zurück
zum Haus. Sie öffnete die Tür und ging schnell in den
Raum, um ihre Tasche zu holen. Sie schnappte sie sich von der Bank und
drehte sich wieder zur Tür um. Als sie eine tiefe Stimme
über ihr hörte, erstarrte sie zur Salzsäule.
„William,
deine Mutter und ich möchten gern mit dir im Studierzimmer
reden.“
„Was
Dad? Warte ne Sekunde…Ja Oz, ich bring es morgen
vorbei.“
Buffy
wurde blass als ihr klar wurde, dass Spike den Flur wieder herunterkam.
Sie würde es niemals schaffen, unbemerkt aus dem Haus zu
kommen, aber trotzdem bewegte sie sich auf die Tür zu.
„Warte, lass mir dir helfen, Pet.“ Spike griff
schnell nach dem Türknauf, bevor sie es schaffte.
„Danke“,
murmelte sie und sah dabei auf den Boden.
„Jederzeit,
Luv“, begann William `Spike´ Giles.
„Warum hast du es so eil…“
„William,
komm sofort nach oben!“
„Nur
noch eine verdammte Sekunde, Dad! Nun, Pet…“, fing
er noch einmal an, „warum hast du es so eilig?“
Buffy
sah auf und war sofort in seinen dunklen indigofarbenen Augen gefangen,
welche plötzlich aus Verwirrung größer
wurden. „Kenn ich dich?“
Buffy
kämpfte mit den Tränen, als sie zur Seite schaute.
„Nein,
bitte entschuldige mich.“ Sie ging schnell an dem
gutaussehenden jungen Mann vorbei und versuchte nicht zu rennen, um
sich im Auto ihres Bruders in Sicherheit zu bringen.
„WILLIAM, KOMM SOFORT NACH OBEN!“
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„Was
sollen wir jetzt tun?“ fragte er ruhig. „Wann
willst du es Mom und Dad sagen?“ Seine Stimme schien mit
jedem Wort weicher zu werden.
Buffy
öffnete langsam ihre Tür und stieg aus dem Auto aus.
Xander folgte ihr, bis sie sich vor dem Auto trafen.
„Verdammt
noch mal, Buffy.“ In seinem Gesicht spiegelten sich Sorge und
Wut. „Ich kann es immer noch nicht glauben, dass du so dumm
sein konntest!“
„Xander,
beruhig dich.“
„Ich
soll mich beruhigen! Du hast dich schwängern lassen und das
auch noch von einem Arsch, den du überhaupt nicht kennst! Du
hättest es besser wissen müssen! Du warst eine
Einserschülerin! Du hattest doch auch Biologie, dort haben sie
doch diese verdammten Kondome verteilt!“
Er
drehte sich einmal um seine Achse und trat dann voller Wucht gegen das
Auto. „Sie werden dich umbringen! Weißt du was? Mir
ist es egal. Beweg deinen Hintern zurück in den
Wagen.“
Xander
ging wütend zurück zur Fahrertür und riss
diese auf. Buffy versuchte ihre Tränen zu
unterdrücken, weil sie genau wusste, dass sie ihn noch
wütender machen würden.
„BUFFY,
SCHIEB DEINEN HINTERN INS AUTO!“
Sie
antwortete ihm mit einem leisen „Okay“ und kam
zurück ins Auto. Für den Rest der Fahrt sagte keiner
von beiden ein Wort.
****
„Hey
Oz, ich glaub ich muss an diesem Wochenende zu Hause
bleiben“, sagte Spike in das Telefon. „Ich denke
meine Eltern haben wieder ein Mädchen für mich
ausgesucht.“
„Mann,
Dru hat dich erst letzte Woche sitzen lassen.“
Spike
lachte leise, als er langsam die Treppe hinauf in das Studierzimmer
ging, in dem seine Eltern auf ihn warteten.
„Ich
muss aufhören. Ich ruf dich später noch mal
an.“ Spike legte auf und steckte sein Handy in seine
Hosentasche.
„Was
ist los?“ fragte er, als er sich in einen der Ledersessel
fallen ließ. Joyce Giles schloss die Tür, ging zur
Bar aus Mahagoni herüber und holte drei Gläser aus
dem Schrank.
„Möchtest
du was trinken, Rupert?“ fragte sie als sie anfing, den
Scotch aus einer Kristallkaraffe in die Gläser zu
füllen. Sie gab ihrem Ehemann eines, bevor er ihr antworten
konnte. Als sie Spike sein Glas gegeben hatte, ging sie zu dem Sessel,
der neben seinem stand und setzte sich hin. Dann zog sie die Schuhe aus
und machte es sich etwas bequemer.
„Okay,
nun ernsthaft, was ist los?“ Spike fing an, nervös
zu werden. Er konnte sich nicht daran erinnern, wann seine Mutter ihm
das letzte Mal einen Drink angeboten hatte, ohne ihn vorher zu fragen.
Rupert
nahm seine Brille ab und begann die Gläser mit seinem
Taschentuch zu polieren.
„Mein
Sohn, erzähl mir was du über Elizabeth Summers
weißt.“
„Wer?“
Spike legte seinen Kopf leicht zur Seite als ob er versuchen
würde, den Namen einzuordnen. „Elizabeth Summers?
Ich glaube nicht, dass ich sie kenne. Was hat denn dieses
Mädchen damit zu tun?“
„Nun,
Rupert. Ich denke, das erklärt doch wohl alles. Er kennt sie
nicht einmal, es kann also gar nicht seins sein.“ Joyce
seufzte erleichtert und stellte ihr Glas auf den Beistelltisch, der
neben ihrem Sessel stand.
„Meins?
Über was zum Teufel redet ihr? Mom, wer ist
Elizabeth?“
„Deine
Mutter und ich hatten ein sehr eigenartiges Gespräch mit ihrem
älteren Bruder. Es ging dabei um ihren Zustand. Er behauptet,
dass Elizabeth und du vor drei Monaten zusammen aus wart und nun ist
sie schwanger. Kannst du dich daran erinnern, ob du vor ein paar
Monaten mit einem blonden Mädchen namens Buffy ausgegangen
bist? Ich hoffe du musst nicht zu lange überlegen. William!
Deine Mutter und ich waren in dem Glauben, dass du in den letzten
beiden Jahren mit Drusilla zusammen warst.“
Rupert versuchte mühevoll, seine Wut und
Entrüstung gegenüber seinem Sohn zu
unterdrücken.
„Buffy?“
Spikes Augen weiteten sich, als er sich an ihr Gesicht erinnerte.
*Scheiße* dachte er. *Sie war das gerade*. Er trank schnell
seinen Scotch und stand auf, um sich einen neuen zu holen.
„Ja, ich kenne sie und bevor ihr fragt, es könnte
meins sein.“ Er trank auch das zweite Glas aus und setzte
sich wieder hin.
„Oh
William, wie konntest du nur!“ Joyce´ Hand
wanderte zu ihrer Kehle.
„Joyce,
bevor wir uns unnötig damit belasten, müssen wir uns
darüber im Klaren sein, dass es vielleicht gar nicht von ihm
ist. Will, wie oft hast du dich mit diesem Mädchen
getroffen?“
„Nur
dieses eine Mal.“ Es kribbelte Spike in den Fingern, sich
eine Zigarette anzustecken und er fragte sich, wie seine Eltern darauf
reagieren würden.
„William!
Wie konntest du nur? Arme Dru! Wie konntest du ihr nur so etwas
antun?“
„Wir
waren zu der Zeit nicht zusammen, Mutter, und nur damit du es
weißt, wir sind nicht mehr zusammen. Also sag nicht, dass sie
ein armes Ding ist. Sie war doch diejenige, die die ganze Zeit
fremdgegangen ist!“
„Schrei
deine Mutter nicht so an. So, wenn du nur ein Mal mit ihr geschlafen
hast, kann es ja sein, dass es gar nicht von dir ist. Also ich denke
wir werden es abwarten müssen und machen dann einen
Vaterschaftstest. Danach können wir immer noch entscheiden,
was zu tun ist.“ Rupert begann von neuem seine Brille zu
putzen. „Ich denke du solltest mal mit dem Mädchen
allein reden, ohne ihren Bruder, um herauszufinden, ob es wirklich dein
Kind ist. Vielleicht ist sie sich ja selbst auch nicht so
sicher.“ Rupert blickte seinen Sohn ernst an. „Ich
hoffe du erinnerst dich an dieses Gespräch, wenn du das
nächste Mal einen One Night Stand hast.“
Spike
verließ das Zimmer und fühlte sich behandelt wie ein
nichtsnutziges Kind. Er ging in den dritten Stock und zog sein Handy
aus der Hosentasche.
„Hey
Oz. Erinnerst du dich noch als Willow, du und ich auf dieses Doppeldate
mit einer ihrer Freundinnen gegangen sind? Ja, Buffy. Ich muss alles
wissen, was du über sie weißt.“
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Aber
Xander wusste ganz genau, dass in diesem Haushalt nichts normal war.
Jahre des Missbrauchs und der Vernachlässigung (die beiden
Kinder waren froh gewesen, wenn es bloß
Vernachlässigung war) hatten Xander gelehrt, seinem harten
Leben mit Bitterkeit entgegen zu sehen. Als Kind hatte er immer
versucht, die Schläge seines Vaters und die verletzenden Worte
seiner Mutter einzustecken, denn er wollte seine kleine Schwester
schützen. Er wollte sie am liebsten in ihr Zimmer einsperren
und sie sicher wissen. Deshalb war er auch nie ausgezogen. Er
hätte ein Stipendium an der UC Sunnydale haben
können. Er war ein sehr guter Schwimmer und war zwei Mal
hintereinander Erster in zweihundert Meter Schmetterling bei den
Schulmeisterschaften gewesen.
Xander
hatte Angst, Buffy allein in diesem Haus zu lassen. Als er aufstand, um
sich und Buffy etwas zu trinken zu holen, nahm er auch ein Bier
für seinen Vater mit. *Keine Flasche, lieber eine Dose, nur
für den Fall, dass Dinge geworfen werden,* dachte er.
Er
räusperte sich als er die Getränke verteilte und
setzte sich wieder hin.
„Buffy
muss euch etwas erzählen.“
„Nun,
sag es schon, das Spiel fängt gleich an.“ Hank
Summers´ Stimme lallte schon deutlich.
Buffy
sah zu ihrem Bruder herüber und hoffe auf Beistand. Xander
bemerkte ihre Angst, legte eine Hand auf ihren Oberschenkel und nickte
ihr zu, dass sie anfangen sollte.
„Ich
möchte dass ihr wisst, dass ich schwanger bin.“ Sie
duckte sich schon instinktiv weil sie wusste, dass das Geschreie
anfangen würde und sie wurde nicht enttäuscht.
„Du
dumme Schlampe! Wer zum Teufel hat dich
geschwängert?“ schrie Darla schrill und schlug so
hart auf den Tisch, dass die Gläser umfielen.
Ihr
Geschrei ging weiter, während Buffy und Xander darauf
warteten, dass der wahre elterliche Wutausbruch kam, und zwar von Hank.
Sie vermuteten schon das schlimmste, doch die Geschwister waren
überrascht, als nur ein leises Glucksen von ihrem Vater zu
hören war.
„Was
zum Teufel gibt es da zu lachen!“ schrie Darla Hank an.
„Die
kleine Prinzessin ist eine Versagerin!“ murmelte Hank,
während er weiterlachte. „Ihr ganzes Leben hat sie
versucht, gute Noten zu schreiben und ein braves Mädchen zu
sein, das hat ja auch bis jetzt geklappt!“ Plötzlich
wurde er wieder ernst. „Ich habe dich und meinen Bastard von
Sohn großgezogen, aber ich werde garantiert nicht dein Balg
großziehen. Du hast eine Woche, um dein Zeug zusammenzupacken
und dann will ich dich nie wieder sehen.“ Mit diesen Worten
verließ Hank Summers den Raum, um sich das Spiel anzusehen.
„Verdammt
richtig“, sagte Darla, während sie sich eine neue
Zigarette anzündete. „Erwarte von uns bloß
keine Hilfe, du kleine Schlampe.“
„Verdammt
noch mal, Mom. Sie ist keine Schlampe oder Hure noch sonst
etwas!“
„Immer
Buffys kleiner Retter“, sagte Darla mit einem
Lächeln. „Nun, kleiner Mann, vielleicht ist sie
keine Schlampe, aber vielleicht sollte sie eine Hure werden.“
Sie sah Buffy mit einem verrückten Leuchten in den Augen an.
„Du hast die Beine schon einmal für ihn breit
gemacht, versuch es noch einmal und diesmal nimm Geld dafür,
damit du es wegmachen lassen kannst.“
Buffy
sprang von ihrem Stuhl auf und rannte die Treppe hinauf. Als sie in
ihrem Zimmer angekommen war, schnappte sie sich das Telefon von ihrem
Schreibtisch und begann zu wählen.
*Ich
rufe Willow an, vielleicht kann ich bei ihr bleiben. Dann kann ich
immer noch entscheiden, was passieren soll. Erst mal muss ich hier
weg.* Buffy konzentrierte sich nur auf diesen Gedanken,
während sie darauf wartete, dass es am anderen Ende klingelte.
Sie fluchte leise vor sich hin, als sie das Besetztzeichen
hörte.
Als
sie den Hörer auf die Gabel warf, hörte sie ein
leises Klopfen an ihrer Tür.
„Xander,
ich bin nicht in Stimmung für eine deiner Lektüren,
also lass mich in Ruhe!“
Xander
lächelte, als er die Tür öffnete. Es
passierte nicht oft, dass Buffy Rückgrat bewies, obwohl er
wusste, dass sie es hatte.
„Ich
will nicht hören wie dumm ich bin. Das weiß ich
selber! Ich wollte doch auch nicht, dass dies passiert, aber es ist
halt passiert! Ich habe alles vermasselt.“ Sie ging zum
Fenster herüber und öffnete es. „Und fang
bloß nicht mit `Buffy, du könntest es wegmachen
lassen´ an, denn das steht absolut NICHT zur
Diskussion!“ Buffy starrte ihren älteren Bruder an,
als er gerade etwas sagen wollte. „Versuch es erst gar nicht
zu leugnen, Xander! Ich weiß genau, dass das der Grund war,
warum du zu seinen Eltern gefahren bist. Du wusstest dass sie reich
sind und eine Abtreibung locker bezahlen könnten.“
„Buffy,
hör auf.“ Xander setzte sich auf ihr Bett.
„Ich wollte nur, dass dir jeder Weg offen steht. Bitte
beruhige dich. Das ist nicht gut für dich, du machst dich
selber krank.“
Tränen
liefen ihre Wangen herunter, als sie ihren Kleiderschrank
öffnete und ihren Schlafanzug herauszog.
„Ich
hole dir etwas Wasser, versuch dich zu beruhigen und schlaf ein
bisschen. Wir werden alles Morgen klären. Lass diesen Tag zu
Ende gehen.“
Als
er den Raum nach ein paar Minuten wieder betrat, war Buffy in einem
ihrer niedlichen Sushipyjama auf ihrem Bett eingeschlafen. Er stellte
das Glas auf den Nachttisch und zog die Vorhänge weit auf,
damit die Morgensonne in das Zimmer scheinen konnte. Er hob sie leicht
hoch, um die Decke unter ihr wegzuziehen, damit er sie damit zudecken
konnte. Nachdem er ihr einen Kuss auf die Stirn gegeben hatte, machte
er das Licht aus und ging in sein Zimmer.
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*Ich
könnte Vater werden.* Ein Schauer lief über Spikes
Rücken. *War das jetzt Angst, Freude oder Reue?* Er hatte
niemals über ein Baby nachgedacht, als er noch mit Drusilla
zusammen gewesen war. Sie war nicht gerade der mütterliche Typ.
*Nee,
keine Babys mit Dru. Sie hat mich ja nie ohne Kondom an sich heran
gelassen.* Er lachte leise, als er an sein letztes Jahr auf der UCLA
dachte, als sie die beiden Stunden damit verbracht hatten, sich auf
seinem Bett zu streicheln und zu küssen um dann festzustellen,
dass sein Mitbewohner das letzte Kondom aus seinem Nachttisch genommen
hatte. Dru war dann sofort aufgestanden und gegangen. Nicht dass Spike
es nicht hätte verstehen können. Es war ihr
Körper. Sie konnte und sie würde ihn jederzeit
deswegen abweisen. Er machte sich genauso seine Gedanken über
Verhütung wie jeder andere Student. Bis er herausfand, dass
sie in den letzten paar Monaten ihrer Beziehung sein Bett mit dem von
Angel Conner getauscht hatte.
Spike
warf einen Blick auf die Uhr auf seinen Nachttisch. Es war drei Uhr
morgens und nachdem er Stunden damit verbracht hatte, sich den Kopf
über die ganze Sache zu zermatern, war er keinen Schritt
weiter gekommen. Groll, Frustration, Schuldigkeit, Freude und
Scham…das war alles zuviel für ihn. Er musste sie
sehen. *Nachdem ich ein paar Stunden geschlafen habe.*
Spike
lehnte sich in seinem Bett zurück und schloss seine Augen.
*Könnte ich zusammen mit Buffy Summers ein Baby haben?
Würde sie eine gute Mutter sein?* Ein Bild, wie Buffy ein
kleines Mädchen mit großen grünen Augen und
weichem blonden Haar in ihren Armen hielt, brachte ihn zum
lächeln. *Ein Baby.* Dieser Gedanke kreiste immer wieder durch
seinen Kopf bis schlussendlich der Schlaf den müden Mann
einholte.
Spike
öffnete die Augen und dachte, dass er nur ein paar Minuten
geschlafen hätte. Fünf Stunden waren vergangen und
trotzdem fühlte er sich müde und kaputt. Trotzdem
liefen seine Gedanken auf Hochtouren. Er musste sie finden. Mit ihr
reden, damit sich alles aufklärte.
Nachdem
Spike sich geduscht und angezogen hatte, schnappte er sich den Zettel
mit ihrer Adresse und verließ die Villa. Ihr Haus war sehr
einfach zu finden. Um sich mehr Zeit zum Nachdenken zu geben, parkte
Spike seinen schwarzen 1957´er Chevrolet
Bel Air ein paar Häuser weiter unten.
*Okay…Zeit zu gehen.* Er bewegte sich keinen Millimeter, er
entschied sich erst einmal, eine zu rauchen, um die Nerven zu
beruhigen. Er beobachtete das zweistöckige Haus und aus seiner
„eine Zigarette, um die Nerven zu beruhigen“
wurde eine halbe Schachtel.
Er
lehnte sich zum Beifahrersitz herüber, um sich sein Feuerzeug
zu nehmen. Nachdem er sich die nächste Zigarette
angezündet hatte, sah Spike, wie ein Mann auf sein Auto zukam.
Er überlegte sich schon, l was er sagen sollte, warum er in
seinem Auto vor einem Haus stand, das er noch nie zuvor gesehen hatte
und stieg aus dem Auto aus.
Der
Mann blieb ein paar Schritte von Spike entfernt stehen,
während dieser die Autotür schloss.
„Du“, sagte der Mann. „Ich
könnte dich umbringen!“
Spike
sah die Faust nicht kommen, die ihn direkt im Gesicht traf.
„Verdammt
noch mal. Wofür war das denn?“ schrie Spike und
hielt sich seine Nase. Als der Mann noch einmal ausholen wollte,
hörte er den Schrei einer Frau.
„Xander!
HÖR AUF!“
Spike
lehnte sich nach vorne und spuckte das Blut aus, das ihm durch den
Rachen in den Mund lief.
„Was
zur Hölle tust du da!“ Er schaute hinauf und sah,
dass Buffy Summers sich zwischen Xander und ihn stellte. Ihre
Hände hatte sie in ihre Hüften gestemmt und starrte
ihren Bruder fassungslos an. „Geh ins Haus.“
„Auf
keinen Fall…“
„GEH
SCHON! Bevor ich dafür sorge, das du genauso aussiehst wie
er!“
Xander
murmelte sich irgendetwas Unverständliches in den Bart und
ging zurück ins Haus.
„Es
tut mir ja so leid.“ Sie drehte sich zu Spike um und half
ihm, sich hinzusetzen. „Xander kann manchmal ziemlich
aufbrausend sein, aber ich habe noch nie gesehen, dass er jemanden
geschlagen hat.“
„Nun,
für einen Anfänger hat er einen großartigen
Schlag drauf. Ich hab es noch nicht einmal kommen sehen“,
sagte Spike, lachte etwas nervös und hoffte, dass
dies die Spannung etwas auflockern würde. „Das ist
also dein Bruder?“
„Ja,
er übertreibt es manchmal mit seinem
Beschützerinstinkt. Geht es dir gut oder soll ich dich in ein
Krankenhaus bringen?“ fragte sie als sie sein Gesicht so
drehte, dass sie es sich ansehen konnte.
„Nah…könnte
ich ein Handtuch oder so was in der Art bekommen?“
„Oh
Gott, natürlich. Ich bin sofort wieder da.“ Er
schloss seine Augen als er hörte, wie sie zurück ins
Haus rannte.
Buffy
rannte so schnell sie konnte die Treppe hinauf in das Badezimmer, das
sie sich mit ihrem Bruder teilte. Sie schnappte sich ein hellblaues
Handtuch vom Regal und als sie sich umdrehte, lief sie in Xander hinein.
Buffy
konnte ihn nicht ansehen und starrte deswegen auf den
Türrahmen. „Ich bin im Moment so wütend auf
dich, dass ich…Ich denke ich will dich vorerst nicht mehr
sehen, geschweige denn deine Stimme hören.“
„Süße,
es tut mir leid. Ich hab ihn gesehen und…ich habe einfach
gehandelt. Ich habe ihn geschlagen. Es ist passiert ich konnte es
nicht…Er tut mir leid.“ Xander lehnte sich nach
vorn und berührte ihren Arm. „Ich liebe dich so
sehr. Ich wollte dich nie so verletzt sehen und dieser Typ hat dich
verletzt.“ Xander zog sie in seine Arme. „Es tut
mir so leid. Ich kann es nun mal nicht haben, wenn du irgendwelche
Schmerzen hast.“
Buffy
wich ein Stück von ihrem Bruder zurück und sah ihm in
die Augen.
„Xand,
ich hatte es dir schon vorher mal gesagt. Er hat mir nicht wehgetan.
Für das allererste Mal war es sogar sehr
schön.“ Mit diesen Worten löste sie sich
von ihm und machte sich auf den Weg hinunter in die Küche.
„Ich bereue es nicht, mit ihm geschlafen zu haben.“
Buffy begann, Eiswürfel in das Handtuch zu packen,
während sie nach einer plausiblen Erklärung suchte,
warum sie ihre Jungfräulichkeit an William Giles verloren
hatte, ohne zu viele Details zu verraten. „Er war sehr
vorsichtig und sehr zärtlich. Ich weiß dass du
denkst, dass er ein schlechter Mensch ist, der es nur auf ein
unschuldiges Mädchen abgesehen hatte, weil du immer noch
denkst, dass ich ein Kind bin, aber…“, Buffy legte
das Eispaket ab und sah Xander ernsthaft an. „Aber
fürs erste Mal war es schön. Eine schöne
Erinnerung, nicht unangenehm oder schaurig…einfach nur
schön.“ Sie schnappte sich das mit Eis
gefüllte Handtuch und ging wieder nach draußen,
dabei ließ sie einen verdattert dreinblickenden Bruder
zurück.
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Buffy
versuchte, Spikes Blick zu ignorieren. Sie wollte nur einfach alles
hinter sich bringen, damit sie ihr Leben mit dem Baby weiterleben
konnte. Als sie das ganze Blut von seinem Gesicht gewischt hatte,
platze es aus ihr heraus. „Also ich vermute mal, dass du
reden willst.“ Sie duckte sich leicht weg, hob das Eispaket
auf und reichte es Spike.
„Danke
Pet, aber ich glaube ich werde es doch nicht brauchen. Meine Nase ist
doch nicht so angeschwollen, wie ich vermutet hatte, aber vielleicht
können wir woanders hingehen, wo ich nicht Gefahr laufe, noch
mal eins auf die Nase zu bekommen“, sagte er,
während er sich dachte: *Natürlich will ich reden,
ist sie verrückt?*
„Okay,
lass mich nur eben schnell meine Tasche holen.“ Spike
versuchte ihr nicht hinterher zu sehen, als sie ins Haus
zurückging. Als sie wieder herauskam, hatte er den Wagen
bereits in die Einfahrt ihres Hauses gefahren. Sie stieg schnell in das
Auto ein. „So, wo fahren wir hin?“ fragte sie, als
sie sich angeschnallt hatte.
„Hast
du heute Morgen schon gegessen? Denn ich bin am verhungern.“
„Ich
bin schwanger. Ich habe immer Hunger“, sagte sie und wurde
rot.
Den
ganzen Weg zum Restaurant sagte keiner von beiden ein Wort und die
Stille hielt auch noch an, als sie sich hingesetzt hatten und in die
Speisekarte sahen. Nachdem sie bestellt hatten war Spike klar, dass er
etwas sagen sollte. Etwas das ihr von vornherein klar machen sollte,
dass er auf sie nicht böse war. Er wollte nur wissen, ob es
wahr wäre. Ob es seins war. Was sie wollte. Also nahm er einen
Schluck von seinem Wasser und räusperte sich.
„Also…“
„Ich
weiß, es muss für dich ein Schock gewesen
sein…für mich war es jedenfalls einer. Ich wollte
garantiert nicht, dass es passiert.“ Buffy machte eine Pause
und versuchte, die richtigen Worte zu finden. „Es wird schon
alles gut gehen. Eigentlich wollte ich ja gar nicht, dass du es
erfährst, doch ich habe es Xander
erzählt…und er hat irgendwie die Nerven verloren.
Ich kann es verstehen, wenn du nichts mit uns zu tun haben
willst…“
Spike
hörte ihrem Gestammel gar nicht mehr richtig zu. Er
konzentrierte sich nur auf den einen Satz. „Du wolltest es
mir nicht sagen?“
Buffy
wurde rot. „Ich kenne dich doch kaum. Ich mein, wir waren ein
Mal zusammen aus vor drei Monaten, du hast noch nicht einmal
angerufen.“ Spike wollte sie unterbrechen, doch sie redete
einfach weiter. „Das ist schon okay. Ich gehe sowieso nicht
sehr oft aus. So bin ich halt…immer das brave
Mädchen.“ Sie lachte laut auf, als sie weiter
sprach. „Ich wette du hast daran gedacht, dass es nicht deins
sein könnte. Ich hätte es, wenn ich du wäre.
Aber…“, ihr Blick traf den seinen. „Das
mit dir war mein erstes und einziges Mal.“ Plötzlich
wurde Buffy unheimlich schlecht. „Entschuldige
bitte“, sagte sie, sprang
auf und rannte mit einer Hand vor dem Mund weg.
Spike
kämpfte gegen den Drang an, ihr zu folgen. Er war
völlig perplex, dass er sie entjungfert hatte. Stolz darauf,
ihr erster Liebhaber gewesen zu sein, saß er da und versuchte
sich an die Nacht zu erinnern. *Verdammt. So betrunken war ich doch gar
nicht.* Er erinnerte sich an den Wein und dass er sie geküsst
hatte. Wie er ihr langsam das aufgeknöpfte Top von den
Schultern geschoben hatte. Er erinnerte sich, wie sie gezögert
hatte, als er ihren Rock hochschob, um den Slip herunterzuziehen. Dass
sie ihm gesagt hatte, es wäre okay, als er sie gefragt hatte.
Spike wusste aus Erfahrung mit Dru heraus, dass, wenn sie es nicht
gewollt hätte, er sofort von ihr abgelassen hätte.
Das Gefühl, sie unter sich liegen zu haben, war einfach
wundervoll gewesen, all diese ganze Leidenschaft. So war es nie mit Dru
gewesen. Spike wusste, dass dieses Erlebnis, als er in dieser jungen
Frau gewesen war, das erste Mal gewesen war, dass er wirklich
leidenschaftlichen und zärtlichen Sex hatte. Tränen
stiegen ihm in die Augen, als er sich an ein weiteres Detail erinnerte.
Als er in sie eingedrungen war, hatte sie sich verkrampft und laut
aufgeschrieen. Da wurde ihm klar, dass sie die Wahrheit
erzählte. Er war der Vater von Buffys Baby.
Als
Buffy an den Tisch zurückkehrte, hörte sie ihn
flüstern. „Ich werde Vater“, und
plötzlich wurde sie nervös. „Ich
fühle mich nicht so gut, ich denke ich will nach
Hause.“
„Aber
was ist mit dem Frühstück?“
„Können
wir es nicht mitnehmen?“
„Natürlich,
Luv. Geht es dir gut?“ Spike versuchte, die Angst in seinen
Augen zu verbergen.
„Das
geht gleich schon wieder, es ist nur der Geruch hier drin und der ganze
Stress von dem Gespräch, das ich eigentlich nie
führen wollte. Ich denke ich will nur noch nach Hause und mich
hinlegen. Ich habe die letzte Nacht nicht besonders gut
geschlafen.“
„Gib
mir einen Moment und ich sage dem Kellner bescheid. Willst du
draußen auf mich warten?“ Buffy nickte und ging
schon nach draußen, während Spike das Essen bezahlte
und sich die beiden Mitnehmboxen schnappte. Buffy stand an dem Auto und
wartete an der Beifahrertür. Spike meckerte mit sich selbst.
„Sorry, Luv. Ich hätte dir die Schlüssel
geben sollen.“
„Das
ist schon okay. Ich brauchte sowieso etwas frische Luft.“
Sie
fuhren wieder zurück zu ihrem Zuhause. Sie waren noch nicht
sehr weit gekommen, als Buffy vom Geruch nach gebratenen Eiern und
Speck übel wurde.
„Halt
an“, sagte sie. „Bitte halte sofort rechts
an!“
Spike
gehorchte sofort und kaum war das Auto zum Stehen gekommen, hatte Buffy
schon die Tür aufgerissen und würgte, weil ihr Magen
rebellierte.
„Bist
du okay, Luv?“ fragte er, während er sich
abschnallte und auch ihren Sicherheitsgurt löste.
„Buffy?“ Sorge lag in seiner Stimme.
„Ja,
ich denke es wäre am besten, wenn wir die Kartons irgendwie
loswerden könnten.“
„Kein
Problem. Ich glaub, ich kriege jetzt sowieso keinen Bissen mehr
runter.“ Seine Hand begann vorsichtig ihren Rücken
zu streicheln. „Kann ich irgendetwas für dich
tun?“
„Ja,
könntest du mir meine Tasche geben, bitte?“
Spike
lehnte sich über den Sitz, holte die Tasche vom
Rücksitz und gab sie ihr. Buffy setzte sich aufrecht hin und
kramte in der Tasche herum. Endlich hatte sie ihre kleine Flasche
Mundwasser gefunden und öffnete den Verschluss, kippte etwas
in ihren Mund und begann mit der Pfefferminzflüssigkeit zu
gurgeln. Dann spuckte sie es der Tür auf den Boden. Sie sah zu
Spike herüber und sah, dass er sie angrinste.
„Okay,
Buster…die Show ist vorbei. Bring mich nach
Hause“, sagte sie in einem kommandierenden Ton, in dem etwas
Sarkasmus mitschwang.
„Jawohl
Ma´am.“ Er salutierte aus Spaß vor ihr
und fuhr weiter.
Als
sie sich dem Revello Drive näherten, sah sich Spike immer mehr
und mehr mit der einen Frage konfrontiert, die er stellen musste. Er
fuhr in die Einfahrt ihres Zuhauses und macht den Motor aus.
„Buffy,
willst du dieses Baby?“ Spikes Nerven spielten
verrückt und er fing an herumzudrucksen. „Denn wenn
nicht, dann kann ich für eine…kannst du es
wegmachen …“
Wut
flackerte in Buffys Augen auf und sie war urplötzlich aus den
Wagen ausgestiegen.
„Du
Bastard! Wie kannst du nur an so etwas denken? Wenn ich das wirklich
gewollt hätte, dann hätte ich mich schon darum
gekümmert, bevor es irgendjemand gewusst hat!“ Sie
ging wutentbrannt zum Haus herüber und kramte nach ihrem
Schlüssel. „Keine Sorge, du brauchst dich nicht um
das Kind zu kümmern. Es gibt genug Frauen, die ihre Kinder
allein großziehen und ich glaube sowieso nicht, dass du ein
guter Vater wärst. Weißt du was…vergiss
einfach, dass du ein Kind hast! Denn ich will dich nie wieder
sehen.“
Plötzlich
war die Tür offen und sie verschwunden.
„Verdammt
noch mal, Buffy!“ schrie Spike durch die Tür.